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„Killer Meteors“ gehört zur Reihe der mehr oder weniger erzwungenen Jackie Chan Kooperationen mit Regisseur Lo Wei, zu denen der spätere Superstar des asiatischen Actionkinos zu Beginn seiner Leinwandkarriere über sich ergehen lassen musste. Wei, der Jahre zuvor Bruce Lee zum Superstar in Asien machte, hatte immer noch großes Gewicht in der Filmindustrie Hongkongs, ein dahergelaufener Jungspund wie Chan konnte da sich natürlich nicht gegen behaupten. So wundert es auch wenig dass viele der sehr frühen Chan Werke oft nicht viel mehr als Zelluloid-Müll sind, was insbesondere darauf zurückzuführen ist, das man Chan immer wieder versuchte als legitimen Bruce Lee Nachfolger zu vermarkten. Das kam beim Publikum nicht an, als Jackie lernte eigene Ideen einzubringen, gelang dann doch noch der Durchbruch in der Rolle des blödelnden Kung Fu Kämpfers. Die Partnerschaft mit Wie zerbrach schnell, insbesondere weil die Differenzen zwischen beiden unüberwindbar waren. Zum Glück für den Zuschauer, denn erst jetzt begann die wahre Karriere des Jackie Chan!

„Killer Meteors“ widmet sich dem titelgebenden Killer Meteor (Wang Yu), einen gefürchteten Kung Fu Meister. Mithilfe einer mächtigen Waffe kann er es mit jedem Gegner aufnehmen, bisher hat noch kein Kontrahent überlebt der sie gesehen hat. Sein Ruf ist beachtlich und über weite Regionen bekannt. So wird auch der mächtige Tiger (Jackie Chan) auf den Meister aufmerksam und lädt ihn zu sich ein. Tiger selbst ist schwer erkrankt und vermutet dass seine Frau ihn vergiftet haben könnte. Der Killer Meteor soll für den geschwächten Tiger das Gegenmittel besorgen. Doch Tiger verfolgt ganz eigene Pläne…

Dieser Film aus der Lo Wei Ära gehört zu den Filmen, die man eigentlich nur freiwillig bis zum Ende ansieht, weil man sich vorgenommen hat Jackie Filmographie komplett abzuarbeiten. Bis auf passable Ausnahmen wie Dragon Hero, verspricht schon der Name Lo Wei in Zusammenhang mit Jackie wenig Gutes. Das sich diese böse Vorahnung auch in diesem Fall wieder bearbeitet liegt an zweierlei Dingen:
Bei „Killer Meteors“ handelt es um eine Mogelpackung, denn obwohl auf der Verpackung Jackie Chan dick und fett draufsteht, handelt es sich hier eigentlich um einen Jimmy Wang Yu Film! Jackie spielt zwar auch mit, allerdings nur in einer Nebenrolle. Weil sich ein Superstar wie Jackie Chan aber weitaus besser vermarkten lässt als der angestaubte Wang Yu, dessen Karriere bereits Ende der 70’er wieder endete, wurde dieser kurzerhand zum Star des Films erklärt.
Weiterhin fällt auf und auch das ist typisch für Lo Wei, das dieser Film nach dem üblichen Racheschema gestrickt ist und eigentlich rein gar nichts von den Qualitäten eines Jackie Chan Films besitzt. Die Charaktere sind farblos und völlig überzeichnet, die übertriebene Ernsthaftigkeit ist zwar typisch für viele Eastern dieser Zeit, passt aber rein gar nicht zu Jackies sonst zumeist lockeren Natur.

Die Geschichte die in diesem Kung Fu Schinken erzählt wird ist typisch für die Zeit der Entstehung und Trash pur. Sieht man mal von der bescheuerten Namensgebung ab, fallen vor allem wieder die albernen Kostüme, angeklebten Bärte und Masken auf. Die Kleidung der Personen und wie sie agieren hat mich sehr an den völlig verhunzten Fearless Hyena 2 erinnert. Was die so schon ziemlich bescheuerte Story noch konfuser macht, sind die Herrscharen von vermeintlichen Bösewichten. Ob Mönch oder Priester, alle sind ausgestattet mit sagenumwobenen Kampftechniken die nur sie beherrschen. Wer aber an dieser Stelle ein paar schwungvolle Kampfszenen erwartet wird leider enttäuscht, denn die Schurken werden mühelos und überraschungslos ins Jenseits befördert so das nicht mal im Ansatz etwas Action aufkommen kann.
Toll ist die tödliche Meteor-Waffe von Wang Yu die im Finale dann zum Einsatz kommt, selten so einen Nonsens gesehen. Wer auf Trash steht, kommt bei der Gestaltung also voll auf seine Kosten.

In „Killer Meteors“ darf man Jackie dafür zur Abwechslung mal in der Rolle des Bösewichts sehen, was den Film aber auch nicht sehenswerter macht. Jackies Leinwandpräsenz ist auf einige Szenen reduziert, wobei er auch nur relativ selten kämpferisch in Aktion tritt. Selten sah man Jackie so unmotiviert bei der Arbeit, man merkt förmlich dass er mit wenig Begeisterung bei der Sache war. Genauso fad wie die schauspielerische Leistung fallen auch die Kampfszenen gegen Wang Yu aus. Die Choreographie ist lahm und ohne Raffinesse, nicht besser als das stupide Gekloppe einer Fließbandproduktion. Chans athletische Fähigkeiten kommen nicht mal im Ansatz zur Geltung, obendrein gewinnt man den Eindruck dass die Kontrahenten immer aneinander vorbeischlagen. Definitiv eine der schlechtesten Performances in Chans Karriere.

Auch Jimmy Wang Yu, einst gefeiert als One-Armed Swordsman, hat schon mal bessere Tage erlebt. Man erinnere nur an geradlinige Eastern wie Eine Faust wie ein Hammer, in denen zwar Wang Yu auch nicht als Ausnahmekämpfer in Erscheinung trat, aber zumindest eine passable schauspielerische Leistung ablieferte. In der Rolle des Killer Meteors sollte Wang Yu eigentlich noch einmal einen Schub für seine strauchelnde Karriere bekommen, erfolglos wie sich auch in späteren Produktionen zeigte. Die Qualität zwischen dieser Gurke und den Werken von einst ist schon immens, auch Wang Yu macht hier keine allzu gute Figur.

Fazit:
„Killer Meteors“ ist ein gewaltiger Schuss in den Ofen und eigentlich nur für Chan-Komplettisten einen Blick wert. Wie man mit zwei bekannten und talentierten Stars des Hongkong-Kinos möglichst wenig anfangen kann, zeigt uns Lo Wei hier mehr als eindrucksvoll. Die Handlung ist bescheuert und die Machart billig, zu allem Überfluss sind aber auch die wenigen Kampfszenen langweilig inszeniert und nicht der Rede wert. Da Chan obendrein nur in einer Nebenrolle agiert sollte man dieses Frühwerk aber auch nicht auf eine Stufe mit seinen späteren Erfolgen stellen und als Lehrstunde eines unerfahrenen Schauspielers verbuchen. Jackie es sei dir verziehen!

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