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Es wäre vielleicht die Zusammenarbeit des italienischen Horrorfilms geworden. Lucio Fulci und Dario Argento planten ihren ersten Film zusammen. Leider verstarb Fulci kurz vor Drehbeginn, so dass zum ersten Mal Sergio Stivaletti auf dem Regiestuhl Platz nahm.


In ihrer Kindheit wurde Sonja Zeuge, wie ihre Eltern von einem komischen Wesen mit einer Metallhand nahezu abgeschlachtet wurden. Jahre später hat sie dieses Trauma immer noch nicht überwunden, nimmt aber einen Job im Wachsfigurenkabinett von Boris Volkoff an.
Volkoffs Wachsfiguren wirken wie echt, doch sein Geheimnis behält Volkoff für sich.
In der Zwischenzeit scheint der Killer mit der Eisenhand zurück zu sein. Mit Hilfe des Reporters Andrea will Sonja herausfinden, wer und was dieses Wesen ist und ihr Trauma bezwingen. Die Spur führt zu Volkoff...


Was wäre dies für eine Kombination geworden. Lucio Fulci, anerkannter Splatterregisseur im Zusammenspiel mit dem Giallokönig Dario Argento. Während den Fans des italienischen Kinos nur so das Wasser im munde zusammenlief, meinte es das Schicksal nicht gut. Lucio fulci starb an den Folgen seiner schweren Diabetes und so schien der Film geplatzt. Schließlich besetzte man den Regiestuhl mit dem unerfahrenen Sergio Stivaletti, den man bis dato nur kannte wegen seiner meistens sehr guten und blutigen F/X im italienischen Horrorkino. So entstand ein Film unter dem Produzenten Dario Argento, dem Drehbuch von Lucio Fulci und der Regie von Stivaletti. Ich bin mir sicher, wäre Fulci noch der Regisseur gewesen, dem Fan wäre ein Schmankerl von Horrorfilm geboten worden.

So entstand ein Film, der die italienischen Fans zufrieden stellen wird, der Großteil aber wird in „Wax Mask“ verschenktes Potential sehen. Dabei stimmt so einiges im Film. Es kommt der typische italienische Flair auf, stimmige Gänge, tolle Wachsfiguren und bekannte leicht bekleidete Frauen, auch dies ein Markenzeichen des italienischen Horrorfilms. Für das männliche Auge wird immer ein wenig geboten.
Stivaletti hinter der Kamera. Dann wird es wohl gut abgehen? Weit gefehlt. „Was Mask“ ist über weite Strecken ein ruhiger, sich langsam entwickelnder Film mit nur wenigen blutigen Höhepunkten. Diese sind dann allerdings alles andere als harmlos und perfekt (für eben italienische Verhältnisse) in Szene gesetzt. Wenn in Rückblende der Killer mit der Metallhand Sonjas Eltern umbringt, bleibt wahrlich kein Auge (Blut-) trocken.

Woran krankt „Wax Mask“? zunächst bietet der film keine Spannung, da selbst jeder noch so unbegabte Krimifan hier sofort weiß, wer das Monster ist. Auch ist die Inszenierung von Stivaletti schon fast zu langsam und begnügt sich mit Details, die kaum jemanden interessieren. Zwar werden die Opfer recht nett ausgesucht, doch teilweise, gerade zu Begin, endlose Bordellszenen ermüden schon ein wenig. Natürlich läuft es darauf hin, dass auch die gutaussehende blonde Prostituierte irgendwann ein Opfer des Killers wird.
Auch die Beziehung von Sonja mit dem Journalisten Andrea bringt den Film kaum weiter und liefert nur ein Alibi, weitere Frauenbrüste zu zeigen und Volkoff, der ein besonderes Verhältnis zu Sonja zu haben scheint, in Rage zu bringen.
Und schon in „Was Mask“ deutet sich etwas an, was nun zum Leidwesen Einzug in den Horrorfilmen genommen hat. Billige CGI-Effekte, die einfach nicht in diesen sonst recht hübschen film passen. Wenn Gebäude nicht wirklich brennen und einfach nur Computerflammen darüber gelegt werden, sieht dies einfach nur lächerlich aus. Auch das Ende von „Wax Mask“ kann nicht überzeugen und sieht so aus, als hätte man hier von einem gewissen James Cameron Film geklaut. So bleibt ein film mit viel Potential, der aber nicht wirklich punkten kann. Schade.


Fazit: „Wax Mask“ hätte ein bedeutender Film der mittlerweile sterbenden italienischen Horrorreihe werden können. Doch leider lies es das Schicksal nicht zu, dass es eine Zusammenarbeit von Fulci und Argento gab. So setze man einen FX-Künstler auf den Regiestuhl, der das Projekt nicht wirklich gegen die Wand fuhr, es aber hätte deutlich besser werden können. Eine recht langatmige Inszenierung, zu wenig Effekte und eine Story, die wirklich nicht überzeugt. So bleibt „Wax Mask“ ein Film für nur eine Zielgruppe, nämlich die, die sich auch sonst alles anschauen, was der italienische Horrormarkt so hergibt. So bleibt „Wax Mask“ ein Durchschnittsfilm mit einigen positiven Elementen, aber nicht zu übersehenden storytechnischen Schwächen.

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