Review

Originell mag "The Punisher" zwar nicht sein, doch gemeinsam mit "Walking Tall" und "Mann unter Feuer" belebt er das gute alte Hau-drauf-Kino der 80er Jahre wieder. Für mich persönlich gehört dieser Streifen zu den besten Action-Filmen von 2004.

Der Familie zuliebe kündigt Agent Frank Castle (Tom Jane) seinen gefährlichen Job beim FBI. Ausgerechnet sein letzter Einsatz geht gründlich schief: Während einer Undercover-Ermittlung kommt der Sohn von Unterweltboss Howard Saint (John Travolta) ums Leben. Der und seine Frau Livia (Laura Harring) rächen sich auf brutalste Weise. Beim Familientreffen der Castles in Puerto Rico metzeln Saints Killer Franks gesamte Familie inklusive Frau und Sohn nieder - er selbst kann schwer verletzt entkommen. Wieder genesen, startet Frank seine raffinierten Vergeltungsschläge...

Tom Jane (Deep Blue Sea) erinnert hier optisch an Christopher Lambert (Highlander). Zudem sieht man auch, dass sich das Training gelohnt hat. Doch auch in Sachen Schauspielerei zeigt Jane eine solide Leistung. John Travolta (Broken Arrow) tut mal wieder das, was er am besten kann: Den Schurken spielen. Mag er hier nicht so toll agieren wie einst in "Face/Off", so nimmt man ihm den Unterweltboss jedoch locker ab. Will Patton (Armageddon) hat sich einen neuen Look verpassen lassen und läuft als Saitns rechte Hand durchs Bild, was er nicht schlecht macht. Rebecca Romijn ((jetzt wieder ohne Stamos), Rollerball) dient lediglich als weiblicher Aufmunterer für Frank Castle, sieht aber dafür auch gut aus. Das kann man auch von Laura Harring (Mulholland Drive) sagen, die als Saints skrupellose Gattin glänzen kann. In Nebenrollen sind noch Samantha Mathis (Broken Arrow) und Roy Scheider (Der Weiße Hai) als Franks Frau und Vater zu sehen. Ein wenig stören tun hingegen Ben Foster (Ran an die Braut) und John Pinette (Simon Sez) als Franks Nachbarn, auch wenn sie einem nicht zu sehr auf den Geist gehen.

"The Punisher" basiert auf einem Marvel-Comic und verfügt im Gegensatz zu Spiderman, den X-Men und Daredevil über keinerlei Superkräfte, sondern bekämpft seine Gegner mit den gleichen Waffen wie Rambo und der Terminator. Etwas unlogisch erscheint einem dennoch die Tatsache, dass blaue Flecken und anderweitige Verletzungen bei Frank innerhalb von wenigen Minuten verheilen. Also scheint er doch über so was wie Superheilungskräfte zu verfügen. Mit der Action hält sich der Film bis auf das Familienmassaker, zwei Zweikämpfen und dem Showdown erstaunlicherweise zurück. Dennoch verfügt "The Punisher" über einige Brutalitäten. Hier braucht man nur die Piercing-Folterung an Ben Foster zu erwähnen. Franks Kampf mit dem Russen ist zwar auch knallhart geraten, wurde aber mit irgendeiner Nudelwerbung-Mucke unterlegt, was dem Kampf einen komödiantischen Touch verleiht. Das Familienmassaker ist hingegen nicht allzu brutal geraten, da dort die meisten Menschen im Off sterben. Das Finale selber ist recht kurz geworden, kann aber mit guten Shoot-Outs und einigen harten Szenen bestechen. Hier rammt Frank einem Killer den Dolch durch die Gurgel und den Gaumen bis ins Gehirn. Gute Old-School-Action in bester "City Cobra"- und "Mad Max"-Manier also.

Der Film ist das gelungene Regie-Debüt Jonathan Hensleigh, der u.a. die Drehbücher zu "Stirb langsam: Jetzt erst recht!" und "Armageddon" schrieb, und daher was von gut inszenierter Action versteht. Teilweise spannend ist auch die Story gemacht worden. So begnügt sich Frank nicht einfach damit, Howard Saint einfach zu töten, sondern beginnt seinen Feldzug erst mit kleineren Aktionen, um schließlich dem Saint-Imperium den K.O.-Schlag zu verpassen. Dabei stachelt er Howard sogar gegen seinen Gehilfen Quentin und seine Frau Livia auf. Fatalerweise ermordet Howard dann beide, obwohl sie ihm gegenüber unschuldig waren. Den Film hat man dann allerdings nicht mit harter Rock-Mucke untermalt, sondern man hat ein an "The Rock - Fels der Entscheidung" erinnerndes Gedudel benutzt, was aber auch einigermaßen zum Streifen passt. Eine Sex- bzw. erotische Liebesszene zwischen Tom Jane und Rebecca Romjin enthält man dem Zuschauer hingegen vor.

Man darf demnach auf weitere Action-Filme nach guter alter Schule gespannt sein. Denn nach den mit CGI-Effekten überladenen und größtenteils story- sowie spannungsarmen "Matrix"-Fortsetzungen sind solche Filme eine richtige Wohltat.

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