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Die sowjetische Armee plant einen großen Coup gegen den Revolutionsführer Sundata. Dazu schicken sie aber zuerst einen Spezialisten für Nahkämpfe, den Soldaten Nikolai. Er soll’s richten und die Person liquidieren. Mit einer genialen List und einer spektakulären Flucht vor diversen Militärs gelingt es Nikolai in das Dorf der Rebellen zukommen. Dort befindet sich auch  Sundata, welcher Nikolai sein Vertrauen ausspricht, da er zwei Männern zur Flucht verhalf und ihnen das Leben rettete. Doch Nikolais Job ist noch nicht getan, in der Nacht will er die Aufgabe hinter sich bringen, wird aber doch von Sundata und seinen Rebellen auf frischer Tat ertappt. Er wird nicht getötet, sondern in der Wüste ausgesetzt. Dort fällt er in die Hände von russischen Truppen, die ihn für einen Verräter halten. Nach einer Folterung gelingt ihm die Flucht, und in der Einöde trifft er einen Buschmann, der ihm das Leben rettet. Da erkennt er, daß er auf der Seite der Falschen steht, schließt sich Sundatas Truppen an und kämpft gegen die eigene Armee.

Red Scorpion ist noch eines der Frühwerke des schwedischen Hünen, wie man unschwer an seinem noch faltenfreien Gesicht und dem Steroiden gestähltem Oberkörper erkennen kann. Gewöhnungsbedürtig ist allerdings die ungewohnte und nicht wirklich gelungene deutsche Synchro ebenso wie der mißglückte Irokesenschnitt, der irgendwie nach ungepflegter Schambehaarung aussieht. Um das Kapitel Lundgren gleich mal abzuschließen, seine Schauspielkunst Ende der 80er ist mit ausbaufähig noch wohlwollend formuliert, mimisch geht da kaum etwas, sondern Dolph lebt hier noch von seiner Präsenz allein, aber die Rolle des bösen Russen ist er ja noch aus Rocky IV gewohnt.
Die Story die Red Scorpion zugrunde liegt ist dabei ebenso simpel wie naiv. Überzeugter Kommunist wird auf afrikanische Rebellen gehetzt, läßt sich jedoch von ihren hehren Zielen und friedlicher Lebensart überzeugt und wendet sich nun gegen seine Auftraggeber, ein Plot den wir auch von Men of War kennengelernt haben und mit dem auch Kurt Russell in Soldier, mich zumindest, genervt hat. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt deutlich auf Action und Krawall und soll keine psychologische Studie darstellen, sondern nur ein Mittel zum Zweck um möglichst viel Geballer und Explosionen unterzubringen.
Da wir uns noch in den 80ern befinden darf natürlich auch keines der damaligen gängigen Klischees ausgelassen werden. An den Russen wird kein gutes Haar gelassen, sie meucheln Zivilisten wo sie nur können und schicken ihre Kampfhubschrauber (diese coolen Teile die auch schon in Rambo II dabei waren mit den Raketenauslegern) auf unbewaffnete Dörfer los. Warum allerdings auch kubanische Kräfte mit dabei sind, weiß ich auch nicht, vielleicht wollte Fidel ja auch nur mal eine Kolonie in Afrika haben.
Wer auf rasante Action steht und sich nicht an der weitestgehend hohlen Handlung stört, kann mit Red Scorpion durchaus seinen Spaß haben, wie sich Lundgren als tumbes Testosteronmonster durch die gegnerischen Reihen pflügt, als gäbs beim 10.000sten Toten einen Gratislada als Geschenk. Typischer 80er Actioner
6/10

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