Im Deutschen auch unter dem Zusatztitel Revenge of Black Cat zur unabhängig hiervon gehaltenen Black Cat - Saga, dem Debütfilm der hiesigen Hauptdarstellerin Jade Leung Ching, welches mitsamt Teil 2 auf immer und ewig ihr prägnantes Werk sein wird, den vielen Bemühungen im Nachhinein zum Trotz und dem Schaffen seit 35 Jahren, wie zuletzt bei den modernen Girls with Guns Filmen Special Female Force (2016) und The Fatal Raid (2019), die sie jeweils als Anführerin einer Truppe weiblicher Kameraden und Kämpferinnen führt. Dieses Werk hier ist noch recht früh gehalten, die Verbindung zum Startfilm ist übrigens Usus, nicht nur im Deutschen - wo Fox Hunter (1995) wahlweise als Black Cat 2 bzw. Black Cat 3 lief -, sondern auch im Heimatland, wo Filme wie Black Cat in Jail (2000) oder Black Cat Agent Files (2003) mit ihr entstanden sind, ein lang fortwährende Tradition:
Die nach dem Mord an ihrem Mann suizidgefährdete Jade Leung [ Jade Leung, einfallsreich ] wird nach Singapur geschickt, um dort den Waffenhändler Fowler auszuschalten. Unterstützung bekommt sie von der ortsansässigen Polizisten Ellen Cheng [ Anita Lee ], die allerdings ständig ihren weibischen Freund Jean Paul Belmondo [ Kenneth Chan ] am Hintern hat. Ausserdem verliebt sich Jade in Fowler’s Anwalt Ken [ Russell Wong ].
Die Produktionsformen sind übrigens durchaus bekannt und teils heute noch aktiv und mitführend, in der schwierigen Kinolandschaft an Abstrampeln, mit einem Waffendeal fängt man an, und etwas Martial Arts sowie Flucht und Verfolgung fängt man ein, ein abenteuerlicher Coup, ein weiblicher Cop ohne Angst vor Bedrohung, selbstmörderisch in den Kampf gehend, viel von der Paarung ist vom amerikanischen Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis (1087) abgeguckt, die Geschichte ist dabei eigen, nur die Inspiration überdeutlich, ein Buddy Picture mit Frauen in der Hauptrolle, dazu noch der Russell Wong. Versetzt soll man werden, nach oben befördert, nur schnell raus aus HK mit der Madam, die Verhafteten singen wie die Vögel vor Angst, die Kollagenen trauen sich auch nicht richtig an die Frau heran. In Singapur soll der Waffendeal stattfinden, der größte illegale Handel der Welt, Kunden aus ganz Asien vor Ort, man wird vom FBI hin dahingehend instruiert. Das bedeutet auch, von Hongkong typischen Bildern darf man sich bald verabschieden, es reicht noch für einen Rückblick, eine blutige Trauung, ein Trauma, weswegen man sich heute so verhält, dass es die anderen Beamten mitnimmt und erschreckt, eine Mordtat an einem unschuldigen Paar, die gerade ihre Flitterwochen genießen, sie war der eigentliche Auftrag, der Ehemann muss büßen. Schuldgefühle trägt man nun mit sich herum, ein Drang zum Tode hin, deswegen die abenteuerlichen Aktivitäten, zum Selbstmord reicht es nicht, man will im Dienst getötet werden; den Auftrag nach Singapur gerne angenommen, die Kollegin vor Ort freut sich schon. Die Käufer kommen von überall her, Irak, Kambodscha, Philippinen, die USA auch involviert, jetzt ein Zweier-Team auf deren Fersen, nur der Freund der neuen Kollegin stört.
"Halt dein dummes Maul" wird der Freund begrüßt, die ausländischen Darsteller alles Schmierentheater, Pappkameraden, das genommen, was man vor Ort kriegen kann, ein Konkurrent aus Indonesien gleich ausgeschaltet, mit dem Schaschlikspieß im Mund, keine feine englische Art und Weise, ein Tritt und man ist tot. Jade möchte auch schnell jemand loswerden, ihre Partnerin nämlich, da nimmt sie kein Blatt vor dem Mund, der Wunsch wird verweigert, dafür gibt es einen Blick in die Waffensammlung, eine Art Q hier, der die Damen mit allem Nötigen und dies außerhalb des normalen Arsenals versorgt. Einer der Spitzbuben hier wird erstmal zum 'Lüften' an ein Hochhaus gehangen, die Partnerin greift ein, sie weiß sich durchaus zu wehren und selber zu agitieren, bei der Flucht des Gauners wird ein Marktstand in Little India zerstört und sich nach etwas Vorbehalt selber an dem Verdächtigen ausprobiert, die Presse ist begeistert von dem Aufruhr, die Kollegen weniger. So unterschiedlich sind die beiden Partner nicht, die eine hat nur einen Freund und keinen Grund zur Selbstverletzung, sie zeigt sich auch durchaus offenherzig, sie ist die beste Agentin vor Ort, dahingehend ist man sich einig, beide kompetent, beide motiviert, gleichen Alters und auch etwas ähnlich aussehend, man schafft einen Kumpelfilm, ohne großartig die Unterschiede zu betonen und die Gemeinsamkeiten, die Frau aus Singapur hat eigentlich nur das, was der Madam aus HK verwert blieb bzw. genommen wurde; der Rest ist ein Actionkrimi mit einigen Spezialitäten, darunter ein Scherge mit einem Roboterarm, der anderen schon mal das Ohr abreist oder ihn zu Tode würgt bzw. das Genick bricht, dahingehend kenn man nichts.
Darstellerisch ist das natürlich einfach gehalten, es geht nicht um die hohe Kunst des Schauspiels, es ist auf Unterhaltung und Attraktionen getrimmt, zudem erschafft man durch den Außendreh ein paar neue Bilder, während einer Observation, die übergeht in eine Verfolgungsjagd, den Straßenverkehr ausnutzend, ein paar Karambolagen, ein umfahrender Motorradbesitzer, dann geht es schon den Abhang herunter mit dem eigenen Wagen, ein Baum wurde aus- und umgerissen, der mechanische Arm, nicht zu vergessen. Eine große Weltreise steht hier an, der nächste Ort ist Indonesien, speziell Surabaya in der Proninz Java Timur, gefunden mit dem Finger auf der Landkarte, immerhin mit viel Internationalität belegt, die Produktion lässt sich dahingehend nicht lumpen, es wird ein wenig Finanzkraft und Budget angedeutet, sich auf die Fersen gemacht, der Waffendeal steigt, im Bikini hinterher, eine Falle, ein paar Flüche, etwas Lokalkolorit, das sind so die Trümpfe. Action ist mittig eher sparsam eingesetzt, man hält sich an Worten und Brauchtum, an einem Sidekich (=dem Ehemann), an etwas Beobachtung und Wahrnehmung, an Gesprächen und allgemeiner nonverbaler Kommunikation, es wird an das Gewissen appelliert, insistiert, dazu eine allgemeine sexuelle Konnotation, die wenig zeigt, aber viel andeutet, ein wenig Schmierenprozess, mal zur Ablenkung, mal zur Füllung der Minuten, mal zum landestypischen Humor, da hilft das beste Schauspiel und der gute Wille nicht, die Dramaturgie ist schwach und schwächlich.
Immerhin hät man sich mit knapp 80 Minuten recht kurz, das Skript als Lückenfüller, viele Bettszenen, ein frühreifes Werk, ohne wirkliche Spezialitäten oder Intensitäten, wenigstens ist eine Schießerei am Bahnhof blutig und wartet auch mit einigen Stunts auf, Leung muss in ihren Szenen auch körperlich mehr leisten als üblich, mehr ran als gewöhnlich, einiges an Kampfkunst leisten, bis auf das explosive Finale in einer landschaftlichen Einöde samt einigen wahnwitzigen Höhen-/Helikopterstunts noch einer der wenigen positiven Faktoren, gedreht ist es hemdsärmelig, im groben Rhythmus, ohne besonderen Einfluss, obwohl Tony Leung Siu-Hung hinter der Kamera steht, verantwortlich u.a. für die in Amerika spielenden Guns of Dragon (1993), Superfights (1995) und Bloodmoon (1997), die allesamt mehr Klasse und Würde aufweisen und mehr Gespür, vielleicht ein kognitiver Aussetzer hier?