Remakes sind momentan im Trend, genauso wie immer wieder verfilmte Comicvorlagen. In diesem Beispiel bringt uns Hollywood beide Punkte zusammen, hier also das Comicremake eines eher schlechten Films, welches dazumal mit dem völlig untalentierten Dolph Lundgren auskommen musste. Haben es Travolta und Jane besser gemacht? Ich war jedenfalls gespannt...
Frank Castle (gespielt von Thomas Jane – Thursday) hat endlich seinen letzen Einsatz als Undercover-Agent erfolgreich abgeschlossen, Fiesta bei Frau und Kind mit Anhang ist angesagt. Leider wurde bei der erwähnten Mission der Sohn eines grossen Gangsterbosses getötet – der gemeine Howard Saint (John Travolta – Pulp Fiction) schwört Rache. Er schickt seine bis auf die Zähne bewaffneten Handlanger nach Puerto Rico, wo Frank Castle nichtswissend mit seiner ganzen Familie feiert.
Es macht Bum, es macht Bang, der ganze Castle-Familienbaum ist ausgerottet. Einiger Überlebender: Frank natürlich. Nun schwört dieser Rache, das Spiel wird umgedreht. Saint findet dies natürlich nicht übermässig witzig, er versucht seinerseits den armen Frank zur Strecke zu bringen. Eins plus eins, wer wird gewinnen?
Die Story hört sich banal an? Ist sie auch. Tatsächlich lebt dieser Film nicht von seiner Handlung, zu durchsichtig und eintönig ist sie. Vielmehr wird hier das Hauptaugenmerk auf die Action gelegt: Es kracht eigentlich andauernd. Abgekühlt wird die hitzige Stimmung durch teilweise relativ witzige Dialoge. Vielmehr ist aber nicht.
Die Schauspielerei ist kaum zu bemängeln, Thomas Jane hat bei Thursday schon überzeugt, Travolta in etlichen anderen Rollen. Die weiteren Charaktere sind kaum erwähnenswert, sie sind mehr Mittel zum Zweck (ein paar müssen immer dran glauben).
Was gibt’s da noch zu erzählen? Naja, eigentlich nix, da ist wirklich nicht mehr. Leider kann ich euch den Vergleich zu den Comics nicht bieten – ich kenne sie nicht. Die Machart des Films ist an sich recht solide, dürfte aber bei dieser Geradlinigkeit nicht besonders schwer gewesen sein.
Ich weiss wirklich nicht, was ich euch hier noch erzählen könnte! Der Film hat einfach zuwenig Inhalt. Deshalb komm ich doch am besten direkt zum Fazit, welches, wie ihr euch denken könnt, nicht allzu gut ausfällt.
The Punisher ist ein Actionfilm, wie er im Buche steht, wie wir ihn schon 100'000 Mal gesehen haben, wie sie Alle immer sind. Da ist nix neues dabei, nix innovatives, nix wirklich spannendes, nix tief bewegendes. Klar, unterhaltsam ist dieser Spass allemal. Schlecht ist er nicht! Aber eben auch nicht wirklich gut. Ich glaube es bringt auch nichts den Machern irgend einen Vorwurf zu machen, aus diesem Material ist wohl nicht mehr herauszuholen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Hätte ich gewusst, was mich hier erwartet, ich hätte verzichtet.
Ich kam, sah, und vergass einen sehr durchschnittlichen Actionstreifen.
5/10