Review

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, wenn sich ein Regisseur in unserer heutigen Filmwelt, in der die Meisten aus Profitgründen eine eindeutig-klare Linie völlig vernachlässigen, auf alte Tugenden besinnt und sozusagen „Back to the Roots“ geht. So verfilmte Jonathan Hensleigh den Comic „The Punisher“, würzte ihn mit einer großen Portion Erbarmungslosigkeit, fügte knallharte Action hinzu und komponierte so einen Rachefilm der alten Schule, für den Filme wie „Dirty Harry“ wohl Pate standen. Doch Moment, dies ist nicht der erste Versuch den „Bestrafer“ auf die Leinwand zu bringen, schon 1988 versuchte Mark Goldblatt mit Goldlöckchen Dolph Lundgren in der Rolle des Frank Castle, den Comicheften gerecht zu werden, scheiterte aber kläglich, denn heraus kam nur ein 80er Jahre Actionfilm vom Fließband. Doch ich weiche ab, also ohne große Umschweife zum neuen „Punisher“:



Die Story:

Bei einem Einsatz des FBI wird der Sohn des einflußreichen Unterweltboßes Howard Saint (John Travolta) getötet. An dem Einsatz beteiligt: Frank Castle (Tom Jane), kurzerhand läßt Saint diesen und seine gesamte Familie ermorden, doch Castle überlebt den blutigen Anschlag. Nun nur noch von einem Ziel getrieben, will Castle Rache für seine Geliebten und hat es bald mit einer Hand voll Killern und dem gesamten Syndikat von Saint zu tun. Doch Castle hat ein paar äußerst raffinierte Asse im Ärmel...

Die Story ist so genial wie sie altbacken ist: Bis auf die Tatsache, daß es heutzutage keine reinen Rächerfilme mehr zu sehen gibt, sollte man hier nichts Neues erwarten. Viele Dinge sind für Kenner schon von vornherein hervorzusehen und so gibt es (fast) keine Überraschungen zu entdecken. Trotzdem kann eine solche Thematik den geneigten Kinogänger sicher noch an die Sessel fesseln.




Fazit:

„The Punisher“ wird durch seine gnadenlose Härte, dem äußerst gelungenen Score und seinem unglaublich fiesen Showdown zu einem Erlebnis, daß man lange Zeit nicht vergißt. Sind es sonst Helden mit unmenschlichen Fähigkeiten, macht hier die Tatsache, daß dieser „Held“ aus Fleisch und Blut besteht, den Reiz aus, so kann man sich mit ihm identifizieren, was man aber nicht unbedingt sollte. Travolta, der sich seit „Face/Off“ die Rolle von Gut und Böse aussuchen kann, muß zwar durch üble „Taten“ statt seiner darstellerischen Leistungen glänzen, kann aber endlich in so einer Rolle überzeugen. Anzumerken sei noch, daß der Film mit vielen Zitaten gespickt ist („The Untouchables“) und auch einige Motive des Westerns aufweist.

Jonathan Hensleigh ist am Ende ein abgerundeter, wortkarger Debutfilm gelungen, welcher uns in alten Filmerrinnerungen der 70er und 80er schwelgen läßt und dessen Soundtrack durch seine eingängige Titelmelodie mehr als gefallen kann.

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