Review

Gesamtbesprechnung

Von all den TV-Kindheitserinnerungen fallen mir zuerst Zeichentrickfilme ein. Da ich ein Kind des Ostens bin, hießen meine Helden nicht nur Fred Feuerstein, Bugs Bunny oder Tom & Jerry, sondern auch Hase & Wolf, Lolek & Bolek und natürlich - Adolar.

Ich weiß noch ganz genau, dass mir die damaligen Sendetermine hoch und heilig waren, meistens Samstag nachmittags für eine knappe halbe Stunde hob ich ab in den Weltraum, zusammen mit Adolar und seinem Hund Schnuffi. Die Rakete - stets fein säuberlich im Geigenkasten unterm Bett versteckt, war mittels Kohlensäure im Handumdrehen auf dem Dach des Hauses aufgeblasen, und ab ging es, insgesamt zu zwölf verschiedenen Planeten, einer skurriler als der andere.

Die Geschichten waren einerseits völlig absurd, aber auch mit soviel hintersinnigem Humor verpackt, dass der vorgehaltene Spiegel für manche Zeitgenossen oft nur schwer zu erkennen war, denn egal ob realsozialistische Gesellschaftssatire („Zweite Dimension") oder zwischenmenschlicher Entfremdungen („Maschinenwirtschaft"), es ist einfach unglaublich, wie viel Körner voll Wahrheit auch heute noch in den Geschichten stecken. Obergöttlich auch die Einstiegsszenarien zu Beginn einer Episode im Hause der Familie Mezga, in denen sich das väterliche Oberhaupt Geza nur allzu oft in Diskussionen mit seinem Sprössling verlor, wobei dieser wiederum am liebsten mit seiner jüngeren Schwester Christa stritt, wie ihr seht, also eine ganz normale Familie. Zusammenfassend kann man Adolars Abenteuer fast mit „Simpsons meets Futurama" umschreiben...

Leider gibt es auch eine völlig lieblose BRD-Synchro, bitte Finger weg von diesem Müll. Zieht Euch die DEFA-Version rein, oder wollt Ihr eine Zeichentrickserie sehen, in der ein Hund „Blöki" (?) und nicht „Schnuffi" heißt? Eben.

Ansonsten gilt nicht nur für (N)ostalgiker und Kinder mein uneingeschränkter Rat: Unbedingt gucken, falls mal wieder im TV (noch besser: kaufen, denn Adolar gibt's auch auf DVD)

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