Los Angeles 1987: Die beiden Polizisten Sergeant Joe Friday und sein Partner Pep Streebek kämpfen gegen Kriminalität und Korruption. Während Joe größten Wert auf seine Dienstvorschriften legt, nimmt Pep es nicht so ganz genau mit den Paragrafen. Die beiden sind dem Verbrecherring PAGAN (People Against Goodness And Normalacy) auf der Spur. Der scheinbar fromme Reverend Whirley und der Porno-König Jerry Caesar sind offensichtlich nicht ganz unschuldig an den Verbrechen der Organisation. Doch Polizei-Präsidentin Kirkpatrick hegt tiefe Sympathien für den Reverend. Als sie erfährt, dass Joe gegen den Kirchenmann ermittelt, feuert sie ihn. Auf eigene Faust und mit tatkräftiger Unterstützung seines Kollegen Pep strebt er dennoch die Lösung des Falls an.
Dragnet gefiel mir schon gut als ich als Steppke den Film im Kino sah und trotz des mal wieder doofen deutschen Titels und der Frage nach Sinnhaftigkeit einen Spielfilm zu einer seit 40 Jahren eingestellten TV-Serie zu drehen, hat sich daran bis heute nichts dran geändert. Immerhin nimmt man via schwarz/weiß Foto und dem Einsatz von Friday´s Neffen als Hauptfigur der alten Serie an, aber genauso gut hätte man das ganze als Police Academy Spin Off laufen lassen können.
Was bei Dragnet gut funktioniert sind seine beiden Hauptcharaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Friday ist der stets akkurate Pedant, der das Polizeihandbuch unterm Kopfkissen, während Streeback der verrückte XXL-Hallodri mit der gewissen Lockerheit ist. Lustigerweise werden die Rollen umgekehrt vergeben, wie man es eigentlich erwarten düfte, Dan Aykroyd gibt den ernsten, während Tom Hanks auf alle Regeln pfeift. Nachdem man sich anfangs nicht ausstehen kann, entwickelt sich das Cop-Duo immer mehr zu besten Buddies. Die Gegensätzlichkeit und ihre blöden Sprüche sorgen für haufenweise Amusemang und Aktion über die ich heute immer noch laut lachen kann (Drogenpython, korrekte Dienstkleidung, Jugendbande etc.).
Die Story an sich ist da eher läßliche Nebensache. Die PAGAN Verbrecherorganisation mit dem dümmlich kichernden Reverend als Achse des Bösen ist sowas von lachhaft, allein schon die Ziegenhosen auf ihrer nächtlichen Ritualzeremonie sorgen ebenso wie die Undercover Klamotten der beien Cops für breite Schmunzeleinlagen. Schade nur das Spaßigkeit durch die Love Story zu oft ausgebremst wird, so treten hier und da einige Hänger auf und auch Friday´s Oma ist nur halb so komisch, wie sich das die Macher wohl gedacht haben.
Es überwiegt aber klar das Positive. Gut, Lethal Weapon ist es nicht gerade, aber als reine Buddy Cop Comedy locker brauchbar. Dan Aykroyd hat hier absolut eine seiner besten Rollen erwischt und auch Hanks darf mal seine hemmungslos chargierte Komik präsentieren. Vielleicht drehen die beiden ja 40 Jahre nach diesem noch einen weiteren Film, um zumindest die bisherigen Jahresabstände aufrecht zu erhalten.
7/10