Review

Das ZAZ-Team war es, das im Jahre 1980 mit "Airplane!" eine Blödel-Welle startete, die bis heute nicht aufzuhören scheint. Klamauk ist in, aber Klamauk ist bekanntlich nicht gleich Klamauk. Denn während man sich über einige Vertreter des Genres nur so scheckig lachen kann (z. Bsp. über solch geniale Brüller wie "Die nackte Kanone" oder "Der Schuh des Manitu"), kommt man beim Größtenteil meist nicht über ein paar Schmunzler hinaus, da das richtige Timing und die Qualität der Witze eine Kunst für sich ist. Und diese Kunst zu verstehen bedeutet vor allem Talent und Arbeit. An reingestreckter Arbeit mangelt es "Soul Plane" nun sicher nicht, doch das Talent, kann man in diesem, hier und da als schwarze Version des ZAZ-Klassikers beworbenen, Film lange suchen.

Denn "Soul Plane" ist leider eine ungemein humorlose Klamotte geworden, die kaum funktioniert. Allenfalls die Grundlage der Geschichte kann man hier vielleicht noch als "nett" bezeichnen. Denn es geht um einen jungen schwarzen Mann, der seine eigene "schwarze" Luftlinie aufmacht, als ihm ein Gericht 100 Millionen Dollar Schadensersatz zuspricht, weil ihm bei einem Flug mit einer "weißen" Airline der Hund verstorben ist. Das Motto seiner Linie heißt: "Abheben, Feiern, Landen" und diesen Slogan setzt er auch in die Tat um. Dumm nur, dass sich auf den Flug noch so manch skurrile Typen verirrt haben, wie z. Bsp. eine 4-köpfige weiße Familie, sowie ein völlig bekiffter Pilot mit Flugangst. Der Chaos-Flug ist vorprogrammiert... doch der Spaß bleibt leider auf der Strecke. Denn das nette Grundgerüst kann leider nicht über eine ungemein große Schwachstelle hinwegtrösten, die für eine Komödie den Todesstoß bedeutet: Die Witze.

Ja, die Jokes in diesem Streifen sind leider alles andere als lustig. Wie zu erwarten war, werden natürlich so gut wie alle schwarzen Klischees verwurstet und das leider nicht auf eine lustige- , sondern eher eine nervige und extrem abgegriffene Art und Weise. Natürlich wird an Bord viel gekifft, natürlich wird an Bord viel geflucht (in kaum einem Film dieser Art dürften die Worte "Nigger" und "Schlampe" wohl öfters gefallen sein) und natürlich wird all das gemacht, was die Klischees über unsere schwarzen Mitbürger aussagen möchten. Doch leider werden diese Klischees nur selten überspitzt, sondern meist wird darin regelrecht gebadet. Und das dürfte wohl nicht nur den hellhäutigen Zuschauern irgendwann auf die Nerven gehen, obwohl wir natürlich auch auf die gleiche Weise unser Fett abkriegen. Zumal auch einige müde Sexjokes, allerhand Scheiss- und Furzwitze, sowie vieles mehr mit an Bord ist, was in diese Richtung schlägt.

In Sachen Inszenierung geht das Ganze dafür soweit in Ordnung. Vor allem die Kulisse ist mitunter fabelhaft ausgefallen und ich muss zugeben, dass ich in so einem Flugzeug auch gerne mal ein paar Stündchen verweilen würde. Dazu ein recht ausgefeilter Soundtrack, der natürlich hauptsächlich mit "schwarzer Mucke" aufwartet, dabei aber trotzdem viel gute Laune verbreiten könnte, wenn der Filminhalt halt nicht so öde geworden wäre.

Dagegen sind die Darsteller wieder einmal richtig mies. Hauptdarsteller Kevin Hart wirkt in seiner Rolle z. Bsp. einfach nur affig und Snoop Dogg macht als bekiffter Pilot auch keine sonderlich gute Figur. Dazu noch viele andere dunkelhäutige Stars, die man aber teilweise kaum kennt (zumindest als Nicht-Amerikaner) und allesamt auch nicht wirklich überzeugen können. Am allerschlimmsten erweisen sich allerdings die vier weißen Passagiere an Bord (darunter u.a. Arielle Kebbel und Missi Pyle), vor allem der Darsteller des Sohnemanns (Ryan Pinkston) geht einem wirklich tierisch auf den Zeiger. Schade!

Fazit: Ein ganz lauer Versuch, den ZAZ-Klassiker "Die unglaubliche Reise..." als "schwarze Version" im ähnlichen Stil abzuliefern. Bis auf das ganz nette Storygerüst, funktioniert hier leider so gut wie gar nichts. Vor allem die Witze sind lau, abgegriffen und voller Klischees, die aber nicht auf die Spitze getrieben werden, sondern eher wie eine stetige Dauerbelästigung wirken. Nur die verdammt gute Kulissenauswahl, sowie der fetzige Soundtrack machen da noch was her, ansonsten ist dieser Flug eigentlich für niemanden wirklich empfehlenswert, egal welche Hautfarbe man auch hat.

Wertung: 3/10 Punkte

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