Nicht immer lohnt es sich zu solch alten, wenig bekannten Streifen noch etwas zu sagen. Zumal das Gesagte bzw Geschriebene sich auch oft noch ähnelt.
Ich halte es hier dennoch für sinnig, da dieser Eastern ein paar schöne Besonderheiten hat, die ihn aus der Masse hervorheben.
Aber erst mal zu den Basics: die Ausstattung ist gut, auch die Darsteller sind mittel bis gut in ihren Rollen, das Drehbuch ist nach meinem Empfinden - und da widerspreche ich den bisherigen Rezensionen - Murks. Normalerweise sorgt ein schlechtes Drehbuch fast immer auch für einen Reinfall bei der Bepunktung und beim Eindruck, weil nach meiner Meinung ein Film die Aufgabe hat eine gute Geschichte zu erzählen und das optisch möglichst ansprechend (wobei ansprechend weder teuer noch Hochglanz sein muss, sondern passend zu dem was man erzählen möchte).
Hier haben wir zum unzähligsten Male eine 08/15 Rachestory, etwas variiert um den Aspekt, dass der zuerst eingeführte Protagonist zu schwach für seine Rache ist. Statt aber wie in anderen Eastern zumindest halbehrenvoll um Hilfe zu bitten oder Söldner zu kaufen wird hier unehrenhaft Freundschaft geheuchelt und benutzt und betrogen, um die Rache vollziehen zu können. Von der ersten Minute ist klar, dass das nicht ungesühnt bleiben kann und darf in der Schwertkunstwelt. Der Plottwist zu Ende ist daher so vorhersehbar wie das auf Regen irgendwann Sonnenschein folgt. Dazu werden dann gegen Ende noch ein paar fantastische Elemente dazugemischt, die es nicht gebraucht hätte. So erhöht das Schwert z.B die Kampfkraft des zuerst völlig schwachen, nach Rache Dürstenden drastig und lässt ihn auch Flüge durch die Luft vollführen (was so vorher keine Rolle spiele in einem Film, der seine Fights sehr realistisch und ernst nahm). Letzterer ist nun zum Hauptvillian mutiert (was dem Storyaufbau weder gut tut noch wirklich glaubhaft rüber kommt).
Auch das vielgelobte Lied auf die Freundschaft mit dem der Film sich teils brüstet (und das die anderen bisherigen Rezenzenten positiv aufgreifen) kommt bei mir nicht glaubhaft an. Die Kurtisane (unhöflicher könnte man auch Nutte sagen) redet den beiden sie besuchenden Männer ständig etwas diesbezüglich zu wobei ich nicht weiß wie sich hier die Freundschaft darstellt - es bleibt bei Gelaber, das den Film unnötig streckt - die ganze Figur der Kurtisane ist verschenkt, da sie den Film weder bereichert noch voran bringt (auch fürs Auge ist nichts geboten - da war man mit blanken Tatsachen bei anderen Eastern zu dieser Zeit schon großzügiger). Die Männerfreundschaft des Hauptduos fußt auf gemeinsamen Kampf und Suff- sicher nicht die schlechteste Basis, wenn es nur ehrlich ist und das ist es tatsächlich hier. Aber dafür wird mir da zu viel Pathos reingesteckt in diese simple Verbindung.
Was bleibt? Eine ganze Menge, z.B. mehrere der besten Schwertfights, die ich je gesehen habe - und ich habe eine Menge gesehen. Teils sind die Schlagwechsel unvorhersehbar, beide sind so gut, dass man nicht vorhersehen kann wer wo den nächsten Treffer kassieren könnte und damit spielt der Film in den Duellen meisterlich. In der Regel stecken beide Kontrahenten auch ein, was die Spannung weiter steigert, da die Kämpfe nicht zu schnell von einem dominiert werden.
Optisch schön und besonders auch das Finale, das in einer sehr schönen Halle mit hunderten von Kerzen stattfindet und indem zum Waffenduell auch gute und gekonnte Feuerspuckszenen dazukommen. Da hat man sich wirklich was einfallen lassen.
Mir hat auch der Soundtrack gefallen - ich mag Gesangseinlagen von Frauen in Eastern, die ja auch eine lange und gute Tradition haben (man denke an eine meiner Lieblinge Meiko Kaji z.B in Lady Snowblood wo sie gleichzeitig die Hauptrolle verkörperte).
Alles in allem bin auch ich zufrieden und spreche eine klare Empfehlung aus. Kein Meisterwerk der Filmkunst, kein genreübergreifender Klassiker, aber doch eine Perle des Kampfkunstfilms und damit die Rezension wert.