Einleitung: Naja, was soll ich großartig schreiben? Nachdem ich mir mal ein paar Tage Urlaub gegönnt habe, muss ich mal in den alten Filmen rumwuchern, die ich nicht gesehen habe (sowie "Frantic"), als auch bei Filmen, die ich schon x-mal gesehen habe, aber ein Review von mir bisjetzt noch ausblieb. Warum? Naja, das kann man ganz einfach erklären: Ich arbeite rund um die Uhr und habe neben Familie und dem Haus renovieren noch andere Sachen zu tun, als Reviews zu schreiben oder die neusten DTV-Shit-Movies zu sichten, die nichtmals einen Dreizeiler wert sind.
Im Urlaub sind die Uhren anders gestellt und so sah ich mir die zerstückelte Vox-Fassung von "Lock Up" an, obwohl ich ja genau weiß, wo was rausgeschnitten wurde. Also bitte, als könnte man diesen Film mit Sly nicht um 20.15 Uhr schon ungeschnitten zeigen.
Sly spielt den Häftling Frank Leone, der noch sechs Monate Haft abzusetzen hat. Doch plötzlich wird Vorzeige-Häftling Frankie-Boy in das Gefängnis Gateway gesteckt, um seine restliche Haftstrafe abzusetezen. Frank fragt sich nach dem "Warum"? Und dies hat er schnell gefunden: Gefängnisdirektor Warden Drumgoole (Donald Sutherland) hat noch eine Rechnung aus alten Zeiten mit ihm offen. Und Drumgoole will mit aller Macht verhindern, dass Frank das Gefängnis als lebender Mann nach diesen sechs Monaten verlässt...
Tja, was soll man großartig zu diesem Film schreiben? Stallone hat in seinen frühreren Jahren mehrere Filme gedreht, die bei der Kritik komplett durchgefallen sind (und dazu gehört mit Sicherheit "Lock Up") und auch viele Filme gedreht, auf deren Kritik man nur dick fett einen abkacken kann (dazu gehört mit Sicherheit "Lock Up") - nur weil man besonders kreativ sein wollte. Seien wir mal ehrlich: Beinahe alle Filme von Sly waren mehr oder weniger unterhaltsam und die wenige Gülle, die er abgedreht hat, versuche ich in den nächsten zwanzig OFDB-Jahren noch herauszufiltern. "Lock Up" gehört mit Sicherheit nicht zu den Zeriss-Filmen, aber es ist jetzt auch kein Film, der den Kult-Status anderer Werke erreicht.
Sly spielt natürlich den sympathischen Gefängnis-Helden, der aus Not zum (leichten) Verbrecher wurde, und nochmals eine hohe Strafe aufgebrummt bekommen hat, als er seinen sterbenden Vater besuchen wollte.
So weit, so gut. Stallone kommt also vom Himmel (das Gefängnis am Anfang ist ein Witz) in die Hölle, das von Alfons Sutherland regiert wird. "Lock Up" ist mit Sicherheit kein schlechter Film und passt sich ganz seinem Filmjahr an (1989), das vor Klischees nur so trieft. Nix gegen Klischees, aber hier wurde doch eine Schubkarre zuviel aufgetragen, dass man diesen Film höchstens alle zwei, drei Jahre mal sichten kann. Das fängt bei den sadistischen Wärtern an, geht über die Unschuldslämmer weiterer Sträflinge weiter und hört beim oberbösen Buben Chink Weber (kaum zu erkennen: Sonny Landham aus "Predator") auf.
"Lock Up" hat mich damals nicht aus dem Sessel gerissen und tut es heute noch weniger. Wenn man Serien wie "Prison Break" oder Filme wie "Alcatraz" gesehen hat, ist "Lock Up" ein Witz. Das Football-Match sowie die Autobastelei dienen als Lückenfüller und stehen alles andere als glücklich dar.
Trotzdem hat der Film seine magischen Momente, die eben immer wieder zum Ansehen einladen.
Stallone wildert mit "Lock Up" in Mittelklasse-Gefängnisfilmen. Sehr sympathisch, dennoch sowas von berechenbar und mit Wendungen, die einfach nur cool kalkulierte Masche sind.
5/10