...und hier der Film, vom dem der hoch dekorierte „Last Samurai“ seine Story abkupferte!
Joseph Zito, damals wie heute berüchtigt für gewisse unseriöse Horrorreißer wie den beschlagnahmten „Freitag der 13. Teil 4“ ließ hier ein prall-derbes Actionfeuerwerk vom Stapel, in dem nahezu alles erlaubt ist! Der studierte schwedische Chemiker Dolph Lundgren (das ist kein Scheiß) schlüpfte in das „Kostüm“ des russischen Speznaz Nikolai, der irgendwo im afrikanischen Busch ein Rebellennest ausheben soll. Nach diversen Actioneinlagen schlägt der Regisseur für seinen Charakterdarsteller aber eher die sanfteren Töne an: nach einem Angriff wird der raue Held von einem Buschmann eingesammelt und vor dem Tod gerettet. Er freundet sich mit dem Volk an und bekommt sogar noch ein Branding von ihnen als Zeichen der Ehrerbietung verpasst. In sich gekehrt, erkennt er, dass die vermeintlichen bösen Rebellen, gegen die er kämpfen sollte, eigentlich die guten sind und schlägt sich auf deren Seite...
...ganz genau. Bevor der ehrenwerte Tom Cruise zusammen mit den Samurai aufs Schlachtfeld stürmte, gab es in den heiß und innig geliebten Achtziger Jahren bereits diese grobe Aciongranate, die man heutzutage bestimmt so nie mehr wieder finden wird und als DVD höchstens in düsteren Ecken und auf Anfrage auftreiben kann, wurde das Schlachtfest doch – wie konnte es auch anders sein – schnell indiziert. Dabei macht diese Bombe doch einfach nur Laune! Wer den ganzen Humbug ernst nimmt, ist selber schuld und soll mit seinem Genörgel gefälligst hingehen, wo der Pfeffer wächst. Die Action und Pyrotechnik des Streifens ist allererste Sahne und der teils unfreiwillige, teils beabsichtigte Humor ist es ebenfalls! Lundgren, den ich irgendwie gar nicht soooo übermäßig muskulös finde wie hier teilweise beschrieben wird, brauch sich keineswegs hinter den erfolgreicheren Helden der Achtziger zu verstecken und gibt hier ruhmreich den russischen Tapfermann. Dann gibt es noch den amerikanischen Reporter für die Dummschwätzer-Quote und den rebellischen Schwarzen für die moralische Umkehrung des Helden, haufenweise unsympathische Bösewichter mit Popelbremsen, fertig ist das perfekte Actionkino für den Partyabend. Ganz nebenbei ist der Streifen gar nicht so hohl wie es ihm meistens nachgesagt wird. Man sollte hier kein anspruchsvolles Psychodrama erwarten, dennoch hält der Film die Norm des klassischen Actionkinos, und alle Zweifler sollten sowieso beim Klang dieses Filmtitels gar nicht erst einschalten. Ist vermutlich auch besser so.
uneingeschränkt zu empfehlen ist die indizierte 18er DVD von MIB, in der zwar nach wie vor eine Szene fehlt, doch ansonsten alles drin ist, was das Herz begehrt.