Review

Dreiteilige Anthologie von Billy Chung in der Tradition der Troublesome Night Serie, hierbei werden gemäss der wörtlichen Übersetzung „Yin Yang Love“ neben einem leichten Horrortouch allerdings auch Drama und Romantik miteinbezogen, ohne allerdings ganz in den Sülzbereich überzugleiten.

Die erste Erzählung handelt von Joe Chan [ Julian Cheung ], der als technischer Berater bei einer Mediencompany arbeitet und nach dem Unfalltod seiner Freundin [ Loletta Lee ] vor einem Monat erstmals wieder sein Büro betritt. Trotz Aufmunterung von einigen befreundeten Arbeitskollegen gelingt es ihm nicht, die traurigen Gedanken an seine Verlobte wegzubekommen, plastische Erinnerungen durchziehen ständig seinen Tagesablauf. Die Arbeit wird nicht erledigt und Joe will auch gar nicht mehr, abends zuhause bereitet er einen Selbstmordversuch vor. Währenddessen wird sein Chef nebst Sekretärin in der Firma von dem Geist seiner Freundin drangsaliert.
Dieser Teil ist eigentlich noch der einfallsloseste in dem ganzen Film, die Handlung ist sehr begrenzt und wenig überraschend, die vorgestellten Komponente kennt man alle schon, ausserdem passiert ausser ein, zwei leichten Schockmomenten am Ende selbst gar nichts; der Part ist dem Thema angemessen ruhig inszeniert. Gelingen tut die Einbeziehung und das Zeigen der Bedeutung der nun mehr toten Winnie Tsang für Joe, wobei der fliegende Wechsel von Erinnerungen und Realität anfangs etwas verwirrt, aber dann gut eingebunden wird, die Vergangenheit war für ihn nun mal schöner durch sie, das Jetzt hat dem nichts entgegenzusetzen.
Missfallen tut der Klischeepart des befreundeten schwulen Arbeitskollegen, der ausserdem kein wirklicher guter Darsteller ist; Julian Cheung macht seine Sache übrigens soweit ordentlich, wird allerdings auch weniger abverlangt.

Der fliessende Übergang versetzt einen in die zweite Erzählung, die zumindest anfänglich einige gute Ideen hat – Traumsequenz mit mehrfacher Identität und Amoklauf -, später aber auch nichts wirklich Neues zu erzählen hat. Diesmal geht es um den Taxifahrer Shing Wai Lin [ Simon Loui ], der gerade von seiner Freundin [ Sherming Yiu ] zugunsten eines reicheren Mannes verlassen wurde. Als unter seinen Kollegen die Horrorgeschichte einer unheimlichen Frau umhergeht, die nachts immer unbedingt zum Friedhof gebracht werden möchte, aber sich keiner traut, nimmt er sie kurzerhand mit: Ein Geist bräuchte seiner Meinung nach kein Taxi. Trotzdem ist die Szenerie am Friedhof eher beunruhigend für ihn; in der Stille hört er plötzlich Feueralarm, sieht aber nichts, zudem wird ihm Negatives orakelt.
Der Part ist noch am wenigsten romantisch, dafür ist die Auflösung genauso altbekannt wie im Vorgänger, allerdings sitzen die Schocks auch besser und es passiert gemeinhin mehr. Ausserdem bleibt die Auflösung erst einmal offen.
Simon Loui reisst zwar weiterhin keine Bäume aus, fällt allerdings in der kurzen Zeit nicht so sehr unpassend auf. Falls ein Teil seiner Taxiszenen allerdings mit Absicht an Taxi Driver erinnern sollten – sind genauso montiert - : Da hängen die Früchte aber zu weit oben.
Die unheimliche Frau hat zumindest eine auffallend angenehm rauchige Stimme, der untote Feuerwehrmann verteidigt seine ehemalige Flamme [ sic ] relativ rabiat.

Die finale Episode ist bei weitem die Beste, aller guten Dinge sind anscheinend doch drei. Diesmal kommt vor allen das Setting zugute, eine recht abgedunkelte und verwinkelte Mehrraum – Wohnung, in der neben einem bettlägerigen Alzheimer – Patienten, dessen Frau [ Helena Law Lan ] und Enkelin Mindy [ Fennie Yuen ] auch ein Mann ausserhalb der Familie lebt, der Triade Ton [ Dave Wong ]. Dieser kommt zumeist betrunken oder blutig nach Hause, und wird dabei einmal von Mindy entdeckt und professionell – sie ist Krankenschwester – versorgt. Seitdem interessiert er sie, so dass sie ihn auch ausserhalb der Wohnung aufsucht und sich in ihn verliebt.
Als er nächtens zu einer Aktion gerufen wird, verspricht sie ihm ein Abendessen, wenn er zurückkommt.
Die Geschichte hat sowohl die beste Atmosphäre als auch den gelungensten Aufbau, und zudem eine zwar einfache, aber wirkungsvolle Handlung zu erzählen, die zarte Annäherung zwischen beiden kommt auch ohne Überschwang gut herüber. Zudem überzeugen hier auch einige witzige Szenen sowie die menschliche Komponente am meisten, die wenigen Nebendarsteller sind auch am prägnantesten [ u.a. Chapman To noch ].
Anfangs wird noch ein geschicktes Deja Vu als Mischung von Traum und Realität oder doch wieder nur Traum eingebaut, das Ende bietet zudem einen Twist und danach noch eine raffinierte Verbindung zu der ersten Episode, die diese auch im anderen Licht erscheinen lässt.

Guter Abschluss eines ansonst mittelmässigen und auch nicht gerade aufregenden Werkes mit mehr Wert auf Personenzeichnung als auf Effekte, wobei sich Simon Loui [ Autor der Originalvorlage und neben dem unbekannten Chung Shing Yuen auch Skriptwriter ] zumindest bei den ersten beiden Geschichten etwas Originelleres hätte einfallen lassen können; Fans der Schauspieler kommen auch mehr auf ihre Kosten als Andere.

Details
Ähnliche Filme