Review

Golden Kitschriver


Sportfilme mit Tieren in der Hauptrolle - das ist wohl die sicherste Antwort auf die Frage nach einem filmischen Subgenre, in dem es kein einziges Meisterwerk gibt. Wahrscheinlich noch nichtmal einen wirklich guten Film gibt‘s in dieser kindlich-dummen Schublade. „Air Bud“, über einen basketballspielenden Hund, der ein sattes Dutzend an Fortsetzungen und Ablegern nach sich ziehen durfte, ist das beste Beispiel für diese recht sattelfeste These. Ein Film wie billigstes Malen nach Zahlen. Ein süß-stumpfes Schauerwerk des Disneychannels, das niemandem wehtun will, es jedoch dadurch umso mehr tut...

Nicht dass ein falscher Eindruck entsteht: ich liebe Hunde! Und der oder die Golden Retriever, die hier neugierig in die Kamera gucken sind noch mit das Annehmbarste auf diesem vollgesabberten Court. Doch ansonsten kann „Air Bud“ rein gar nichts - vor allem nicht überraschen. Oder fesseln. Oder für den Sport begeistern. Oder die Freundschaft zwischen Junge und Tier glaubhaft rüberbringen. Oder amüsieren. Oder vorstellbar sein. Oder einem etwas Sinnvolles beibringen. Alles Fehlanzeige. Hier sollte das Thema eher „In China essen sie Hunde“ heißen statt „Ein Wauwau wirft Körbe“. In einigen Szenen wirkt es zusätzlich noch nahe an der Tierquälerei, witzig ist hier so gut wie gar nichts, irgendwelche heutige Stars in damals mini sieht man genauso wenig wie echte Basketballer. Keine Gastauftritte, keine Begeisterung, keine Dramatik. Nur Zucker, nur die getretene Kupplung, nur der Leerlauf. Bud ist ein feiner Vierbeiner und Kerl. Aber sein Film ist/war - selbst am durchschnittlichen Kinderfilm bemessen - der Beginn einer ganz schwarzen Phase/Reihe zwischen hirntot und herzlos. Kitschig und charakterlos. Selbst für Disney+ zu mau. Das sagt alles. 

Fazit: für den Nachmittag eines Achtjährigen zum Abschalten von Schule und kindlichen Sorgen wahrscheinlich noch brauchbar und effektiv. Für den Rest aber angenehm wie ein eingerissener Zehnagel. Prototyp-Walmart-Movie. Jeder „Free Willy“, jeder „Hachiko“, jeder „Space Jam“ ist zehnmal besser als dieser zusammengemixte Murks. Unschuldig und unschön. 

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