Nach einem Gefängnisausbruch wird ein Gefängnis-Direktor, gespielt von Donald Sutherland, nicht befördert und als der entflohene Gefangene, gespielt von Sylvester Stallone zurück ins Gefängnis kommt und eigentlich ganz friedlich seine Zeit absitzen will, macht der Direktor ihm seine Zeit zur Hölle. Stallone versucht sich nicht provozieren zu lassen, doch als einer der Wärter droht, seine Freundin zu vergewaltigen, sieht er rot.
Die Story ist eher durchschnittlich und geht im Vergleich zu anderen Filmen des Genres, wie "Die Verurteilten" oder "Dead Man Walking" gnadenlos unter. Die Charakterkonstruktion ist eher mittelmäßig und sehr klischeehaft, vor allem Gut-Böse-Klischees werden haufenweise verwendet. Die Handlung ist sehr stereotyp und komplett nach den gängigen Mustern des Genres gestrickt, wodurch "Lock Up" leider sehr vorhersehbar ist und leider nicht überraschen kann. Es mangelt leider an Ideen wodurch der Film trotz seiner guten Umsetzung im oberen Mittelmaß verschwindet. "Lock Up" ist leider mal wieder ein typischer Sylvester-Stallone-Film, dessen Handlung mit groben Schwarz-Weiß-Zeichnungen gepickt ist und eigentlich nur dazu dient diverse Action-Szenen einigermaßen sinnvoll miteinander zu verknüpfen.
John Flynn leistet bei seiner zweiten Regie gute Arbeit und inszeniert das schwache Drehbuch technisch sauber und schafft es trotz der hohen Vorhersehbarkeit Spannung aufzubauen, wobei er seine Karriere mit Filmen wie "Deadly Revenge" und "Born to Kill" fortsetzen konnte. Die Kulisse des Horror-Knasts ist überaus düster dargestellt und so in Szene gesetzt, dass der Zuschauer, genauso wie die Hauptfigur hinter jeder Ecke eine Gefahr erwarten muss. Hinzu kommen natürlich noch die überaus klaustrophobisch wirkenden Zellen und die bedrohliche Filmmusik, die kombiniert mit der Kulisse eine gespannte Atmosphäre aufbauen kann. Die Atmosphäre wird von der ersten bis zur letzten Minute aufrechterhalten, wodurch der Film über weite Strecken bestens unterhält und durch das zunehmend schneller werdende Erzähltempo zum Ende hin sogar Spannung aufbauen kann. Es gibt ein paar Action-Szenen, wobei keine von diesen wirklich spektakulär ist, dafür sind die Szenen aber überaus brutal und lassen Stallones Aufenthalt im Gefängnis noch härter wirken. Zum Ende hin versucht der Film neben der Spannung auch noch Dramatik aufzubauen, aber der Versuch scheitert früh. Da es am Ende wenigstens eine unvorhersehbare Wendung gibt, ist der Film knapp über dem Durchschnitt auszusiedeln.
Sylvester Stallone spielt einigermaßen solide und verkauft sich aber besser als zuletzt in "Rambo 3" oder "Rocky IV". Einmal mehr zeigt er sein überaus begrenztes Talent und wirkt vor allem in gemeinsamen Szenen mit dem wesentlich besseren Donald Sutherland sehr blass. Bei den Action- und Kampf-Szenen zeigt er jedoch mal wieder, wo seine Talente wirklich liegen. Donald Sutherland macht sich als sadistischer Gefängnisdirektor hervorragend und liefert das perfekte Feindbild ab. Er hat eine hohe Leinwandpräsenz und zeigt mal wieder, dass er in den verschiedensten Rollen einzusetzen ist. Tom Sizemore spielt einen Mithäftling und ist hier in seiner ersten größeren Rolle zu sehen. Bereits hier zeigt er sein Talent und spielt wie später in "Der Soldat James Ryan", "Heat" und "Black Hawk Down" ganz groß auf. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.
Fazit:
Mit einer durchschnittlichen Story, die kaum stereotyper und klischeehafter sein könnte, kann "Lock Up" überraschend gut unterhalten, da Regisseur John Flynn von Anfang bis Ende eine gespannte Atmosphäre halten kann. Mit den akzeptablen Action-Szenen und der hervorragenden Leistung von Donald Sutherland bietet "Lock Up" erstklassige kurzweilige Unterhaltung für Jedermann und siedelt sich knapp über dem Mittelmaß an.