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Die Jagd nach gestohlenen Diamanten ist das Grundmotiv dieses 1975 entstandenen W.I.P.-Exploiters von Trash-Großmeister Jess Franco. Die Hauptrolle in Frauengefängnis 3 übernahm wie so oft seine Lebensgefährtin Lina Romay - und wie so oft zeichnet sich auch diese Trash-Gurke durch einfachstes Setting, Alibi-Schauspieler und massenhaft Logiklöcher aus...

Der Film startet mit einem Hafen-Rundblick und setzt den Zuseher per Voiceover ins Bild: In einem amerikanischen Hafen wurde eine Millionärs-Dschunke(!) von drei Maskierten überfallen... eine Dschunke, nicht etwa eine Yacht, wohlgemerkt. Die 3 Maskierten, deren Fluchtwagen genau bei der Anlegestelle steht, flüchten mit diesem zum nahegelegenen Strand, den sie weiterhin maskiert und mit den Waffen in der Hand stürmen (wozu??). Dort erschiesst einer dann die beiden anderen. Schnitt. In irgendeiner leeren Gaststätte, die als "Nachtclub Flamingo" ausgewiesen wird, erwartet Shirley (Lina Romay) diesen Dritten, der ihr eine leere Schatulle als Resultat des Überfalls präsentiert. Ohne weitere Erklärung wird dieser daraufhin von ihr erschossen, bevor sie die Polizei ruft und den Mord am Telefon gesteht: "Ich wollte ihn nur ein bißchen erschrecken, und auf einmal ist der Schuss losgegangen." Boing! Da sind noch nicht einmal 5 Film-Minuten vergangen und man ist schon wieder mitten drin in einer äußerst billig konstruierten Franco-Trash-Gurke...

In der Folge geht es dann logischerweise um das Gefängnis, in das Shirley für den Mord geworfen wurde. Dank mehrfachen Erklärungen des Voiceover erfährt man freundlicherweise, was Franco darstellen möchte, was sich nicht selten von dem, was er darzustellen vermochte, deutlich unterscheidet...

Im Gefängnis, das wieder sehr nach Internat o.ä. mit großem Innenhof aussieht, begrüßt der Direktor seine neuen Häftlinge (ohne Handschellen, dafür mit verspiegelter Sonnenbrille etc.) in seiner innerhalb des Gefängnis gelegenen Villa noch persönlich - wobei man als Zuseher von den vielen Sinneseindrücken schlicht überfordert ist: des Direktors merkwürdig geschnittener Bart, der eher in König Artus´ Tafelrunde passt oder doch die erlesene Scheußlichkeit des Tapetenmusters in den barock anmutenden Räumlichkeiten. Das anschließende Verhör von Lina aka Shirley offenbart dann wieder alle zu einem ordentlichen Jess-Franco-Film gehörenden Tugenden: Den Textzeilen in keinster Weise entsprechende Gestik und Mimik, die sich nahtlos den Kulissen dieses "amerikanischen" Gefängnis´ in einem sehr südeuropäisch anmutenden Küstenort anpasst. Meister Franco hat dann wie üblich auch noch einen unbedeutenden Auftritt (diesmal in hellblauem Sakko und dicker Hornbrille, wie bekannt sehr statisch agierend), bekannter und auf dem Cover der großen Hartbox von Simpel Movie stark hervorgehoben ist dann jedoch die Folterszene, in der der Direktor der nackten Shirley zur Erlangung diverser Informationen Stromstösse in den Unterleib verabreichen läßt - was sich übrigens wesentlich dramatischer anhört als es abgefilmt wurde (ihre gekünstelten Schmerzensschreie inkl. Mimik sind schlicht zum totlachen), auch die eingestreuten Lesbenszenen der erstaunlich wenigen Gefängnis-Insassinnen sind von äußerst harmloser Natur - die Optik von Shirleys Mitgefangenen ist, nebenbei erwähnt, eher abtörnend. Am Ende tauchen die Diamanten übrigens wieder auf und der erwartete Plot wird (zur Sicherheit) wieder vom Voiceover erklärt...

Wer bei diesem Trash-Schinken bis zum Ende durchhält, mag sich nach den knapp 77 Minuten fragen, was er da eigentlich alles an bedeutungslosen Nebensächlichkeiten gesehen hat, aber diese Frage bleibt nach dem soundsovielten Franco-Filmchen auch weiterhin eher rhetorischer Natur. 2 Punkte, weil Lina Romay noch die hübscheste von allen Damen im Frauengefängnis 3 ist und ihr schauspielerisches Unvermögen und Nicht-Talent für so manchen Schmunzler sorgen...

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