Inhalt:
Shanghai 1919. Die Engländer haben sich in der Stadt breit gemacht, haben de facto das Sagen, und die Behörden, insbesondere die örtliche Polizei, agiert nach deren Wünschen und Vorstellungen.
Der Engländer Phillips (Glen Thomson) vermisst seinen Hund, und wendet sich an die örtliche Polizei-Behörde.
Zunächst wird der geistig schwerstbehinderte Kao Chung (Chan Lau) beschuldigt, inhaftiert und schwer misshandelt.
Dann wird der unbedarfte Che (Pak Sha-Lik) unter fadenscheinigen Versprechungen dazu überredet, die Tat -den Hund gestohlen und getötet zu haben- zu gestehen..., und auch er wird inhaftiert und später in der Haft brutal ermordet.
Für diese illegalen Methoden und Willkür verantwortlich, ist der korrupte Polizei-Chef Chu (Hwang Jang Lee), dessen Schergen Chen (Chu Tit-Wo) und Sun Yeh (Chiang Tao) ebenfalls vor nichts zurückschrecken.
Insbesondere eine Familie leidet unter dieser polizeilichen Willkür, und deren Oberhaupt (Lau Hok-Nin) gerät immer mehr unter Druck, offenbar soll sogar die Tochter ("Candy" Wen Xue-Erh) zur Prostitution gezwungen werden.
Doch ein Mann bietet Chu und seinen Männern erbitterten Widerstand..., der exzellente KungFu-Fighter Lin Chang (Phillip Ko Fei)!
Es kommt zu etlichen Kämpfen..., Chu hat einen Killer (Tony Liu aka Lu Chun-Ku) engagiert, doch dieser verliert den Kampf gegen Lin Chang, und es kommt zum brutalen Duell zwischen Lin Chang und Sun Yeh, der Polizist wird nach überaus hartem Kampf von Lin Chang getötet.
Nunmehr spitzt sich die Lage zu..., auch das Familien-Oberhaupt wird verhaftet und kommt später zu Tode.
Das Maß ist endgültig voll..., und Lin Chang findet im KungFu-Kämpfer Shao Li (Nick Cheung Lik), der Tochter sowie einer anderen jungen Dame (Lee Kuk-Wah) aus dieser Familie weiteren Beistand.
Gemeinsam stürmen sie die Polizei-Station..., und es kommt zum Zweikampf zwischen Shao Li und Chen..., sowie zum mit äußerster Härte geführten, alles entscheidenden Duell zwischen Lin Chang und Polizei-Chef Chu.
Ein blutiger Kampf auf Leben oder Tod...!
Fazit:
Wow, ziemlich stark!
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Ein geistig schwer behinderter Mann, wird von Heranwachsenden gemobbt, sie spielen mit ihm Blindekuh, und die Jugendlichen machen sich einen fast grausamen Spaß mit diesem Mann. Eine hysterische Dame und ein ungelenker Europäer kommen hinzu, und machen den armen Behinderten, der rumhampelt und wirr rumstottert, zur Schnecke.
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Was so fast unerträglich im Overacting, ja bescheuert wirkend rüberkommend diesen Streifen eröffnet, lässt den Betrachter kaum ahnen, dass ihn dann ein dramatischer Streifen und vor allem herausragender KungFu-Actioner im weiteren Verlauf erwartet...!
Im Jahre 1980 drehte Regisseur Tony Liu (aka Lu Chun-Ku) diesen wie erwähnt eingangs hanebüchen wirkenden Eastern, der sich dann aber zu einem dramatischen, die Polizei-Willkür jener Jahre im englisch dominierten Shanghai anprangernden Film entwickelt, und zu einem knallharten Klasse-KungFu-Actioner.
In hell-klaren Bildern gehalten, in einer zunächst nüchternen Atmosphäre eines B-Eastern, wird "Tiger over Wall" zu einem sehr starken KungFu-Hit, verdichtet sich eine immer intensiver werdende Handlung zu einem spannenden Drama, und dann rocken fetzend-furiose KungFu-Duelle diesen Eastern zum eisenharten, blutigen Super-Actioner in das Nervensystem des Zuschauers.
Die Storyline verdichtet sich, der Spannungsbogen steigt an, doch ist die Geschichte einfach, und das KungFu, die klasse Fights, sind das Beste und Wichtigste in diesem Eastern.
Die Darstellungen sind soweit solide und bemüht, alle geben alles.
Phillip Ko Fei ist sowas wie der Held in diesem Streifen, und er, ein Haudegen des Eastern-Films, doch oft Villain und im Schatten anderer Granden des KungFu-Genres, bietet hier eine seiner besten, wenn nicht seine beste Leistung ever. Verbissen arbeitet sich Phil in diesen Film, in seine Rolle und die furiose KungFu-Action.
Hwang Jang Lee ist sein Haupt-Gegner..., er bringt wieder seine diabolisch-böse Aura hier mit ein, und er ist natürlich vor allem als überragender Kampf-Künstler gefragt, seine High-Kicks und sein berühmter Dreifach-Kick-Sprung... dürfen hier nicht fehlen.
Seine Schergen in diesem Actioner sind ebenfalls erstklassige Fighter..., Chu Tit-Wo und Chiang Tao tragen in starken Duell-Fights gegen Phillip Ko und Nick Cheung Lik die Action prägend mit. Mann..., das sind Super-Fights!
Die 3 Villains stehen auch für die korrupte Polizei-Behörde, sind letztlich Verräter, die für Fremde (Engländer) die Drecksarbeit machen.
Nick Cheung Lik in einer die Handlung betreffend kleineren Rolle, fightet aber überaus agil kräftig mit.
Chan Lau spielt den geistig extrem Behinderten nicht ohne Overacting, was den Streifen anfangs schwach wirken lässt. Doch er sowie Pak Sha-Lik -dem übel mitgespielt wird- und Lau Hok-Nin sind die der Polizei-Willkür und -Gewalt ausgesetzten Charaktere, die die Dramatik des Handlungsgeschehens voran bringen.
Die beiden jungen Damen, Shaw Brothers-Darstellerin "Candy" Wen Xue-Erh und die niedliche Lee Kuk-Wah, sie sind tapfer und schlagen sich wacker, gehen aber natürlich in diesem maskulin geprägten Drama und Actioner auch etwas unter.
Das Wichtigste und Beste..., ist die richtig starke, knallharte KungFu-Fight-Action.
Klasse choreographierte, dynamisch-rasante, technisch starke und visuell eindrucksvolle KungFu-Fights, von herausragenden Kampfkünstlern wie Phillip Ko Fei, Nick Cheung Lik und vor allem Hwang Jang Lee... katapultieren "Tiger over Wall" in die erste Eastern-Liga was die Action angeht.
Der fast 10-minütige Endkampf..., Hwang Jang Lee vs. Phillip Ko gehört mit zu den besten finalen Duellen in der Eastern-Historie, da lehne ich mich mal als einer, der weit über 1.000 Produktionen dieses Genres sah, aus dem Fenster.
Alleine wegen der Fights, der knallharten KungFu-Action, diesen Duellen vor allem in der zweiten Hälfte dieses Eastern, lohnt sich dieser Streifen.
"Tiger over Wall"..., anfangs befremdlich verschreckend..., entwickelt sich zum Top-Fight-Actioner für die eingefleischten Eastern-Fans, zum knallharten KungFu-Film für Kenner.
8/10.