Der ehemalige Agent Frank Castle plant nach seinem letzten Auftrag mit seiner Familie nach London zu ziehen. Vorher aber geht er miti hr auf ein Familienfest in Puerto Rico, wo schon bald die Männer eines Gangsterbosses auftauchen, dessen Sohn wiederrum bei Franks letzten Einsatz getötet wurde. Ihr Ziel ist es die gesamte Familie von Frank auszulöschen - und das erfolgt auch problemlos. Einzig Frank bleibt durch Glück am Leben, und hat nach einer gewissen Auskurier-Phase nurnoch ein Ziel: die "Bestrafung" derer, die ihm das angetan haben. Als "Punisher" beginnt er also einen Kampf gegen die Verbrecher.
Ich muss zugeben, dass mir die neue Verfilmung noch besser gefällt als die mit Dolph Lundgren. Zwar setzt man hier eindeutig weniger auf Action als in jenem anderen Streifen, dafür geht es hier aber auch spannender zur Sache. Die Vorgeschichte mit Franks Familie und deren Tod wird schnell abgehandelt, nicht zu lang und nicht zu kurz, passend für so einen Film. Die darauffolgenden Szenen, insbesondere das Leben in seinem neuen Appartmenthaus mitsamt seinen drei Nachbarn ist besonders schön gestaltet. Sowohl ein paar lustige Einlagen (der Liebhaber der Frau; der Kampf gegen den Russen) als auch düstere (der "Besuch" von Saint's Männer und den Piercings) Szenen bringen hierbei einen schönen Mix, die Alkoholsucht die Frank aufbaut um sich den Kummer wegzutrinken ist auch besonders gut dargestellt. Die Art und Weise wie er Schritt für Schritt den Gangsterboss Saint in den finaziellen Ruin und auch (gegen Ende) seine ganze Psyche angreift ist erstaunlich kreativ und irgendwo auch mitreißend (damit meine ich eher den psychischen Part - man stelle sich das mal an sich selbst vor). Die Musik ist schön gewählt und passt auch gut zu den einzelnen Szenen, die Gnadenlosigkeit der Gangster wird in den Tötungsszenen gut deutlich, man sieht sofort wie gleichgültig ihnen das ein oder andere Menschenleben ist - und so steigt auch das Verständnis für Frank's Zustand und seinen Wunsch all diesen Leuten zu zeigen was sie ihm angetan haben. Ob das nun gut und schlecht ist, ist wohl fraglich, da man (wenn mans weit genug spinnt) auch Gewaltverherrlichung ins Spiel bringen kann. ich für meinen Teil hielt es aber für schön gemacht. Die Schauspieler waren ebenfalls klasse, Travolta hätte vielleicht einen Tick fieser sein können (kann aber ja auch an der deutschen Synchro gelegen haben), aber alles in allem war ich auch hiermit zufrieden. Längen hat der Film zum Glück keine, so dass man ihn auch aufgrund des Spaßfaktors auch mehrmals gucken kann.
Dem Film 10 Punkte zu geben wäre angesichts der nicht ganz so tollen Leistung von Travolta aber zu großzügig, deswegen gebe ich dem Film mal 9.
9/10 - schade das "Step Up" erst in den Credits richtig zur Geltung kam *grumbl*