Review

NIGHTMARE IN A DAMAGED BRAIN

Zur Story will ich mal nichts mehr sagen, die könnt Ihr euch ja aus den anderen Statements zusammenklauben. Trotzdem muß ich meine Meinung hier mal abladen: Durch widersprüchliche Bewertungen in diesem Forum leicht verunsichert, habe ich mir den Film neulich, erst nach 10 Jahren Splatterfilm-Leidenschaft, in deren Verlauf ich immer wieder über diesen Titel gestolpert bin, besorgt und mir eigentlich nichts großartiges mehr davon erwartet. Und fand ihn dann doch überraschend gut! Eine ähnlich kranke, wenn nicht sogar intensivere, Atmosphäre wie bei "Maniac" oder "New York Ripper" durchzieht den gesamten Streifen, alles wirkt sehr, sehr düster, Fans der letztgenannten Filme können also mehr als bedenkenlos zuschlagen, er steht den zu unrecht bekannteren Genrekollegen nämlich in absolut nichts nach. Mit geiler Psycho-Mucke unterlegt, einem guten und festen Spannungsbogen unterzogen, mit zum Teil deftigen und ausgewogen plazierten Goreszenen aufwartend, einen schön "verruchten"Ausflug in New Yorks Rotlichtmilieu schildend und mit wunderbar kranken Rückblenden in die Kindheit des Protagonisten versehen -- fertig ist ein exzellent-nostalgischer 80er Jahre-Slasher! Kameramann und Darsteller (vor allem der Maniac selbst) sind keine Cannes-Filmpreiskandidaten, verstehen ihre Arbeit aber; jedenfalls hat man es hier nicht mit so manch einer Troma-Produktions-Augenvergewaltigung von Schauspielern zu tun, von US-Teenie-Dünnschiß a la "Ich weiß was du letzten Sommer..." mal ganz abgesehen. Ich habe mir den Film in der Blood Edition-Fassung von Laser Paradise angesehen, die, wie ja so gut wie immer, eine kleine Zumutung für das Nervensystem darstellt. Der Film ist vor allem an den Seiten (vermutlich auch oben und unten) derart beschnitten, daß man ein fast quadratisches Format präsentiert bekommt, was natürlich ziemlich nervt. Man erkennt aber zum Glück alle wirklich "wichtigen" Details und wer wie ich damals mit den behinderten Raubkopien aus Holland für 60 und (viel) mehr Mark aufgewachsen ist, verzeiht so einiges was Bild- und Tonquali angeht; man sollte auch nicht vergessen, daß diese Filme auch damals nicht gerade in Zehntausender-Kopien ins Kino gekommen und also heutzutage schwer in jungfräulicher Fassung aufzutreiben sind. Der Erwähnung wert ist übrigens noch, daß der Freund der Babysitterin irgendwann auftaucht und dann von Oliver "Justus Jonas" Rohrbeck synchronisiert ist, nur hier natürlich mit einer etwas anderen Wortwahl daherkommt als man es von seinen Pfadfinder-Rollen bei den "Fünf Freunden" oder den "Drei Fragezeichen" her gewohnt ist ( nach dem Beischlaf wird z.B. eindinglich der Joint verlangt...).
Mal langsam zum Fazit kommend kann ich den Film schlussendlich wärmstens allen gewaltgeilen Filmfreaks empfehlen, ich zumindest habe mich eineinhalb Stunden lang köstlich unterhalten!

8,5 von 10 möglichen Sick-Movie-Punkten.

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