Review

Inhalt:

Irgendwo in China, in einer mittelalterlichen Epoche. Der Bruder der Lady Nan (Wang Ping) ist schwer erkrankt.
Er muss unbedingt zu einem Arzt in der Hauptstadt, diese liegt jedoch hinter den "Stormy Hills", in welchen unzählige Gefahren lauern. Keiner konnte diese "Stormy Hills" durchqueren, ohne zu sterben.

Lady Nan engagiert den KungFu-Kämpfer Lord Ting Chung (Jackie Chan), um diese gefahrvolle Reise zu unternehmen. Lady Nan hörte von den herausragenden Fähigkeiten Ting´s, der sogar mit verbundenen Augen sehr schwer zu schlagen ist.
Ting übernimmt den Auftrag, weist jedoch bis auf ein paar Lastenträger alle Männer ab, die Lady Nan für das Unternehmen aufbieten wollte.
Stattdessen verlässt sich Ting auf seine Gefährten, den Ledergerber Chang (Bruce Leung Siu-Lung aka Bruce Liang), der ebenfalls ein herausragender KungFu-Fighter ist, sowie den kalt wirkenden Schwertkämpfer Tsang (James Tien). 
Hinzu kommen die beiden Nan-Schwestern (u.a. Wong Gwan), die mit ihren Schwertern agieren.

So beginnt denn dieses gefahrvolle Unternehmen in die "Stormy Hills". Das Wirtshaus "Ma Por Inn" mit seiner etwas gestörten Betreiberin (Liu Ming) kann erreicht werden. Der "6-Fingrige" (Wang Ching), ein dubioser Geschäftsmann, ist ein vermeintlicher Helfer der Helden.
Doch in den Bergen wird es für die Helden eng: Selbst den Shaolin-Mönchen mit ihrem Abt (Lee Man Tai) ist nicht zu trauen, der "Dart Hero" (Chui Yuen) bedroht den Treck, und auch die ominöse Lady Yu (Fang Fang) stellt sich Ting entgegen.

Schließlich erreichen die Helden die Residenz des Königs (Luk Chuen).., in der sich auch das Geheimnis um den erkrankten Bruder Lady Nan´s, aber auch das um den König, lüftet.

Es kommt zum letzten Show-Down, zum Kampf auf Leben oder Tod.......


Fazit:

Sorry, das war leider ziemlicher Käse.
Meine kleine Reihe mit Eastern, die Jackie Chan für den Regisseur und Produzenten Lo Wei und dessen Filmgesellschaft "Lo Wei Motion Picture Co." abdrehte, geht mit diesem etwas trashigen, nicht mal als durchschnittlich zu bewertenden Streifen "Magnificent Bodyguards" ("Red Dragon") weiter.

In einer andauernd etwas düster aber auch merkwürdig nüchtern gehaltenen Atmosphäre, kurbelte Lo Wei seinen Film mit einer recht einfachen Handlung etwas langatmig und umständlich herunter.
Spannung will nicht recht aufkommen, und der Film wirkt oft unfreiwillig komisch, und billig runtergedreht. Skurrile Einfälle und merkwürdige, teils überzeichnet-bizarre Figuren machen aus "Magnificent Bodyguards" einen entsprechend etwas trashig wirkenden Genre-Beitrag. Der zudem selbst hart gesottene Eastern-Fans etwas ratlos am Ende zurücklässt. Das ganze haute mich irgendwie durch diese komischen Figuren und die teils sterile Atmosphäre nicht gerade vom Hocker. Der Twist am Ende ist zudem nicht richtig gut ausgearbeitet worden, und löste noch mehr Befremden über diesen Eastern aus.

Die deutsche Vertonung passte sich dem denn auch noch an: Die Synchronisation hört sich merkwürdig an, die Sprecher wirken unerfahren, und gehören bestenfalls der 3. Kategorie an. Die Stimme die hier Jackie Chan verpasst wurde, hörte ich wohl das erste mal. Die Nan-Schwestern quieken schrill, und dass in einem chinesischen Lokal mit "Mark" bezahlt wird, passte zum unfreiwillig komischen Eindruck dieses Lo Wei-Eastern. Wang Ching und Liu Ming werden synchronisiert,  als wenn beide crazy sind und immer ein paar Krüglein zuviel intus haben.

Im Lokal gibt es nur "Froschquark", Jackie´s Perücke ist lächerlich, und die Feinde allesamt bizarr überzeichnet und/oder leicht durchgeknallt.
Jackie´s Sidekicks Bruce Leung Siu-Lung und James Tien kontrastieren in ihrer Art jedoch interessant, und gehören schon zu den Lichtblicken dieser schrägen Produktion.
Bruce fightet, obwohl dicklich wirkend, auch am besten mit einer klasse Bein-Technik, und stiehlt Chan sogar etwas die Show. 

Überhaupt sind die KungFu-Fights noch das Beste an diesem Eastern.
Jackie Chan sorgte für die Choreographien, insgesamt ganz kernige KungFu-Kämpfe, mit Drive und einiger Härte. Das Dubbing hätte noch etwas "satter" klingen können, doch können die Fights insgesamt noch am ehesten überzeugen.
Das Finale zum Teil in der Residenz des "Königs", dann auf einmal draußen im Wald, ist denn -bis auf einige Fliegereien- noch das Highlight, ein harter KungFu-Fight mit einer gewissen Intensität dargeboten.
Der Film wurde originär in 3D gefilmt, daher werden immer wieder Waffen direkt in die Kamera gestreckt, oder Felsen und anderes fliegt dem Betrachter entgegen. Ist auch in 2D hier ganz nett.

Das war es dann aber auch schon, zuvor macht Lo zu viele Fehler, wirkt sein Streifen holprig und oftmals unfreiwillig komisch, die Figuren zu überzeichnet-lächerlich, und Jackie Chan verliert sich, nicht gerade glücklich wirkend, in dieser nüchtern-skurrilen Melange.
Es war wohl eine der letzten Produktionen Chan´s für Lo Wei, bevor er -an "Seasonal Film Corp." ausgeliehen- mit "Snake in the eagle´s shadow" ("Die Schlange im Schatten des Adlers", siehe mein Review auf dieser website) und "Drunken Master" ("Sie nannten ihn Knochenbrecher", siehe mein Review auf dieser website) eine neue Ära im Eastern-Sektor einleitete.

Ich war irgendwie froh, als der Film vorbei war. Lo Wei und Jackie Chan drehten einige Flops und kamen wohl wegen entgegengesetzter Vorstellungen immer weniger miteinander klar. Das merkt man leider bei dieser Produktion ziemlich deutlich.
Was für Komplettisten und Anhänger trashig wirkender Eastern.
Nix Dolles.

Es reicht für noch sehr knappe, wohlwollende 4/10 Punkte.

Details
Ähnliche Filme