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In seiner Karriere als Regisseur brachte es Joseph Zito (Die Forke des Todes, Missing in Action) gerade mal auf neun Filme, erfreute da sein Publikum aber stets mit harter und oft reaktionärer Kost. Besonders "Invasion U.S.A." und "Freitag der 13. - Das letzte Kapitel" sind das Aushängeschild von Zito, mit "Red Scorpion" ließ er es 1989 zum letzten Mal richtig krachen, bevor er sich mit zwei mäßigen Beiträgen aus dem Business verabschiedete. Eigentlich wundert es schon fast, dass "Red Scorpion" keine Cannon-Produktion ist, denn er hat alles was die Actionschmeide auszeichnet. Mit 16 Millionen Dollar war das Budget ordentlich bemessen, der Großteil floss in die wahrlich explosiven Actionszenen, Hauptdarsteller Dolph Lundgren (Dark Angel, Showdown in Little Tokyo) konnte sich zuvor mit "The Punisher" einen Namen machen.

Der Speznaz Nikolai Rachenko (Dolph Lundgren) wird mit einer heiklen Mission betraut. Er soll in Afrika den Rebellenführer Ango Sundata (Ruben Nthodi) eliminieren, denn die Russen und Kubaner wollen sich dieses Fleckchen Erde unter den Nagel reißen. So lässt sich Nikolai einbuchten, um mit Kallunda Kintash (Al White) und dem US-Reporter Dewey Ferguson (M. Emmet Walsh) zu fliehen, die Beiden sollen ihn dann zu Sundata führen. Doch Nikolai zweifelt immer mehr an der Mission und scheitert letztendlich. Sein Vorgesetzter General Vortek (T.P. McKenna) lässt Nikolai foltern und will ihn anschließend von den Kubanern liquidieren lassen. Doch Nikolai entkommt und schließt sich den Rebellen an.

Die zwei Lieblingsfeinde der 80er Jahre, nämlich die Vietnamesen und die Russen. Hier kooperieren die Russen mit den Kubanern, um in Afrika die Menschen zu vertreiben. Speznaz Nikolai soll den Kopf der Rebellen ermorden, um sie zu schwächen. Die ganze Chose ist extrem simpel gestrickt, aber von Zito temporeich inszeniert. So erinnert das Ganze auch ein wenig an "Rambo 3", nicht nur wegen der Kulissen oder des großen Kampfhubschraubers, sondern auch wegen der teils peinlichen Dialoge. Auch musste man Lundgren hier eine unpassende deutsche Synchro verpassen. Doch trotz aller Kritik, die vor allem der vorhersehbaren Story gilt, bekommt man hier fetzige 80er Jahre Action geboten. Hier wird geschossen und gebombt bis die Schwarte kracht, für den Zuschauer sind die vielen und bildschirmfüllenden Explosionen eine Augenweide. Daneben die Shootouts mit einem gigantischen Munitionsverbrauch. Jede Menge Vehikel, Wachtürme oder ganze Hallen werden in Grund und Boden geschossen oder gesprengt, hier noch alles in Handarbeit und dementsprechend spektakulär. Die obligatorische Folterung, hier mit Riesennadeln, darf nicht fehlen ebenso wie kleinere Keilereien. Auch die Verfolgungsjagd ziemlich zu Beginn ist ein absoluter Höhepunkt, denn dort werden Militärfahrzeuge in Massen geschrottet.

Auch gelingt es Zito recht atmosphärisch zu inszenieren, zum Beispiel wenn der Hubschrauber nachts die Wüste mit einem Scheinwerfer nach Nikolai absucht und auch die Vernichtungen der Dörfer lassen einem nicht kalt. Hier wird nicht nur mit Schusswaffen oder Bomben gearbeitet, sondern auch mit Giftgas. Jedoch lässt sich "Red Scorpion" sehr viel Zeit, bevor Nikolai die Seiten wechselt. So muss er sich vorher bei den Buschmännern erst das Symbol des Jägers verdienen und dafür lässt man sich zuviel Zeit. Erst in den letzten zehn Minuten darf er seinem neuen Feind dann die Rechnung mit aller Brachialgewalt zukommen lassen. Beim Score hat man ein paar Klänge von "Invasion U.S.A." mit verwurstet. Dolph Lundgren steht die Rolle der gefühllosen Kampfmaschine gut, er manövriert sich mit zwei Gesichtsausdrücken durch das Geschehen, Brion James (Jagd in der grünen Hölle, Und wieder 48 Stunden) als Fiesling bleibt ein wenig auf der Strecke. M. Emmet Walsh (Wild Wild West, 12 Stunden Angst) geht dem Zuschauer als vorlauter Reporter schnell auf die Nerven, doch ansonsten gibt es beim Cast nichts zu meckern.

Ein hirnloser Actionkracher, von Zito sauber in Szene gesetzt. Explosive Action in ordentlichem Maße vorhanden mit einigen Brutalitäten inklusive, sehr gute Sets und ein schon fast reißerischer Score. Zurücklehnen und berießeln lassen, "Red Scorpion" macht auf jeden Fall Laune, bloß nicht ernst nehmen.

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