Review

Eine relativ enttäuschende Neuauflage der geradezu historischen TV-Polizeiserie Dragnet (bei uns "Polizeibericht"), die auf Comedygebiet verlegt wurde.

Diese mittelmäßig lustige Film, der sich nicht so ganz zwischen Komik und Polizeistory entscheiden kann, wäre längst in Vergessenheit geraten, wären da nicht seine beiden Hauptdarsteller. Aykroyd und Hanks sind nicht nur passable Komödianten, sondern haben auch einen gewissen Namen, was dem Film mehr Aufmerksamkeit brachte, als er eigentlich verdient hat.

Aykroyd spielt hier den (gleichnamigen) Sohn des legendären Joe Friday aus der Fernsehserie, einen überpedantischen, superkorrekter, das Strafgesetzbuch auswendig herzitierenden Polizisten, der nun mit einem chaotischen, unkorrekten Kollegen (Hanks) zurechtkommen muß. Aykroyd ist das Witz-Zentrum des Films, dessen Steifheit und auf die Zuschauer niederprasselnden Monologe und Gesetzesauszüge, bisweilen wirklich zum Brüllen komische Szenen hervorbringen.
Zu der Hanks-Rolle ist den Autoren jedoch deutlich zu wenig eingefallen, er liefert zu viel "modern" angehauchte und zweideutige Komik, die ganz witzig sein mag, aber hier nicht passen will. Hanks hat Talent, aber es entwickelt sich keinerlei Charakter heraus, weswegen er auch mit anderen Darstellern hier austauschbar gewesen wäre.

Der Rest vom Cast ist Standard-80er-Comedy, nur knapp über Police-Academy-Niveau, mit einem hemmungslos chargierenden Christopher Plummer als Bad Guy und einem erfreulichen Wiedersehen mit Harry Morgan, einem Veteran aus der Originalserie und "MASH", der den direkten Vorgesetzten der beiden spielt. Die Story ist mit der heißen Nadel gestrickt und lauwarm, so daß ab der zweiten Hälfte von Polizeiarbeit gar nicht mehr gesprochen werden kann, weil der Film in Albernheiten und Buddy-Cop-Movie-Klischees abrutscht. Darüber hinaus ist die Regie von Mankiewicz erschreckend schwach, der Schnitt bisweilen armselig und die Stuntmen, die für die Protagonisten einspringen, oft deutlich erkennbar. Natürlich gibt es hier und da einen echten Joke (obwohl die schwache Synchro sogar den Standardgag Hanks "Thank God, it's Friday!" sauber versaut) und der Schlußgag mit den Flugzeugen versöhnt etwas, doch bleibt nach den hohen Erwartungen, die aufkommen wenn das Dragnet-Thema (pompös-treibend, ein Klassiker) zu Beginn ertönt, nach gut einer Viertelstunde nur wenig übrig.

"Schlappe Bullen..." (übrigens ein furchtbarer Titel ohne Bezug) ist nur eine Polizeikomödie von vielen, die als Sonntagnachmittagshäppchen taugen. Wer trotzdem schaut, konzentriere sich Aykroyd, wenigstens das lohnt sich. (5/10)

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