Nach knallharten Krachern wie " City Cobra und Rambo 1-3 " versuchte Sylvester Stallone mit " Lock up " etwas von seinem Actionimage Abstand zu nehmen. Aber man mag ihn nunmal wegen seiner Actionfigur, obwohl er hier ziemlich feinfühlig spielt, wird er von diesem Image nie wegkommen. Regie führt John Flynn, welcher schon mit dem Rachestreifen " Der Mann mit der Stahlkralle " auf sich aufmerksam gemacht hatte. Ein gutes Budget war auch vorhanden um die ganzen Stars einzukaufen die man brauchte. Produziert wurde der Streifen von Lawrence Gordon und seinem kleinen Bruder Charles Gordon. Das Drehbuch schrieb der damals noch sehr unbekannte Autor Richard Smith.
Inhalt:
Frank Leone ist ein Musterhäftling im Knast und hat nur noch kurze Zeit abzusitzen. Doch eines Nachts wird er ohne Grund in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt. Dort regiert der sadistische Gefängniswärter Warden Drumgoole. Dieser will sich an Frank rächen, weil er ihm einen Beförderungsstop eingebrockt hat. Von nun an wird Frank gequält, gefoltert und der Alltag wird ihm zur Hölle gemacht. Aber er findet auch Freunde und bringt die Zeit einigermaßen gut herum, bis er erfährt dass seine Verlobte vergewaltigt werden soll. Frank will ausbrechen, aber genau da drauf wartet Drumgoole.
Mal ein etwas anderer Knastfilm, wo es nicht nur um die Action geht, sondern auch um Freundschaften und Moral. Die Story allgemein ist deshalb sehr solide und kann überzeugen. Frank war damals der einzige Häftling welcher aus Drumgooles Knast fliehen konnte, daher wurde Drumgoole nicht befördert, nun rächt er sich und das ordentlich. Frank wird von fiesen Wärtern misshandelt, geschlagen fast erstickt, lang ins Loch gesteckt und vom Häftlingsboss die ganze Zeit gequält. Dieser probiert erst Frank mit Worten zu provozieren und dann mit Gewalt.
Vor allem das Footballspiel ist da eine tolle Szene. Frank kriegt es dort wirklich übelst ab, steht aber immer wieder auf und lässt sich nicht unterkriegen. Dazu gibt es noch heroische Klänge und schon fühlt man sich in Stallones frühere Kracher versetzt. Aber Frank kann auch Freunde finden und damit seiner Lieblingsbeschäftigung als Mechaniker nachgehen. Doch der Traum wird schnell zerstört als einer seiner Freunde dem fiesen Häftlingsboss Chink zum Opfer fällt, ab dann macht Frank ernst und wehrt sich.
Wer hier ein Actionfeuerwerk erwartet, wird enttäuscht werden, die Action ist zwar hart, aber sparsam gesetzt. Das Meiste an Action besteht aus Keilereien, welche wirklich sehr hart und realistisch von Statten gehen. Stallone spielt hier keinen Superheld und muss kräftig einstecken, bevor er mal austeilen darf. Zum Schluss wird man mit einer ausgiebigen Keilerei belohnt und man ist richtig glücklich dass Frank den Wachen mal ordentlich was auf die Mütze gibt und das auch der fiese Drumgoole von Frank sein Fett wegbekommt.
Der Film ist an sich nicht besonders hart, aber die Gewalt wirkt so realistisch, genauso wie die kalte Gefängnisatmosphäre. Das Gefängnis ist alt, zum Teil schäbig und es ist feucht. Sehr realistisch wure auch bei der Kulisse gearbeitet.
Dazu gibt es noch die perfekt getimten Sounds von Bill Conti. Mittendrin mal ein schicker 80er Jahre Song, viel liebliche Klaviermusik und eine gute Actionmucke. Man merkt gelich in welchem Jahrzehnt dieser Film gedreht worden ist.
Sylvester Stallone spielt hier sehr einfühlsam und glaubwürdig und hat an Mimik wesentlich mehr als nur ein paar böse Blicke zu bieten. Bisher die intensivste Rolle in seiner Filmkarriere.
Auch Donald Sutherland zeigt dass er einfach sehr gut einen richtigen Fiesling spielen kann. Die Rolle des Drumgooles steht ihm einfach und er ist als Bösewicht einfach überzeugender als als Guter.
John Amos als Meissner bigt auch eine sehr gute Figur ab, obwohl er fast nur einen Gesichtsausdruck hat, trotzdem ist er ein kleiner Sympatieträger im Film und man weiss bis zum Schluss nicht genau auf welcher Seite er nun steht.
Sonny Landham als Fiesling Chink muss man auch ein Lob aussprechen, er ist zwar kein Edelmime, aber die fiese Rolle hier hat er bestens drauf und man hasst ihn einfach.
Darlanne Fluegel spielt Franks Geliebte, ist aber nicht sehr oft zu sehen.
Der junge Tom Sizemore ist in einer seiner ersten Rollen zu sehen, spielt hier noch den Komiker und zu viel labernden Kumpel von Frank.
Auch die restlichen Darsteller und vor allem die miesen Wärter wirken sehr überzeugend und glaubwürdig.
Fazit:
Gefängnisactioner der etwas anderen Art. Harte Action in trister und perfekter Kulisse, dazu die passenden Sounds. Klasse Darsteller, die den gesamten Film noch aufwerten. Sly hier in einer seiner schwierigsten Rollen, auch mit weniger Action passt sie super zu ihm. Gibt von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.