Ein von Alpträumen und Anfällen gequälter Mann wird nach seiner vermuteten Heilung aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen, was sich jedoch als Fehler herausstellt, denn fortan hinterlässt der traumatisierte Kerl eine blutige Spur.
"Nightmare", der geläufiger unter dem Alternativtitel "Nightmare in a Damaged Brain" ist, ist einer der Filme, dem auf Grund seiner Beschlagnahmung besondere Berühmtheit zu Teil wurde und wenn man ehrlich ist, dann wäre der Streifen ohne diese Tatsache schon lange in Vergessenheit geraten, denn inhaltlich wird hier wenig Überzeugendes geboten.
Das Ganze fängt recht vielversprechend mit einem Blick in die Psyche des Mannes an, der in seiner Kindheit Zeuge wurde, wie sein Vater es sich mit einer Frau kuschelig machte, was den Jungen so sehr verwirrte, dass er sich eine Axt schnappte, die lieben Liebenden zerhackte und fortan unter psychischen Problemen leidet. Okay, dieser Blick in die Vergangenheit wird entgültig erst ganz am Ende des Films entschlüsselt und vorher nur in Bruchstücken präsentiert, doch ich denke, dass selbst dem Genreneuling sofort klar ist, was es mit diesen Rückblicken auf sich hat.
Danach wandelt man in Serienkillerpfaden ala "Maniac" und bekommt den Weg des aus der Anstalt entlassenen und für geheilt geglaubten Mannes präsentiert und wird Zeuge, wie dieser mehr und mehr dem Wahn verfällt und Frauen ermordet.
Gegen Ende gehts dagegen wieder mehr in Richtung "Halloween - Die Nacht des Grauens", denn der Herr schnappt sich eine Maske und kommt trotz vermutetem Kugeltod immer wieder auf die Beine.
Diese Unentschlossenheit, ob man nun einen menschlichen oder einen übernatürlichen Killer zeigen möchte, wirkt sich negativ auf das Erscheinungsbild von "Nightmare" aus und das an sich gelungene Ende bekommt einen faden Beigeschmack.
Ansonsten ist zwischen den Morden wenig Interessantes zu entdecken. Man bekommt das Treiben einer Familie, einzelner zukünftiger Opfer und der Ermittler zu Auge, aber Spannung kommt nicht auf, im Gegenteil, der Blick auf die verbleibende Restlaufzeit erfolgte bei mir immer häufiger. Die Idee mit dem Streiche spielenden Kind ist ja noch recht erheiternd, wird aber dermaßen ausgereizt, dass einem der Knilch zügig auf den Zwirn geht.
Gelungen ist auf jeden Fall die Atmosphäre, die durch die teilweise sehr fies in Gehör stoßenden Melodien und den stimmig schäbigen Look erzeugt wird, was sich durch den gesamten Film erstreckt.
Die berühmt berüchtigten Effekte, dem der Streifen die Beschlagnahmung verdankt, sind blutschmadderig und mal überzeugend wie im Falle des Spitzhammers im Rücken und des Rückblicks in das Kindheitstrauma verursachenden Blutbades und mal weniger gelungen wie bei den anderen Opferkredenzungen.
Insgesamt ist "Nightmare" ein atmospärischer, aber inhaltlich nicht überzeugender und vor allem langatmiger Film, dem auf Grund seiner bluthaltigen Effekte und des daraus resultierenden Verbotes hierzulande mehr Aufmerksamkeit zu Teil wurde als er letztlich verdient hätte.