Review


Inhalt:

China, in einer früheren Epoche. Yi Lang (Jackie Chan) ist seit vielen Jahren Schüler im Kloster der Shaolin, er wuchs in diesem auf. Yi hat den Schalk im Nacken, und nervt mitunter die anderen Schüler und die Meister.
Eines Tages wird das Kloster von einem maskierten Kämpfer überfallen, und das Buch der "Technik der 7 Fäuste" entwendet. Wer diese Technik beherrscht, ist nahezu unbesiegbar, beherrscht ein unwiderstehliches KungFu.
Nur die "Technik der 5 Fäuste" würde einem, der sie beherrscht, die Chance eröffnen, diesen Kämpfer zu bezwingen. Doch das Buch der "Technik der 5 Fäuste" gilt als seit langem verschollen.
Der Abt (Li Tong-Chun) geht in die Katakomben des Klosters, um meditativ Buße zu tun.

Das Buch mit der Technik der 7 Fäuste wurde vom Vater von Lu Qing (James Tien) aus dem Kloster gestohlen. Lu Qing soll diese Technik erlernen, und alle Clan-Führer herausfordern. Um so die Herrschaft über alle Clans zu erreichen.
Und Lu Qing erlernt diese Technik, und bezwingt einen Clan-Führer nach dem anderen!

Da tauchen auf einmal 5 "Mädchen" mit roten Perücken und weiß getünchter Haut nach einer blitzartigen Erscheinung aus dem Himmel auf, schemenhaften Geistern gleich, doch können sie auch auch ein ´reales´ Antlitz annehmen. Sie sorgen im Kloster für einige Unruhe.., das Buch der "Technik der 5 Fäuste" taucht indes wieder auf. Und Yi Lang nimmt bei den "Mädchen" seine Ausbildung in dieser Technik auf.

Unterdessen macht Shih, der Chef des WuTang-Clans, dem Kloster seine Aufwartung, um den Abt vor Lu Qing zu warnen, und Hilfe zu erbitten. 
Mit dabei ist Shih´s Tochter, die sehr schöne Fong (Wu Wen-Siu). Um die kümmert sich Yi Lang, er benimmt sich daneben, doch ist Fong eine sehr gute KungFu-Kämpferin.
Nachdem Shih und ein Mönch zu Tode kommen, durch die Technik der "Blutigen Faust", fällt der Verdacht auf Mönch Wu Hei (Lee Man Tai). Diesem gelingt indes die Flucht.
Yi Lang bittet darum das Kloster zu verlassen, um Wu zu suchen, und muss aber zuvor die Leibgarde des Klosters, die Stock-Kämpfer der "Yo-Lan" besiegen. Mit 2 Tonfas und der erlernten Technik der 5 Fäuste gelingt ihm dies.

Wu Hei wird gefangen genommen, ist jedoch unschuldig. Und Lu Qing will nun auch den Clan der WuTang in die Hand bekommen. Fong kann ihn nicht besiegen..., und so will Yi Lang nunmehr Lu Qing endgültig in die Schranken weisen. 
Es kommt zum Show-Down im Innenhof des Shaolin-Klosters.., zum Kampf auf Leben oder Tod.
Doch nehmen die Dinge posthum noch eine Wendung. Die Abstammung Lu Qing´s birgt ein überraschendes Geheimnis.....


Fazit:

Meine kleine Reihe mit Eastern-Filmen, die Jackie Chan für den Produzenten und Regisseur Lo Wei drehte, findet mit "Spiritual Kung Fu" ("Meister aller Klassen 2") ihre Fortsetzung.
Im Jahre 1978 drehte Lo Wei für sein eigenes Studio "Lo Wei Motion Picture Co." diesen insgesamt durchschnittlichen Eastern mit dem späteren MegaStar Jackie Chan in der Hauptrolle. In Deutschland wurde der Film nach dem großen Erfolg von "Meister aller Klassen" ("The young master", 1980, siehe mein Review auf dieser website) als "Teil 2" dieses Streifens vermarktet. Beide Filme haben aber in Wahrheit nichts miteinander zu tun, der "Vorgänger" wurde ja sogar 2 Jahre nach diesem hier vorliegenden Streifen gedreht.

Eine recht simple Story wird hier etwas verkrampf-bemüht und oft unglaubwürdig-konstruiert erzählt, die erste halbe Stunde ist gar ziemlich enttäuschend.
Jackie Chan und diese 5 "Mädchen", in Wahrheit 5 weißgetünchte Männer mit roten Perücken, bieten dödelig-dusselige Hampeleien, die Schüler um Shek Tien und ein paar Mönche machen da verschreckt-albern mit. Das tut beim Hinsehen weh, und der Betrachter kommt sich veralbert, ja verarscht vor. 
Da muss man durch, und danach nimmt alles mehr Fahrt auf. James Tien und die Fights gegen diverse Clan-Chefs hieven alles in eine ernsthaftere Bahn, und es kommt ein bisschen Spannung auf.
Aber ein durch und durch guter KungFu-Film kann dann aus "Spiritual Kung Fu" schon nicht mehr werden, das ist klar.  

Aber einige recht gute KungFu-Fights, ein in den Action- und Trainingssequenzen quirliger Jackie Chan, der hier flink-agil eine exzellente Körperbeherrschung und Akrobatik darbietet, können die Sache noch so einigermaßen rausreißen, das Ganze noch als "passable Unterhaltung" für den Eastern-Vielseher auf ein gewisses Level bringen. 
"Spiritual Kung Fu" hinterlässt zum Ende hin einen zwiespältigen Eindruck, hat durchaus Stärken, aber auch viele konterkarierende Schwächen.
Die doof hampelnden "Mädchen", die leider auch im zum Schluss in seiner Konstellation konstruierten Show-Down aufkreuzen, und diesen Endkampf fast versauen, und die nervigen "Gags" mit denen und den anderen Schülern und schreckhaften Mönchen, sollen wohl eine surreale Note rein bringen, aber das verpufft als billig gemachte Zoten.

Immerhin kommt die Story noch voran, wird durch den Villain James Tien noch mit Ernsthaftigkeit versehen, und die Action ist solide choreographiert und mit klassischen Techniken insgesamt dynamisch umgesetzt. 
Jackie deutet seine akrobatische Ausbildung, sein flink-agiles KungFu mehr als an.
Gefallen konnte sein Kampf gegen die Wachen, die Garde der "Lo Han" mit ihren Stöcken, bei dem Jackie zeigt, dass er auch mit der Tonfa, einer schwierigen Waffe umzugehen versteht. Das ist schon klasse choreographiert. Und auch sein Duell mit James Tien ist solide KungFu-Action mit Drive.
James Tien ist Lichtblick dieser Produktion und zeigt einen harten Stil, und die attraktive Wu Wen-Siu ist nicht nur ein Hingucker, sondern fightet technisch gut mit.
Jackie Chan war für die Fight-Choreographie denn selbst hier verantwortlich, sicher keine schlechte Wahl.

Das Finale geht mit Elan und einem starken Duell Chan vs. Tien gut an, wirkt dann aber konstruiert, und diese rotperückt-verrückten, kreidebleichen  Hampel-"Tussies" versaubeuteln die Sache fast. 
Weniger wäre mal wieder mehr gewesen, Mr Lo!

"Spiritual Kung Fu" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck, und kann als Chan/Lo Wei-Eastern einmal mehr nur schwerlich überzeugen.
Die beiden drehten etliche Flops, bevor Chan dann mit den Drunken-Master-Komödien neue Maßstäbe setzte, und seine Kariere erst ins Rollen kam.
"Spiritual Kung Fu" gehört da fast schon zu den etwas "besseren" Streifen der Kooperation Chan/Wei, was schon vieles aussagt.

"Spiritual Kung Fu" hat aber auch ein paar Stärken, und wenn man über manches hinweg sieht, wird man noch einigermaßen passabel unterhalten.
Zu recht wohlwollenden und aufgerundeten, somit sehr knappen 6/10 Punkten reicht es noch.

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