"Ci vis pacem, para bellum - wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor."
Bei den Ermittlungen von FBI-Agent Thomas Jane kommt der Sohn des Unterweltbosses John Travolta ums Leben. Dieser will den Tod seines Sohnes rächen und lässt Janes gesamte Familie töten, Jane selbst kann jedoch überleben und sinnt auf Rache. Als "Punisher" will er nun alle töten, die seine Familie liquidierten.
Für ein Budget von 33 Dollar verfilmte Regisseur Jonathan Hensleigh diesen Streifen, der an das Action-Kino der 60er anknüpfen sollte. Nachdem er bereits das Drehbuch für "Stirb langsam -Jetzt erst recht" schrieb und "Con Air" produzierte, ist dies seine erste Regiearbeit, die im Kino und vor allem auf DVD relativ erfolgreich war.
Die Story ist aber nicht sonderlich gut. Die Handlung ist alles in allem doch sehr schlicht gehalten, wobei gerade die Einfachheit bei vielen Kult-Action-Filmen auffällig ist. Die Charaktere haben überhaupt keine Tiefe und sind nach dem Klischee konstruiert. Travolta ist der absolut erbarmungslose Killer und Jane ist natürlich der fürsorgliche Vater, dessen Selbstjustiz nicht verurteilt wird. Die Selbstjustiz wird sogar beschönigt, aber beispielsweise in "Kill Bill" hat dies auch niemanden gestört. Die Wendungen sind natürlich total vorhersehbar und alle Dialoge laufen darauf hinaus, dass irgendjemand irgendjemanden erschießt und auch die Sprüche, die wohl cool wirken sollen bewegen sich auf Grundschulniveau. Viel kann man von der Handlung wirklich nicht erwarten, sie legt aber den Grundstein zu einem ordentlichen, spannenden, wenn auch primitiven Action-Streifen.
"Ich habe dich dazu gebracht, dass du deinen besten Freund tötest. Ich habe dich dazu gebracht, dass du deine Frau tötest. Und jetzt habe ich
dich getötet."
Der Film läuft relativ schnell an und spätestens nach dem Tod von Janes Familie entwickelt er einen ordentlichen Unterhaltungswert. Die Action-Sequenzen sind gut und auch die Kampf-Szenen können sich gut sehen lassen, sodass der Film nie langweilig wird. Zum Ende hin, wenn Jane endgültig zum Amokläufer wird, entwickelt der Film sogar Spannung und die finale Schießerei beendet den Film ordentlich. Alles in allem ist er überaus unterhaltsam. Dennoch wäre zu bemerken, dass manche Szenen dann doch zu gewaltverherrlichend und sadistisch sind.
Die Filmmusik ist sehr geschickt gewählt. Vor allem die Unterlegung der Action-Szenen ist gut, besonders die Unterlegung einer längern Kampfszene durch italienische Opernmusik ( La Paloma von Beniamino Gigli) und die parallele Einblendung von Janes tatenlosen Freunden ist wirklich hervorragend. Die Ausstattung und die Kulisse sind sehr modern. Bild und Ton sind hervorragend, Regisseur Hensleigh leistet wirklich gute Arbeit.
"In gewißen Extremsituationen ist das Gesetz unzulänglich. Um Unzulänglichkeiten zu bestrafen ist es notwendig außerhalb des Gesetzes
zu handeln. Es geht um ausgleichende Gerechtigkeit. Das ist keine
Vergeltung, Rache ist kein akzeptables Motiv, Rache ist nur eine
emotionale Reaktion. Nein, nicht Rache...Bestrafung."
Thomas Jane spielt die Hauptrolle des brutalen Punisher ordentlich, wirkt aber stellenweise ein wenig zu hart und stellt die Trauer um seine tote Familie kaum dar. John Travolta spielt nach "Pulp fiction" und "Password: Swordfish" erneut den gemeinen Gangster. Es ist ja bekannt, dass er so ziemlich jede Rolle annimmt, doch dies ist eine seiner wenigen Guten. Er ist eiskalt und erbamungslos. Will Patton spielt die Rolle des Killers ebenfalls eiskalt. Das Zusammenspiel von Travolta und Patton als Gangster-Duo ist wirklich sehenswert. Rebecca Romijn ist ebenfalls sehr gut, genauso, wie die übrigen Nebendarsteller.
Regisseur Jonathan Heinsleigh leistet wirklich gute Arbeit und, obwohl dies sein erster Film ist, gelingt ihm die Umsetzung überaus solide. Gut, ein wirklich erfahrener Regisseur hätte das Ende, bei dem der Punisher über den explodierenden Parkplatz geht vielleicht noch ein wenig besser unterlegt, oder die wirklich wichtigen Dialoge (Oder besser, die nicht ganz so belanglosen Dialoge) besser unterstrichen, aber im großen und ganzen kann er mit seinem Debüt zufrieden sein.
"Wenn du alle umbringst, was dann? Was unterscheidet dich noch von denen?";„Die haben etwas zu verlieren.“
Fazit:
Der Film ist wirklich ordentlich, auch wenn seine Story nicht sonderlich gut ist. Der Unterhaltungswert ist die ganze Zeit über hoch, sodass man den Film als Unterhaltung für zwischendurch durchaus weiterempfehlen kann. Man sollte sich jedoch nicht an der sadistischen Gewalt und vor allem an der Gewaltverherrlichung stören.