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In nahezu allen Belangen recht durchschnittliche Actionkomödie am Ende eines vollen Jahrzehntes, wie als noch bewilligtes Gnadengeschenk vor dem Abschluss einer gewissen Zeit, ohne sich in bestimmter Darstellbarkeit über Wert und Bedeutung für die Nachkommen zu ermessen. Zu festgesetzt sind bereits die Geschichten und Vorkommnisse, zu beliebig und überflüssig geworden ihre aus Stückwerk aufgebaute Erscheinungswelt, als dass man außer bloßen nützlichen Zeitvertreib noch eine weitere positive Wirkung ableiten kann.

Interesse aufgrund der Besetzung vor und hinter der Kamera erweckend, sicherlich auch durch sein ununterbrochen fortspinnendes Gerede amüsierend und durch so manche Actioneinlagen zufriedenstellend, gestaltet sich die wahlweise auch als Fight to Win, Free Fighter oder Beyond the Law betitelte Newport Produktion als eine Erscheinung, die wenig Vortreffliches und viel Nichtiges festhält. Ohne ausdrücklichen Befehl wird sich scheinbar nicht in die Bemühung um Mehr begeben, zerfasert die erst angekündigte Treibjagd vor allem durch Barry Wongs generisches Skript in eine durchweg handelsübliche humoristische Bindung. In der ohne Vernichtungsgedanken, dafür mit launigen Zufällen ein turbulenter Haushalt aus buddy picture Cops und Gangsterschergen in billigen Anzügen präsentiert wird:

Kleingauner Kent Tong [ Ken Tong ] flüchtet aus dem New Yorher Triadenkrieg in Richtung Hong Kong, hat aber aufgrund der Mitnahme gestohlener Diamanten und einer belastenden Audiokassette die Zunft um Unterweltkönig Mr. Robinson im Schlepptau, und hat sich in der Heimat mit dem ebenfalls hinterlistige Attacken schmiedenden Shikamuka [ Vorzeigejapaner Yasuyoshi Shikamura, besser bekannt als Luk Chuen ] einen falschen Verbündeten gesucht. Mehr durch Zufall und auf jeden Fall auch unfreiwiliig gelangt Tong vor einem konspiratorischen Treffen mit Shikamuaks rechter Hand Keung [ Sin Ho-ying ] durch auffällige Verkleidung aus Dame auf High Heels in den Gewahrsam und die witness protection der beiden Polizisten Ching Shing [ Michael Miu Kiu-wai ] und Tai Kau [ Shing Fui-on ]. Als ihnen der Tunichtgut beizeiten entwischt, schmeissen sich die beim Eastern District HQ, North Point unter Führung von Superintendent Wu [ Wu Fung ] tätigen CID Beamten mithilfe der eingereisten FBI-Fachkraft Cindy [ Cynthia Rothrock ] an Tongs ahnungslose Schwester May [ Suki Kwan ] heran, wobei sie sich nebenberuflich gleich mit deren aufdringlichen Kredithai Man [ Stephen Chang ] herumschlagen müssen. Währenddessen lässt Shikamuka seine Schwester Michiko [ Michiko Nishiwaki ] kommen.

Anfängliche Subversionskraft, obwohl Prämissen und Schlüsse fragwürdig sind, wird dabei nur durch einen damals gewohnten, der proklamierten policital correctness widersprechenden längeren Sketch um Kent Tongs kurzzeitige Verkleidung als Frau zugeschrieben; der mit einem Gag über einen Frauengrabscher im Kaufhaus beginnt, über diverse homoerotische Anwandlungen zwischen den drei Männern im Zeugenschutzprogramm übergeht und schließlich in einer AIDS-Pointe mündet. Verwechslungen treten sowieso viel in Sachen Auslöser des schnellen, billigen, zugegeben vorhersehbaren Scherzens auf, werden tatsächliche Begebenheiten und vermeintliche Andeutungen vermischt und unterschiedliche Wahrnehmungen und ihre fälschlichen Interpretationen zusätzlich addiert. Eine fortgesetzte Spiel und Spott - Nuance fern eigentlicher Identität und Individualität, die Autor Wong aus dem Stegreif beherrscht und genauso und nicht anders in den vergleichbar gehaltenen, zuweilen wie ein Ei dem anderen anpassenden Kollegen um Rosa, Pantyhose Hero, Scheming Wonders oder Lethal Contact anwendet.

Hier wie dort liegt das Augenmerk im geselligen Spielraum auch nicht hauptsächlich, sondern eher ergänzend auf der Action, wird die Zeit bis zum Showdown mit allerlei Kinkerlitzchen, den Missverständnissen und einem schlichten Hinauszögern gefüllt. Wahllos vorgeworfenes Material, in der zugunsten des klaren Bildes aller unsinnigen Irrtümer nur wenig bis gar keine bedrohlichen Situationen integriert sind. So taucht zwar die westliche Visagenparade bestehend aus Mark Houghton, Wayne Archer, John Ladalski und Ken Goodman schon ganz früh in der Geschichte mit dem MacGuffin auf, gelangen aber dafür umso später zu feindlicher Autorität, und werden auch sonst die Akzente nicht gerade spendabel gesetzt. Ab und zu eine kurze Prügelei, in der dann immerhin das Choreographenteam aus Douglas Kung, Ridley Tsui und Regisseur Lau Kar-wing selber den Eindruck unmittelbarer Präsenz erzeugen und gesteigerte Wahrnehmung erreichen kann; sei es durch groben Stil schon in der alles anderen als edlen Optik, rauer Diktion mit tyrannisch-dumpfen Toneffekt und der Darbietung so mancher Stunts, in der man ohne Montagetrick rückwärts durch die Glastür fliegt, oder anderweitig die eh biedere Achtziger Jahre - Einrichtung noch weiter verunstaltet. Zu einem neuen Genussleben wird man mit dieser zahlenmäßig eingeschränkten, auch im Auftritt recht reduzierten, wenn auch dann burschikos formulierten Mischung aus Barschlägerei und Hinterhofgemenge nicht erweckt, erst das Nacheinander aus dem Stoßfeuer der Maschinenpistolen und der nunmehr beflissenen Handkanten im Fünf-Minuten-Showdown sorgt für ein gnadenvolles Recht auf Destruktion.

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