Harter Actioner aus der Zeit des Kalten Krieges, neben dem selbst „Rambo 3“ intellektuell wirkt.
Dolph Lundgren spielt hier einen russischen Spezialisten mit dem einfallsreichen Namen Nikolai. Er wird nach Afrika gesandt, um dort einen Rebellenführer zu treffen. Dort angekommen nimmt Nikolai als erste Amtshandlung eine Kneipe auseinander, um im Gefängnis zu landen – in einer Zelle mit dem engsten Vertrauten seiner Zielperson. Wer kein Actionfan ist, hat spätestens nach 10 Minuten die Schnauze voll und selbst für die ist der Anfang kein Hochgenuss. Sämtliche Klischees über den bösen Russen werden rausgekramt und Lundgrens Figur ist dermaßen prollig und machohaft, dass es einem auf die Nüsse geht. Aber keine Angst; es wird besser.
Bei einer Interrogation des Vertrauten (natürlich inklusive körperlicher Misshandlung durch den Klassenfeind), klopft Nikolai zwei fiesen Landsleuten erst mal den Wodka aus der Stirnrinde um mit dem Vertrauten und dem amerikanischen Reporter Dewey (M. Emmet Walsh) zu fliehen. Die Flucht bietet dann auch aufwendige Action mit massenhaft Geballer, was den Actionfan versöhnlich stimmt.
Trotz des erschlichenen Vertrauens versagt Nikolai darin, den Rebellenführer zu töten und wird dafür von seinen Leuten eingesperrt. Natürlich kann er fliehen und schwört Rache. Als er dann noch sieht, was die Russen der Zivilbevölkerung antun, da ist der Ofen aus. Nikolai tut das, was jeder heroische Radaubruder in dieser Situation tut: Dem fiesen Klassenfeind ordentlich den Arsch versohlen.
Die Klischeehandlung von „Red Scorpion“ ist eher uninteressant und auch an Spannung mangelt es. Immerhin ist der Film von der Regie-technischen Seite ganz gut geworden, und auch das Afrikaszenario wird für einige schöne Aufnahmen genutzt. Die Masse an Logikfehlern und schlimmsten Klischees sollte man allerdings nicht weiter beachten, wenn man dennoch Spaß an dem Film haben möchte.
Besagter Spaß kommt in erster Linie bei den Actionszenen auf, in denen es heißt klotzen nicht kleckern. Mit reichlich Pyrotechnik und Geballer wird alles verwüstet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Vor allem der reichliche Verschleiß an Material und Munition stimmt Actionfans hier glücklich, auch wenn die Actionszenen an sich keine großen Innovationen bieten.
Dolph Lundgren spielt hier ziemlich bescheiden, denn mehr als dumm aus der Wäsche gucken und eine hässliche Frisur tragen tut er nicht. Etwas routinierter sind die afrikanischen Nebendarsteller und auch Brion James und M. Emmet Walsh sind schauspielerisch noch oberer Durchschnitt.
Hirn aus und Film ab, dann kann man als Actionfan ca. 97 Minuten hirnloses Geballer genießen. Allen anderen ist eher abzuraten.