Review

Auch B-Schauspieler Wings Hauser hatte seine großen Zeiten, in denen er fast pauselos einen Film nach dem Anderen drehte. Meist mimte er irgendwelche Bösewichte, doch hier ist er als Racheengel unterwegs. Leider habe ich bis jetzt keinen richtig guten Film mit Hauser gesehen, doch genau " Clint Harris " sollte dies ändern, allein schon die Aufmachung der UFA Videokassette versprach einen guten Film, schade dass dem nicht so war. Gerade am Drehbuch, welches auch noch Hauser selbst zum Besten gab, hapert es ungemein. Daher verstaubte der 80er Jahre B-Actioner nach seiner Veröffentlichung in den Videotheken. Wer ihn trotzdem mal sehen will, der kann ohne Bedenken zum indizierten UFA Tape greifen, welches nur minimal entschärft wurde.
Story:
Ex Vietnamverteran Clint Harris (Wings Hauser) erfährt über Telefon vom Tod seiner Familie. Sein Bruder Buddy (Tom Campitelli) war Profi Footballer und war im Bunde mit dem Gangster Manuel (Branscomb Richmond). Doch Buddy hielt sich nicht an die Abmachungen und so rächte sich Manuel grausam. Aber auch Clint kennt nur noch ein Ziel und das nennt sich blutige Rache. Er beginnt die Organisation zu infiltrieren, um an Manuel heranzukommen. Doch nach dessen Tod will er sich auch am großen Boss rächen. Dazu muss sich Clint aber auf unbekanntes Terretorium wagen und gegen eine ganze Armee antreten.

Aus dem Film hätte man wirklich etwas machen können, stattdessen bekommen wir eine actionarme Rachestory geboten. Normalerweise habe ich absolut nichts gegen eine Minimalstory a la " Pfeift auf die Story, hier zählt nur die Action ", aber dann muss auch die Umsetzung stimmen und die funktioniert hier so gut wie gar nicht. Mit Action geizt man hier ohne Ende. Man muss sich eine Ewigkeit gedulden, bis Clint endlich mal den Hintern hochkriegt. Am Anfang eine kleine Verfolgungsjagd, die aber durch den Einsatz von Fast Motion derartig lächerlich aussieht und ansonsten bleibt einem nur das explosive Finale im Gedächtnis. Obendrauf gibt es nämlich nur ein paar Morde. Clint´s Familie darf ziemlich brutal ins Gras beissen, daraufhin schlägt Clint natürlich zurück, leider sehr unspektakulär. Der erste Mord ist zwar brutal, aber viel zu schnell wieder rum. Die kurze Motorbootjagd ist zwar ein netter Einfall, fällt aber viel zu lahm aus. Nur das Finale kann sich sehen lassen. Hier gibt es einen längeren Shootouts mit einigen Toten und blutigen Einschüssen, gekämpft wird leider überhaupt nicht. Immerhin sind die wenigen Explosionen recht üppig geworden, insgesamt ist der Actionanteil viel zu mager, obwohl einige Härten vertreten sind, denn wenn mal etwas passiert, dann setzt Regisseur Rondell auf pure Brutalität.
Trotz einiger guter Momente überwiegen leider die Längen. Es wird geplappert am laufenden Band, anstatt dass man es krachen lässt. Spannung ist somit nicht viel vorhanden, überhaupt habe ich mich eher gelangweilt. Dazu noch diese total unnötige Lovestory. Anstatt sich zu rächen, bummst sich Clint lieber durch die Stadt und der Zuschauer darf ihm dabei zusehen.
Da ist es wirklich schade um die guten Elemente, wie zum Beispiel den Score. Joel Goldsmith hat hier tolle Sounds zusammengestellt, die den Film bestens und abwechslungsreich untermalen. Genauso die kernigen und teils schmutzigen Kulissen, man erkennt sofort in welchem Jahrzehnt dieser Film gedreht wurde.
Selbst Wings Hauser hat hier seine Sternstunden, denn er überzeugt als Held voll und ganz. Leider ist er durch sein eigenes Drehbuch viel zu wenig gefordert. Zuviel Dialoge und Sex, dagegen viel zu wenig Action. Das restliche Darstellerfeld befindet sich auch auf gutem Niveau.

Fazit:
Trotz der Minimalstory hätte man hier einen schnörkellosen und brutalen B-Actioner vom Band lassen können. Doch was macht man ? Man vernachlässigt die Action komplett und präsentiert stattdessen eine Länge nach der Nächsten. Die wenigen, aber brutalen Actionsequenzen können da auch nicht mehr viel reißen. Dabei ist der Score und auch das Flair wirklich top, auch die Darsteller können sich sehen lassen. Hier hat man eine tolle Chance vertan, wirklich schade, ich hätte es Hauser mal gegönnt, aber es war schon wieder nichts.

Details
Ähnliche Filme