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„Thirteen Days“ macht aus der brisanten Kubakrise des Jahres 1962 ein ziemlich spannendes Politdrama.
Als im besagtem 1962 einige Überwachungsflugzeuge Photos von Kuba schießen, machen sie eine besorgniserregende Entdeckung: Die Sowjets haben auf Kuba bald einsatzfähige Atomraketen platziert. Der amerikanische Präsident John J. Kennedy (Bruce Greenwood) wird sofort unterricht und tagt mit seinem Beraterstab. An „Thirteen Days“ beeindruckt die historische Genauigkeit: Jede der Figuren gab es wirklich und bei jedem werden Name und Amt eingeblendet, was die Funktion der Charaktere besser veranschaulicht.
Bei den Beratungen werden schnell zwei Lager klar. Die einen, vor allem Militärs, wollen sofort losschlagen und sogar eine Invasion auf Kuba durchführen. Die etwas Besonneren zögern jedoch, da sie die Gefahr eines Atomkriegs von unglaublichen Ausmaßen fürchten. Dies ist eine weitere spannende Komponente in „Thirteen Days“: Das Lager der Militaristen, die mit ihren Invasionsplänen den Weltfrieden damals in noch größere Gefahr brachten.

Engster Berater des Präsidenten ist Kenny O'Donnell (Kevin Costner), ein langjähriger Freund der Kennedys. Er kümmert sich um die Terminplanung des Präsidenten und versucht die Gefahr möglichst geheim zu halten, um ein noch größeres Chaos zu vermeiden. Er selbst strebt eine möglichst friedliche Lösung an und versucht im Hintergrund mit allen Mitteln einen Krieg zu vermeiden...
Die Handlung von „Thirteen Days“ ist nicht nur sehr spannend, sondern auch sehr realitätsnah. Mit beeindruckender Genauigkeit wird das Geschehen rekonstruiert und möglichst alle historischen Personen einbezogen, was man auch ohne großes Wissen um die Kubakrise beim Ansehen merkt. So fiebert der Zuschauer zusätzlich mit, da er so erst recht merkt, wie knapp es damals noch gut ging. Und das obwohl man den Ausgang der Geschichte kennt.
Die Handlung ist zudem recht spannend und kann mit diversen Wendungen und Zuspitzungen aufwarten, welche die Brisanz der Situation stets verstärken. Überraschend kritisch erweist sich „Thirteen Days“ auch seinem Heimatland gegenüber, wenn man sich die Darstellung der Militärs ansieht, welche den Konflikt noch stärker provozieren als die Sowjets – was dann auch wieder für die historische Korrektheit des Films spricht.

Allerdings gibt es dann auch etwas Kritik an dem Film zu üben. Sicherlich ist die Beschränkung des Films allein auf das Blickfeld von Kenny und seines Umfelds recht spannend, aber vielleicht wären ein paar andere Blickwinkel mehr (z.B. mehr Informationen über das Handeln der Sowjets) ganz nett gewesen. So kommen zwischendurch dann auch einige Längen auf. Glücklicherweise versucht der unspektakuläre Film dies nicht mit aufgesetzter Action zu kaschieren, aber leider hätte man da vielleicht eine andere Methode gegen die Längen finden können.
Kevin Costner spielt ziemlich gut und überzeugend die Hauptrolle und bleibt vor allem angenehm unaufdringlich. Bruce Greenwood, ausnahmsweise mal nicht als Fiesling, sieht Kennedy nicht nur sehr ähnlich, sondern verkörpert ihn auch überzeugend. Auch die restlichen Darsteller überzeugen mit ihren Leistungen.

„Thirteen Days“ ist ein unspektakuläres, aber dennoch spannendes Politdrama für nette Abendunterhaltung, aber zwischendurch hat der Film leider auch die ein oder andere gravierende Länge.

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