Frank Castle ist Undercover Agent beim FBI. Bei seinem letzten Einsatz kommt es zu einem folgenschweren Unfall: Der Sohn von Gangsterboss Howard Saint wird erschossen. Dieser sinnt auf Rache und stellt einen Killertrupp zusammen, der nicht nur Castle, sondern auch dessen komplette Familie auslöschen soll. Der Anschlag gelingt jedoch nur teilweise. Während Frank mit ansehen muß, wie seine gesamten Angehörigen niedergemetzelt werden, überlebt er schwerverletzt. Wieder genesen hat er nur einen Gedanken: Rache. Als „Punisher“ macht er nun Jagd auf Saint und seine Männer.
Ziemlich heftig, was uns Regisseur Jonathan Hensleigh mit der Marvel – Adaption „The Punisher“ präsentiert. Die Gewaltdarstellung ist dermaßen explizit und fast völlig frei von selbstironischen Untertönen, daß Schwierigkeiten mit der FSK kaum verwundern. An sich wäre das kein Problem, es bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack. Im Prinzip bietet „The Punisher“ nämlich keine Identifikationsfigur. Frank Castle ist völlig zerrissen und findet einzig und allein Gefallen am Töten, kann sich jedoch in der menschlichen Gesellschaft überhaupt nicht zurechtfinden. Die Frage, ob Gegengewalt eine Lösung darstellt, wird hier klar bejaht, kritische Untertöne ertrinken im Kunstblut. Somit ist „The Punisher“ eindeutig gewaltverherrlichend, das Töten wird geradezu zelebriert. Dies ist im Prinzip umso gefährlicher, als daß diese Botschaft perfekt inszeniert wurde. Die Actionszenen sind toll photographiert, choreographiert und geschnitten. Die Story, obwohl recht einfach gestrickt und teilweise ein wenig unmotiviert, vermag von Beginn an zu fesseln, wenn auch Parallelen zum wesentlich besseren „The Crow“ unübersehbar sind. Das rasante Erzähltempo des Films trägt dazu bei, daß niemals Langeweile aufkommt.
Die Schauspieler sind allesamt gut besetzt, wobei vor allem John Travolta als Howard Saint einen positiven Eindruck hinterlässt. Aber auch Thomas Jane, bekannt aus „Deep Blue Sea“, spielt den „Punisher“ recht überzeugend. Am Ende schwankt er jedoch leicht zwischen der Darstellung innerer Zerrissenheit auf der einen und der Selbstinszenierung als Held auf der anderen Seite.
Auch die Musik passt sich dem Film perfekt an. Besonders das Hauptthema hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Insgesamt ist „The Punisher“ also ein eher zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist er ein toller, wenn auch hirnloser Actionfilm, der bestens zu unterhalten vermag. Auf der anderen Seite jedoch ist er gewaltverherrlichend in einem nicht akzeptablen Sinn. Welche Seite letztendlich überwiegt, muß jeder für sich entscheiden. Wenn man mit ein Bisschen Abstand an den Film herangeht wird man sicher nicht enttäuscht werden. Wegen der Gewaltverherrlichung gibt es aber trotzdem nur
4/10 Punkte