„Spiritual Kung Fu“, so der Titel dieses Jackie Chan Frühwerkes ist in der Tat Programm, denn es geht wahrlich übersinnlich zu. Hinter der spirituellen Fassade verbergen sich aber lediglich fünf Geister, die Jackie in Kung Fu unterrichten.
Zwar entstand dieses Machwerk in etwa zur gleichen Zeit wie „Snake in the Eagles Shadow“, weist aber nur sehr wenig von dessen Qualitäten auf. Selten dämlich und wenig spirituell ist vor allem die Story des Films, an der wohl Lo Wei nicht ganz unbeteiligt war.
Aus dem Shaolin Tempel wird eine streng geheime Schrift entwendet, sie enthält die gefährlichen „Techniken der sieben Fäuste“. Dieses Buch gerät schließlich in die falschen Hände und wird missbraucht um alle feindlichen Clans zu unterdrücken, nun kann nur noch die Kunst der Fünf Fäuste schlimmeres verhindern. Als es plötzlich im Kloster spukt, wird einer der Schüler (Jackie Chan) von fünf mysteriösen Geistern in dieser Disziplin unterrichtet, den Meistern aus dem „Buch der fünf Fäuste“ .
Selten zuvor hab ich einen Eastern gesehen, der auf so bescheuerte Art und Weise versucht Komik einzubauen. Damit es nicht wie sonst bei Lo Wei üblich bierernst zur Sache geht, sind fünf Geister mit von der Partie die Jackie die Technik der fünf Fäuste lehren. Was an sich schon geistfrei klingt, wird durch die lachhafte Umsetzung kaum für zusätzliche Begeisterung sorgen. Die Geister sehen nicht aus wie man sich Geister vorstellt, sondern sind nicht mehr als weiß angemalte und tuntig geschminkte Statisten mit roten Perücken. Jeder dieser Geister repräsentiert einen der Tierstile, die sie auch in Form einer Gummifigur auf dem Kopf tragen. Zusätzlich sorgen sie für allerhand dummes Geplänkel, was die so schon hauchdünne Story nur unnötig in die Länge zieht. Besonders die erste Hälfte besteht nur aus albernem Klamauk, in denen die Mönche mit den Geistern konfrontiert werden und ihren Scherzen ausgesetzt sind. Zu lachen gibt es hingegen wenig, denn die Gags sind auf Vorschulniveau und überstrapazieren die Nerven. Der asiatische Humor ist ja schon immer etwas seltsam gewesen, wie man solchen Unsinn aber lustig finden kann wird wohl ein ewiges Mysterium bleiben. Vielleicht fehlt mir aber auch nur die spirituelle Eingebung, eventuell helfen ja bewusstseinserweiternde Hilfsmittel.
Einziger Lichtblick ist wieder einmal Jackie Chan und dessen artistisches Können. Sind seine Auftritte in der ersten Hälfte noch kaum der Rede wert, darf er vor allem nach Erlernen der Tiertechniken wieder zeigen was er drauf hat. An die bekannteren Klassiker aus dieser Zeit reicht das hier Dargebotene zwar nicht heran, dennoch sind einige Parallelen nicht von der Hand zu weisen. So lernt Jackie von den Geistern fünf verschiedene Tierstile, unter anderem auch die aus „Snake in the Eagles Shadow“ bekannte Schlangentechnik. In Kombination mit Tiger, Drache, Leopard und Kranich ist die Kampfchoreographie durchaus sehenswert und abwechslungsreich. Im Verhältnis zur einfallslosen Storyline um die gestohlene Fausttechnik, fällt der Actionanteil leider recht mager aus. Richtig zur Sache geht es erst am Ende, als Jackie das Kloster verlässt und sich dem von James Tien gespielten Widersacher stellt. Doch als hätte man es nicht geahnt, auch im Showdown tauchen die nervigen Gespenster wieder auf, so dass es leider keinen angemessenen Endkampf zu bestaunen gibt.
Fazit:
Viel Positives hat dieses Frühwerk von Jackie Chan nicht auf der Habenseite. Schuld daran ist vor allem die Geistergeschichte, die man einfach nur als lächerlich bezeichnen muss. Auch das Verwirrspiel um das gestohlene Buch und den geheimnisvollen Widersacher ist eher ermüdend, so dass letztlich nur die Kampfszenen hervorzuheben sind. Die sind zwar nicht so spektakulär und zahlreich wie in anderen Old School Kung Fu Filmen jener Zeit, insgesamt aber nett umgesetzt. Die Einbeziehung verschiedener Tiertechniken sorgt zudem für die nötige Portion Abwechslung.
Bleibt also festzuhalten das es sich bei „Spiritual Kung Fu“ um einen extrem mittelmäßigen Film handelt, auch Jackie Chan ändert daran wenig. Fans können aufgrund der guten Fights einen Blick riskieren, allgemein ist aber wohl eher hiervon abzuraten.