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Der Punisher hielt nun kürzlich Einzug in die Realfilmwelt und die deutsche DVD-Landschaft des neuen Jahrtausends. - Zeit sich seiner anzunehmen. Und diese neue Adaption des Marvelkults ist nicht einmal schlecht gelungen. Die Story hält sich weitestgehend an die Vorlage. Der beinharte Cop und Agent Frank Castle tritt, nachdem seine Familie von Gangstern aus Rache an ihm getötet wurde, verbittert und haßerfüllt zum Feldzug gegen die Unterwelt an. Und wer Castle kennt, der weiß, dass das nicht unblutig abgehen kann. Und damit wären wir auch schon beim ersten Pluspunkt des Filmes. Im Gegensatz zu zahllosen anderen Filmen der Neuzeit (die der political correctness und der Angst vor der Indizierung oder hohen Altersfreigaben die uns mit den Achtziger-Jahre-Actionfilmen so lieb gewordene klassische Blutigkeit opferten) hebt sich der Low-Budget-Streifen des 'Bestrafers' als löbliche und mutige Ausnahme hervor. Da wird der Feind mit siedendem Öl verbrüht, mit einem Auto zu Tode geschleift. oder bekommt flugs per wuchtiger Säge den Schädel gespalten. So kennt und liebt man Actionfilme und ein Verzichten auf solche expliziten Gewaltszenen hätte Frank's neuen Leinwandauftritt mit Sicherheit in eine Farce verwandelt. Von der übereifrigen deutschen Behördenlandschaft aufgrund des voran erwähnten natürlich sofort mit einem SPIO-Kennzeichen gebranntmarkt, bewegt sich der Film jedoch immer noch weit unter dem Bodycount der Achtziger-Actionfilm-Ära, wie z.B. dem gleichnamigem Vorgänger mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle. Und hier kommt nun mein erster Kritikpunkt ins Spiel. Vom Punisher erwartet man entfesselte Gewalt. Die Comicbooks porträtieren in als vor Zorn rasenden Rächer, der mit einem gewaltigen Waffenarsenal die Landschaft mit einem schier nicht endenden Kugelhagel eindeckt. Der Ansatz dieser Neuverfilmung ist gänzlich anders. Hier geht der Punisher äußerst subtil vor, taktiert und entwirft verworrene und undurchsichtige Pläne um seine Gegner gegeneinander auszuspielen. Diese Variante mag durchaus auch ihren Reiz haben, von der Vorlage liegt sie jedoch recht weit ab. Da war die Vorgängerverfilmung noch weit näher am Kern des Originals. Abgesehen von dieser Modifikation am Vorgehen des Hauptcharakters, die nicht unbedingt zum Schlechten ausgeht und lediglich anders ist, kann man den Film durchaus empfehlen. Der Hauptdarsteller ist gut gewählt und auch die Nebenrollen sind passend besetzt. Die Story ist stimmig und brutale Actionsequenzen, die für diesen Stoff Pflichtprogramm sind, fehlen ebenfalls nicht. Für jeden Action- und/oder Marvelfan ist der Punisher definitiv eine Empfehlung wert.

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