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Die kleine Mausjunge Feivel reist mit seiner Familie von Osteuropa nach Amerika, weil es dort angeblich keine Katzen gibt. Unterwegs wird er bei einem Unwetter von Bord gespült, überlebt aber in einer Flasche und gelangt, so wie seine Familie, die ihn für tot hält, auch, nach New York. Dort beginnt er die Suche, muss jedoch schnell feststellen, dass Amerika nicht ganz das Paradies ist, das er sich ausgemalt hat und dass es hier sehr wohl Katzen gibt.

"Feivel, der Mauswanderer", dessen Originaltitel "An American Tail" deutlich genauer vorwegnimmt, worum es beim Trickfilm von Don Bluth, der zuvor für Disney tätig war und anschließend "Ein Land vor unserer Zeit" inszenierte, letztlich geht, gehört zu den bekanntesten Trickfilmen überhaupt, der 80er sowieso. Obwohl Bluth den Film unabhängig von Disney in Kooperation mit Spielberg herausbrachte, steckt vielleicht doch ein bisschen zu viel Disney drin.

"Feivel, der Mauswanderer" ist ausgesprochen kindgerecht. Die Figuren sind extrem stark verniedlicht, die Charaktere sehr sympathisch gestrickt, während die Katzen ein klassisches Feindbild nach Schema F sind. Und das gesamte Grundkonzept ist auch in erster Linie darauf ausgelegt, den kleinen Zuschauern zu gefallen, was angesichts des guten visuellen Grundeindrucks, des zügigen Tempos und der Sympathiewerte vermutlich auch so sein wird.

Auch bei den älteren Zuschauern dürfte Bluths Werk nicht weiter anecken. Dafür ist "Feivel, der Mauswanderer" schnell genug erzählt und damit kurzweilig. Bluth streut immer wieder Gags ein, die zwar mitunter ein bisschen zu sehr auf die junge Zielgruppe zugeschnitten sind, aber eine gewisse Amüsanz ist definitiv da und die Geschichte rund um die tapfere, kleine Maus ist letztlich ebenfalls solide genug konstruiert, dass sie nicht harkt.

Sieht man mal vom eigentlichen Plot, Feivels Trip durch New York ab, ist "Feivel, der Mauswanderer" zudem ganz klar als Einwanderermelodram angelegt und spielt als solches recht geschickt mit dem amerikanischen Traum, der immer seltener gelebt wird und natürlich auch mit den Hoffnungen der Einwanderer, deren Vorstellungen von Amerika oftmals arg positiv, fast schon romantisch oder naiv sind. Aber hier greifen dann doch Disney-typische Mechanismen, denn es wird tatsächlich einiges romantisiert und verkitscht, zudem wird noch ein gehöriger Hauch Patriotismus eingebracht und dies trübt den Eindruck dann doch erheblich.

Fazit:
"Feivel, der Mauswanderer" ist ein sympathischer, audiovisuell gut gemachter Trickfilm, der solide Unterhaltung bietet und auch als Einwandererdrama angelegt ist. Letztlich ist das Ganze aber eine Spur zu kindgerecht, glatt und patriotisch.

60%  

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