The Punisher (9/10)
Vorsicht: Spoiler!
The Punisher ist, anders als sein Vorgängerfilm mit Dolph Lundgren, gelungen, sieht man einmal von überzogener Gewaltdarstellung ab. Den netten Juristen der JK sei Dank sehen wir diesen unterhaltsamen Film ohne Schnitte.
Trotzdem kommen einige Fragen auf. Da ist zum Beispiel die Szene, in der Frank Castle von der Bande am Pier fertig gemacht wird. Warum er nur ein Paar Mal angeschossen wird, und dann ins Wasser geworfen wird, ist ein Rätsel, dient aber natürlich dem Film: knallharte Rache.
Die Gewalt ist schon comic-haft dargestellt. So ist der Kampf mit dem Russen fast schon komödiantisch verzerrt wiedergegeben, das ganze Haus wird beinahe zerlegt..
Trotzdem wird dem verrohten Seher einiges geboten: Hand mit Messer ins Bein gebohrt, Messer in Unterkiefer durchstochen, Pfeile in Hals und Brust. Das waren aber schon die härtesten Effekte, denn Punisher lebt, anders als der gleichnahmige Film mit Lundgren, nicht nur von Gewaltexzessen, sondern zeigt auch eine Art Antihelden. Die Zerissenheit, die Sinnlosigkeit des Strafens ertränkt Frank Castle im Alkohol, und andauernd ist eine Whiskeyflasche zu sehen, die der Held sich zu Gemüte führt.
Prima auch die Rechtfertigung unseres Antiheldens, auf einen Rachefeldzug der besonderen Art zu gehen: wenn das Gesetz keine Lösung bietet, muss man, um es nicht ad absurdum zu führen, seine Pfade verlassen und außerhalb des Rechts agieren. Denn das ist keine Rache, sondern Bestrafung. Eine Prima Rechtfertigung der Selbstjustiz, aber dank der JK erleben wir alles ohne die übliche FSK-Zensur.
Trotzdem ist The Punisher nicht so schmutzig wie die Lundgren-Fassung, und kommt auch ein gewisses Flair auf, dank der Hausbewohner, die Frank Castle hat.
Alles in allem ein unterhaltsamer Film mit einigen schönen Gewaltszenen zur Katharsis. The Punisher 2 soll 2006 rauskommen, mal sehen ob das Niveau des ersten Teils gehalten werden kann: Gewalt mit einem zwinkernden Auge.
Sehenswert