Review

Siebziger-Italo-Schmand vom Feinsten (oder Übelsten, je nach dem) wird uns hier vorgesetzt. Telly, der alte Grieche, mimt dabei einen garstigen Auftragskiller - das wird auch relativ schnell im Handlungsverlauf ambach.
Hauptperson und mit unserem Teddy-Telly auf verdornten Wegen verknotet, ist eine kesse Schönheit, natürlich Schauspielerin, welche erstmal noch nicht weiß, daß sie an Amnesie leidet. Das kriegt sie dann recht fix raus. Es geht nämlich um Mord, Intrigen und Sex. Und möglichst viel Rauchen und Alk Saufen vor der Kamera.
Eben diese Kamera bediente meines Wissens nach übrigens Joe D'Amato himself, und so werden auch einige schöne Bilder eingefangen. Was zum Teil natürlich daran liegen könnte, daß der Film in den Niederlanden gedreht wurde. Und sonst? Continuity fällt mal wieder komplett aus dem italienischen Wortschatz, ebenso stringente Dramaturgie und Spannung. Aber das ist ja auch kein Schoko-Ei. Dabei bleibt zu erwähnen, daß auch in der gekürzten deutschen Fassung noch die ein oder andere maue Strecke zu überstehen ist... tja, warum Handeln, wenn man auch Reden kann, you know.
Telly ist wie gewohnt 'ne coole Sau (hat aber zu wenig screentime), der Rest holt des öfteren die ganz dicken Schuhbeläge raus. In Verbindung mit der 70er-Mode und den teilweise brutal-bekackten Dialogen, fällt es dem Filmfreund da nicht immer leicht, die Pferde im Zaum zu halten.
Die gerade genannten Dialoge sind es in der deutschen Synchro auch, die dem Pferd die Sporen geben. Da wird's halt mal trashig, jo mei. Aber auch der Streifen selbst nimmt kein Blatt vors Gehirn. Sehr grantig vor allem die finale Auflösung (plottwist kann man es nicht wirklich nennen).

Nun gut, was sagt uns das? Keine Ahnung. Der Film ist etwas undefinierbar. Er ist kein Giallo (nix geheimer Serien-Schlitzer), kein Krimi (Polizia isse nix) und auch nicht so wirklich Psycho-Thriller (Frau is schon bekloppt, in Wahnsinn treiben isse nix). Blutgehalt ist insgesamt eh bescheiden.
Egal, daß Teil macht einigermaßen Spaß. Das liegt zwar fast nur an der "Zeitenwende" von den 1970ern (naiv & verpeilt) bis ins neue Jahrtausend (abgewichst & klugscheißerisch) und der überambitionierten Mongo-Synchro, aber besser als nüscht.
Zu seiner Entstehungszeit hätte der locker 6 Steine eingefahren, heutzutage eher 4. Da nehm ich dann mal die Mitte: 5/10

MovieMadness

P.s.: Welcher Mann wo und warum auf's Ganze geht, konnte ich bei aller Mühe nicht feststellen... Auch nicht, wer wen durch's Telefon ermorden will (siehe Originaltitel).

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