Roberto, Schlagzeuger in einer Band, wird seit geraumer Zeit immer wieder von einem Unbekannten beobachtet.
Eines Abends folgt er diesem in ein Theater, wo er den Mann stellen kann. Dieser zieht ein Messer, das in einem Handgemenge der beiden zum Tod des Fremden führt. Genau in diesem Augenblick werden Scheinwerfer auf das Geschehen gerichtet und ein maskierter Unbekannter hält den Mord detailliert mit einer Fotokamera fest.
Kurz darauf erhält Roberto von dem Unbekannten Drohungen, er dringt sogar öfter in die Wohnung ein und alle die sich mit dem Geschehen beschäftigen, werden bestialisch getötet.
Hier haben wir Argentos letzten Teil seine Tier-Giallo-Tilogie.
Der Film hat mich mit einem äußerst zwiegespaltenem Gefühl zurückgelassen. Ich will zuerst auf die positiven Aspekte eingehen.
Argento arbeitet mal wieder erstklassig mit der Kamera. Bombenperspektiven (z.B. aus einer Akustikgitarre heraus), wunderbare Kamerafahrten und Spiele mit Licht und Schatten, die Suspense erzeugen. Alleine der Vorspann ist schon ein toll montierter Augenschmaus. Michael Brandon als Hauptdarsteller macht seine Sache ganz gut und Mimsy Farmer ergänzt das Geschehen super. Die Nebendarsteller sind guter Durchschnitt und Bud Spencer tritt als verschrobener Einsiedler auf.
Argento inszeniert hier auch zum ersten Mal seine Morde äußerst kunstvoll. Der Mittäter beisst hier unheimlich effektvoll ins Gras, die Kamera und die Effekte kommen punktgenau und tragen die später so bekannte Handschrift Argentos. Auch die anderen Morde wissen zu überzeugen und kurz vor deren Durchführung weiß Argento die Szenen unbehaglich und spannend aufzubauen. Die letzte Szene, in der der Täter stirbt, ist dann das i-Tüpfelchen, ist sie doch in Super-Slow-Motion eingefangen, was damals noch nicht so verbraucht war, wie heute.
Tja, das waren auch schon die positiven Dinge an diesem Streifen. Hier die Dinge, die mir negativ in Erinnerung geblieben sind. Wieder einmal konnte Argento den Meister der Kompositionen Ennio Morricone gewinnen, allerdings zündet dessen Werk hier nicht ganz so gut. Waren hier schon Unstimmigkeiten, die später zum Bruch zwischen den beiden führte (später haben sie ja dann wieder zusammen gearbeitet).
Dazu wird die Musik nur sporadisch eingesetzt, dann aber relativ effektvoll. Hier hätte man mehr daraus machen können.
Die Story hat diverse Logiklöcher, die mir unangenehm aufgefallen sind. Die Haushälterin von Robert setzt sich mit dem Erpresser in Verbindung, um auch ein Stück vom Kuchen ab zu bekommen (das überlebt sie allerdings nicht). Nur wie setzt sie sich mit dem Täter in Verbindung, wo hat sie die Telefon Nummer her?
Der schwule Detektiv (mal wieder eine homosexuelle Komponente bei Argento) findet einen Hinweis auf irgendeinem Bild (woher dieses?) und geht dieser Spur nach. Diese Spur führt zu einem Sanatorium und dem Täter, der dort früher eingewiesen war. Woher der Detektiv das Foto oder das Wissen um die Person auf dem Foto und den Zusammenhang mit dem Sanatorium her hat, lässt uns Argento nicht wissen...
Dazu gesellt sich wieder eingestreuter Humor, der auch hier wieder deplatziert wirkt. Ganz zu schweigen vom Charakter des Einsiedlers !Gott!, gespielt von Bud Spencer. Damit konnte ich nicht ganz warm werden.
Auch streut Argento immer wieder falsche Hinweise, z.B. ein verdächtiger, verkrüppelter Nachbar, den man aber als aufmerksamen Zuschauer gleich in die Kategorie "der ist es nicht" einordnet.
Zusätzlich ist der Film mit teilweise "dümmlichen" Dialogen gespickt, vorzugsweise wenn Party bei Roberto zu Hause ist.
Eine interessante Komponente ist auch, das bei einem Opfer versucht wird, das letzte Bild auf der Netzhaut zu rekonstruieren, um den Täter zu entlarven (im Film gibt es die Theorie, dass sich das letzte Bild eines Toten, für einige Stunden, auf die Netzhaut "einbrennt"). Dieser Hinweis ist dann auch die Tierkomponente des Films.
Als Fazit bleibt somit:
Ein solider Argento Giallo, der mit einer sehr guten Kameraarbeit überzeugt, Ansätze für Argentos typische Kunst-Morde enthält und einige solide Darsteller hat. Negativ sind diverse Logiklöcher, ein nicht ganz passender Soundtrack und der wiederholt eingestreute Humor. Die Spannung ist auf einem guten Niveau, wenn auch nicht ganz so grandios, wie in anderen Werken des Regisseurs.
Dafür enthält der Film schon fast alle Komponenten von Argento. Der Täter handelt auf Grund eines einschneidenden Erlebnisses aus der Vergangenheit. Der Zuschauer bewegt sich bis fast zum Schluss im Dunkeln, und natürlich die Suspensemomente, die Morde und die klasse Kamera. Solider Abschluss von Argentos Tier-Giallo-Trilogie.