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Ein Actionfilm mit einem Hauch Satire und Medienschelte? Kenn' ich! "Natural Born Killers"! Ein Buddymovie in hartem Ambiente? Naja, vielleicht "Sieben"... oder auch die "Lethal Weapon"-Reihe.

Etwas neues wollte Regisseur John Herzfeld wahrlich nicht machen. Im Grund scheint es so, als wüßte er gar nicht genau, was er machen wollte. "15 Minuten Ruhm" ist einer dieser Filme, die vielleicht unter anderer Regie so viel mehr hätten sein können. Allein schon die Besetzungsliste läßt dem Cineasten das Wasser im Munde zusammenlaufen. Um das große Problem von "15 Minuten Ruhm" zu nennen, muss ich auf Herzfelds vorhergehenden Film eingehen. Der war "Zwei Tage in L.A.", beziehungsweise "Two Days in the Valley". Eine verrückte Episoden-Loser-Komödie, leicht im Tarantino-Stil, aber nicht so dreist abkupfernd wie zum Beispiel "Cool Killers". "Zwei Tage in L.A." bestand aus mehreren urkomischen Geschichten voller interessanter Schauspieler. Die Charaktere waren allesamt durchaus nett gestaltet und die Inszenierung war flott und unterhaltsam. Und genau so hat Herzfeld auch "15 Minuten Ruhm" gedreht - wie einen Episodenfilm. Es gibt hunderte von Figuren, die den Film dominieren könnten. Man sehe sich mal die Besetzung an:

Robert De Niros Rolle hat die besten Szenen. Unter anderem eine nette Parodie auf "Taxi Driver" (Er steht vor einem Spiegel und probt: "Marrying me?"). De Niro spult sein Repertoire runter, ist zwar nie schlecht, aber auch nie wirklich De Niro-like. Edward Burns' Charakter wird hauptsächlich von Klischees getragen. Zu viele kalkulierte Szenen stehen in Verbindung zu dem jungen, hitzigen Cop. Die beiden Russen sind desaströs. Der charismatische Avery Brooks kommt viel zu selten zum Einsatz, wirklich gute Schauspieler wie Vera Farmiga, Kim Cattrall James Handy, Charlize Theron scheinen Geld gebraucht zu haben - warum haben sie sonst diese Rollen angenommen?

Auch thematisch reißt Herzfeld die Stimmung ständig hin und her - wie in einem Episodenfilm scheint er gleich mehrere Geschichten erzählen zu wollen. Dummerweise gibt es aber in "15 Minuten Ruhm" nur eine Geschichte.

Was bleibt sind 116 Minuten Unterhaltung, harte Action, einen befriedigenden De Niro. Für einen Abend wirklich okay.

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