Der dritte Film von Dario Argento ist ebenso im Bereich "Giallo" anzusiedeln wie die beiden Vorgänger "Die neunschwänzige Katze" und "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe". Ebenso wie in diesen beiden Vertretern hilft das im Titel befindliche Tier (zumindest in den Originaltiteln) die Lösung zu finden und somit kann man "Vier Fliegen auf grauem Samt" als Abschluß einer Art Trilogie bezeichnen, obwohl sie inhaltlich keine Verwandtschaft aufzuweisen haben.
Roberto Tobias wird seit Tagen von einer merkwürdigen Gestalt beobachtet. Als er diese endlich zur Rede stellen kann geschieht ein Unglück. Der mit einem Messer bewaffnete Fremde wird im Zweikampf von seinem eigenen Stichwerkzeug getötet. Roberto wird schließlich von einem weiteren Unbekannten dabei mit dem Messer in seiner Hand fotografiert. Aus Panik für den Tod verantwortlich gemacht zu werden, geht er aber nicht zur Polizei. In den darauffolgenden Tagen wird er von dem unbekannten Fotografen terrorisiert und in seiner näheren Umgebung sterben alsbald liebgewonnene Menschen.....
Auch in diesem Streifen brilliert Argento wieder mit seinen einfallsreichen Kamerafahrten und den verschiedenen Perspektiven. Besonders hervorzuheben ist das Wechselspiel der Sicht von Täter und Opfer und die daraus resultierenden Musikeinsätze von Ennio Morricone. Der gesamte Plot ist sehr interessant gehalten, wobei er durch einige skurille Personen ein bißchen zuviel Humor in den düsteren Gassen des Giallos entlang fließen läßt. Wie die titelgebenden Fliegen allerdings den Täter entlarven ist geradezu bahnbrechend, besonders wenn man sich das Erscheinungsjahr des Films näher betrachtet.
Es ist aber wahrlich nicht sein bester Film. Dafür hat er einfach zu viele Meilensteine in seinem Schaffen verewigt. Trotzdem steht er mit den beiden Vorgängern auf einer Stufe.
Für Argento Fans ist der Film deshalb ein "must have". Sekundär interessierte Filmfans sollten es eher mit seiner darauf folgenden Schaffensphase versuchen. "Vier Fliegen auf grauem Samt" ist definitiv nichts für heutige Sehgewohnheiten und dürfte somit nur für Liebhaber und Menschen interessant sein, die sich mit dem Thema Film mehr auseinandersetzen, als es nur als pure Unterhaltung zu betrachten.
Zur vorliegenden DVD von "Retrofilm" kann man noch sagen das man es endlich geschafft hat den Film in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Bootleg hin oder her. Die DVD liegt in einem schicken Cover das an die Veröffentlichungen der Firma "XT" erinnert. Das Bild ist natürlich nicht umwerfend, aber weitaus besser als einige andere andere Releases zum gleichen Film.
Ich bin sehr zufrieden damit!