Wollen doch mal sehen, ob Marc Fehse, einstiger Wegbegleiter des ewigen Amateurfilmers Andreas Bethmann, im Verlauf der Jahre etwas gelernt hat…
Doch ja, visuell ist das schon mal ganz ordentlich.
Sein „Killerbus“ gehört zu den optisch eher ansprechenden Beiträgen aus der Amateurriege.
Und die Story? – Ganz mau: Zwei Gauner wollen einen Rivalen ausschalten, der sie mal abgezockt hat. Dafür benötigen sie einen dritten Mann, genannt „Smutje“ und die Hilfe einer Nutte, die den Bodyguard des Widersachers um den Finger wickelt.
Dann geht die große Ballerei los und kurz darauf ist der Streifen (mit etwa 35 Minuten Laufzeit) bereits beendet.
Aber dieser kurze Beitrag kann sich sehen lassen, denn Fehse hat handwerklich ordentliche Arbeit geleistet, wenn auch die doofe Story zu wünschen übrig lässt.
Extravagante Kostüme, extra angefertigte Fahrzeuge und extraordinäre, nicht wirklich schöne Hip-Hop-Songs bestimmen zunächst den Verlauf von “Killerbus“.
Da kommen die drei Tunichtgute in ein Hotel und werden von einem Latex-Schwuli und einem Schmierbauch empfangen, - Skurrilitäten am laufenden Band folgen.
Kurz darauf treffen die Drei in einer Table-Dance-Bar ein: Also etwas nackte Haut und ein herrliches Klischee: Eine Bardame, bei der der russische Akzent mit dem rollenden „R“ fast zur kommenden Morgenlatte des Zuschauers führt.
Beim Table-Dance werden 2-D-Animationen eingebunden, die offensichtlich per Photoshop entwickelt wurden. Schön billige Farbkollagen, mit Blümchen fein, umranden halbnackte Tänzerinnen, aber es kommt noch heftiger.
Der abgelenkte Bodyguard sieht aus wie He-Man, trägt eine wunderschöne Heino-Fön-Frisur und lispelt. Er darf die engagierte Nutte piepmatzen (glücklicherweise kein Hardcore, wie Bethmann ihn hier eingebunden hätte) und anschließend die Gangster verfolgen und damit kommt eine weitere visuelle Spielart hinzu. Denn bei der finalen Verfolgungsjagd wurde das Szenario in bester Racing-Game Umgebung gestaltet, schön mit allen notwendigen Anzeigen von Fahrtgeschwindigkeit bis zur Schadensanzeige.
Also, so übel ist dieses kleine Filmchen von Marc Fehse gar nicht, da er stylische Bilder, manchmal sogar mit Fast-Forward, bringt und mit frischen Ideen überzeugt. Die Darsteller performen sogar souverän und mit deren Synchro konnte man immerhin so sympathische Stimmen wie die von Andreas Fröhlich (Edward Norton) und Tobias Meister (Brad Pitt) gewinnen.
Einziges Manko ist eben diese dämliche und viel zu simple Story, die zudem kaum blutige Szenen hervorbringt, wie man sie bei einem Bethmann-Gefährten eigentlich erwarten würde, etwas mehr brachiale Gewalt hätte sich in so manch groteske Szene gut eingefügt.
Nun denn, wir zählen ein paar coole Gangster, Kamera und Schnitt im Einklang und eine unausgereifte Geschichte, die zumindest nicht strauchelt und am Ende einen wagen Sinn ergibt.
Ein kleiner, aber durchaus unterhaltsamer Beitrag von Fehse, der auch einige Lacher erzeugen kann und will.
5 von 10 Punkten