Review
von Carbusters
Signs and Wonders: Ein Wunder, wie viel Verpackung an so wenig Substanz kleben bleiben kann!
S & W: Ein prätentiös und bedeutungsschwanger hochstyltes Nichts.
Personen bleiben fremd hinter bizarren, scheinbar symbolischen Bildern und konfuser Montage. Ja, die Bilder, und davon möglichst viele, verursachten einen Riesenaufwand. Da schienen Personen, oder gar Charaktere wohl eher zu stören.
Also stolpern sie meist nur ziel- und ausdruckslos durch die Gegend; besonders die Männer faszinieren durch ständiges debiles Grinsen (Andreas), das wahrscheinlich geheimnisvoll-überheblich-wissend wirken soll, oder durch beispiellose Abwesenheit von Ausdruck (Alec). Doch halt, gelegentlich wirkte er auch mal verwirrt oder psychotisch grinsend.
Oder, Moment mal: Kam sein unheimlicher Eindruck nur durch den bedrohlich wabernden (d.h. nervtötenden) Soundtrack zu Stande, der ständig einen Agententhriller heraufzubeschwören suchte? Definitiv: Dieser heißbegehrte Liebhaber, ständig zwischen zwei Frauen, ist eigentlich ein Fall für die Anstalt. Liebhaber wohl nur, weil so vom Drehbuch vorgeschrieben.
Nicht nur, daß die Personen fremd, unerklärt, egal, WURSCHT bleiben; auch die an Handlung erinnernden Elemente bleiben unklar – und unerklärt. Was haben sie in der Handlung zu suchen? Warum die Explosionen und Attentate mit Glasscherben? Als Zuschauer rät man beständig, was diese Elemente sollen. (Zum Raten ist leider viel zu viel Zeit, in der die Personen,wie erwähnt, haltlos durch die Gegend torkeln, rennen und irren. - Man kann aber auch im Bildsuchlauf vorspulen.) Warum springt der Eine in den Abgrund? Warum verhext ihn die minderjährige Tochter? Was will Alec?
Vielleicht vermögen aufgeschlossenere Betrachter die Symbolik zu erkennen; oder haben Spaß am Drauflos-Interpretieren, -Schwadronieren, -Raten. Wir spulten lieber vor. Und waren froh, als endlich Schluß war.