Review

Inhalt:

Irgendwo in China..., wohl in den 20er oder 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Chu Chi Chung (Meng Yuen-Man) ist ein junger Mann, der fasziniert ist von den Techniken des KungFu..., und der diese Kampfform vollendet erlernen will. 
Bei seinem Großvater (Cheung Sum) stößt dies jedoch auf Unverständnis..., Chu soll lieber die Klassiker der chinesischen Literatur studieren.
Als Chu´s Bruder, der sich ebenfalls für KungFu interessiert, stirbt..., beschließt Chu, seinen Großvater zu verlassen..., um einen Meister des KungFu zu finden, der ihn ausbildet.

In einem Gasthof wird ein junges Mädchen bedrängt, und Chu hilft ihr. Der Chef des Lokals, ein Nudelsuppen-Koch (Peter Chan), ist ein ausgezeichneter KungFu-Kämpfer, und steht Chu in diesem Kampf bei.
Der Koch wird Chu´s erster Lehrer in KungFu..., und durch das Teigkneten für die Nudeln, stärkt Chu seine Finger und Handgelenke. Durch das langdauernde MahJong-Spiel am Tisch ohne Stuhl in fast hockender Haltung, stärkt Chu zudem seine Beine und Kniegelenke.

Pah Su Lang (Wilson Tong)  ist ein skrupelloser und brutaler Killer, der auch seine 8 Dolche für sein blutiges Handwerk einsetzt. Er stellt den Nudel-Koch zum Duell..., und Chu´s erster Meister wird bei diesem Kampf getötet...!
Doch Chu ist schon auf seinem Weg..., einen neuen Meister zu finden.
Als ihm 2 Stick-Fighter auflauern, kommt es zum Kampf..., und wieder findet Chu Beistand... in einem Mann (Alan Chui), der ein hervorragender KungFu-Kämpfer ist. Er wird Chu´s zweiter Lehrer, und es steht ein hartes Ausbildungsprogramm an.

Auch dieser Lehrer wird zum Opfer von Pah Su Lang, und wird brutal getötet.
Chu indes..., begegnet einer jungen Dame, Fong (Lily Li), die eine exzellente KungFu-Fighterin ist. Sie wird Chu´s dritte Ausbilderin, ein fast etwas skurriles Training nimmt seinen Lauf... -auch am Spinnrad, am Stick-Set und beim Wäschetrocknen-, es geht um die Technik der "Soft Fist"..., und Chu Chi Chung wird immer besser...!

Doch auch Fong wird von Pah Su Lang zum Kampf gestellt, und nach verzweifelter Gegenwehr schwer verletzt. Die Sterbende kann Chu noch mitteilen, dass er weiter KungFu trainieren soll, nur die Technik des "Catch the Beggar" kann gegen Pah Su Lang etwas ausrichten.

Als seine Freundin Ah Lin (Chen Yu-Wei) ihm mitteilt, dass sie schwanger ist..., und auch noch sein Großvater von Pah Su Lang ermordet wird..., ist für Chu endlich der Zeitpunkt da, Rache zu nehmen.
Es kommt zwischen Pah und Su zum mit verbissener Brutalität geführten, blutigen Duell auf Leben oder Tod......


Fazit:

Im Jahre 1980 drehten die Regisseure Cheung Sum und Wilson Tong für das Label Alex Gouw´s, "Goldig Films" hier im Verbund mit "Honest Films" in Hongkong..., diesen kernigen KungFu-Actioner..., der zum Klassiker des Eastern-Genres wurde.

Es entstand in einfachen Kulissen, zumeist Outdoor -einer dieser Wiesen-Eastern- ein ansprechender KungFu-Film, in diesem wird eine oft etwas konstruiert scheinende, einfache Storyline um einen jungen Mann erzählt, der durch 3 Sifus -eine(r) davon weiblich- also quasi in 3 Phasen eine Ausbildung in KungFu durchläuft, um dann blutige Rache am Mörder seiner 3 Lehrer zu nehmen.

Das ist stringent und fast schnörkellos von der Regie umgesetzt, nur mit wenig -nicht so passendem- Witz angereichert..., doch ein letztendlich ernster, zum Ende hin blutiger KungFu-Actioner.., mit knackigen, intensiven und technisch hochklassigen Fights..., ein echter KungFu-Hit, ein klasse Eastern!
Die Ausbildung eines jungen Kämpfers..., und die KungFu-Action stehen hier im Zentrum..., viele Fights durchziehen diesen Eastern, die Fights sind technisch ausgereift, reines, klassisches KungFu, immer wieder neue Moves, das sind Super-Fights, der Eastern-Fan ist bei "Daggers 8" in seinem Element.

Vor allem die Kämpfe mit Wilson Tong, einem echten KungFu-Experten, sind visuell ansprechende Action, seine Fights gegen Peter Chan, Alan Chui, dann gegen Lily Li... und schließlich ein langes Super-Finale gegen Meng Yuen-Man, sind Duelle auf hohem Niveau..., die Kampf-Choreographie beeindruckt in diesem Eastern, der mit zu den Top-Produkten dieses Genres gehört.

Dass dieser Eastern wohl nie deutsche Kinos und Videotheken erreichte, verwundert schon. Denn es ist ein geiler KungFu-Film, mit innovativen, abwechslungsreichen Trainingssequenzen, und starken, dynamischen, intensiven KungFu-Fights, rassigen Duellen auf Leben oder Tod.
Meng Yuen-Man ist der Held dieser Geschichte, gleichwohl er nicht wie ein Held aussieht. Leicht pummelig und gedrungen, doch ein optimistisch wirkender, junger Mann.., der stetig sein KungFu fleißig verbessert..., dabei von Sifu zu Sifu vagabundierend.
Er hat das Glück, drei willigen Lehrern zu begegnen, und die unterschiedlichsten Techniken studieren zu können. 
Das macht das Training und somit den Film als solchen für den Betrachter abwechslungsreich, und die ganze Atmosphäre des Streifens verdichtet sich dadurch derart, dass es den Zuseher immer mehr fesselt. Das ist schon bemerkenswert gemacht, und lässt sich schwer umschreiben.

Vor allem die Sequenzen mit Lily Li konnten bestechen, sie lehrt ihren Schüler die "Soft Fist", da erinnerte manches an "Kara" Hui Ying-Hung und Lau Kar Fei (aka Gordon Liu) in "Clan of the White Lotus" (siehe mein Review auf dieser website), einem Training in einer ´weiblichen´ KungFu-Form, wo Spinnrad, Stick-Set und Wäschetrocknen in die Ausbildung integriert werden. Durch raffiniert-schnellem Schnitt und durchdachter Kameraführung sind denn diese Sequenzen zudem visuell klasse umgesetzt.

Doch das Beste sind die KungFu-Duelle, hier konnte Top-Choreograph Wilson Tong einmal mehr Maßstäbe setzen, und "Daggers 8" gehört nicht umsonst zu den Top40 der besten Old-School-Eastern auf ranker.com außerhalb des Bruce Lee- und Shaw-Kosmos.

Meng Yuen-Man steht von den Darstellern hier im Zentrum, wirkt wenig heldenhaft wie schon erwähnt..., das macht es besonders, und man steht als Zuschauer recht schnell auf der Seite des quirlig-gewitzten jungen Mannes.
Peter Chan ist als Sifu eher kumpelhaft..., Alan Chui ("Das Todescamp der Shaolin"..., hier forderte Chui niemand geringeren als John Liu zum finalen Duell) nimmt den Helden härter ran, und Lily Li hat als weiblicher Sifu hier -ernst und hochkonzentriert wirkend- eine besondere Aura. Zudem stand die Shaw-Actrice hier im Zenit ihrer Attraktivität..., keine Frage.

Ist Lily Li hier der heimliche Star? Oder eher der Villain..., Wilson Tong?
Der verströmt denn mit diesem Irrsinn und eiskalte Brutalität ausstrahlenden Blick eine maßlos skrupellose, bösartige Aura. Zudem fightet er einen unvergleichlichen, technisch hochstehenden KungFu-Stil..., und sorgt hier als Choreograph für die ansprechende Fight-Optik.

Mankos sind natürlich die hier hinkonstruiert wirkende Storyline in der sich die Sifu-Begegnungen des Helden so zurecht laufen, und einige unmotivierte, komödiale Einlagen -wohl dem Baujahr geschuldet, als KungFu-Komödien ´in´ waren-.

Zu den starken Streifen des KungFu-Genres gibt es merkwürdiger Weise nicht so viel zu sagen. Deutsche Eastern-Fans entdecken mit "Daggers 8" eine bis dahin kaum bekannte Perle, einen insgesamt sehenswerten, unterhaltsamen KungFu-Actioner.

9/10.

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