Review

Aus der Manege auf die Rennbahn!

Auch der zwölfte Chan-Film mit Warner Oland hat wieder eine häufig verwendete Location als zentralen Handlungsort, nämlich das Pferderennen.
Prompt gerät er an ein Verbrechersyndikat, dass Rennen und Wetten manipuliert, was einen Rennstallbesitzer das Leben kostet, der von seinem Preispferd in der Stallbox zu Tode getrampelt wird. Vorher hat dieser Major aber noch Chan alarmiert, der zwecks Untersuchung anreist.
Als kleines Starthighlight gibt es hier den Detektiv als Polizeilehrer zu sehen, der über Rückschlüsse referiert, die sich aus der Form von Blutspritzern ziehen lassen – ein modernes Topic, welches er natürlich am Tatort gleich anzwenden weiß – offenbar war es doch kein Unfall, sondern Mord.

In der Folge wiederholen sich auch hier wieder bekannte Muster – teilweise aus dem vorherigen Film. Statt eines Zugs gilt ein erzählerischer Zwischenschritt hier der Weiterreise per Schiff, wo dann auch noch ein Feuer ausbricht. Alles kulminiert offenbar in einem Pferdetausch, um die Wetten zu manipulieren und zur Sicherheit auch noch in einer technischen Manipulation der Fotozellen, die den Einlauf messen.

Leider gerät dieser Fall nicht so schillernd wie der Mord im Zirkus, was an manchen eben nicht so gelungenen Ploteinfällen liegt, die doch sehr unwahrscheinlich daherkommen, wie die Entführung der Chans durch das Syndikat. Obwohl eigentlich mit dem Tode bedroht, werden die Chans „erst mal“ ungebunden mit nur einem Bewacher in der Küche festgesetzt, aus der sie sich natürlich recht schnell befreien können. Ein wenig überzeugendes Manöver im Skript, notwendig, aber unglaubwürdig.
Auch ein groß angelegtes Ablenkungsmanöver kurz vor dem Rennen, für das ein ganzes Auto samt Feuerwerkskörpern abgefackelt wird, scheint zu abstrus für den ebenfalls nicht überzeugenden Plot Point, währenddessen die Pferde wieder zurück zu tauschen (die bei dem Lärm vermutlich den Tausch gar nicht mitgemacht hätten).

So bleibt neben den beachtlich vielen Verbrechern natürlich auch noch die Suche nach dem Oberbösewicht übrig, die durch sehr viele Verdächtige verkompliziert wird. Einiges an Aufklärungsarbeit ist dann wieder fein dargestellt, aber das wird durch die erneute Verwendung eines „komischen“ Schwarzen im Cast zum Einsturz gebracht. Stephen Fetchit war in „Ägypten“ meiner Meinung nach der rassistische Schwachpunkt und John H. Allen als „Streamline“ Jones ist meiner Meinung nach keinen Deut besser, imitiert er doch Fetchits Jokes, seine dauerhafte Bewegungsfaulheit und sein murmelnd-heiseres Genöle mit zum Exzess. Ein kleines Äffchen spielt auch noch in dem Mix herum, der durch geschickte Kameraarbeit ein wenig mehr nach „location shot“ aussieht, als er wirklich war.
Immerhin, Keye Luke, hat hier mal ein wenig mehr zu tun, als als Sandsack herzuhalten, während das Rätsel um die Entlarvung mal wieder im Geheimen (nur in Charlies Kopf) abläuft.

Die Enthüllung am Ende ist zumindest eine kleine Überraschung, aber das Gesamturteil fällt nur „solide“ aus, auch wenn der Plot komplex genug ist, seine Standardlaufzeit gut zu füllen. In der Folge sah man ab da dann von Schwarzen als Sidekicks ab und fokussierte eine Weile wieder auf komischen oder auffälligen Polizisten, die die intellektuellen Mörderrätsel auflockern sollten. 6/10)

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