Mit " Exit Wounds " feierte Steven Seagal sein großes Kinocomeback. Eigentlich wollte er mit dem Schauspielern aufhören und sich ganz der Musik hingeben, doch Gott sei Dank hat er sich umentschlossen, wie man heute auch sieht.
Nach dem Erfolg von " Romeo must Die " durfte Regisseur Andrzej Bartkowiak wieder auf dem Registuhl platznehmen. Und wo ein richtig guter Actionstreifen ist, ist auch Produzent Joel Silver dabei. Er hatte Bartkowiak als Regisseur entdeckt und produzierte später auch " Born 2 Die ".
Doch " Exit Wounds " ist und bleibt Bartkowiaks bester Film und auch im Kino schlug er ein. Allein in den USA spielte der Film über 42 Millionen Dollar ein und auch international funktionierte der Film gut.
Inhalt:
Weil der hartgesottene Cop Orin Boyd ( Steven Seagal ) bei einer Aktion zu hart durchgriff, wird er auf das 15te Revier verbannt. Doch dort stößt er bald auf Korruption und Hauptverdächtiger ist der Cop Montini. Denn dieser scheint mit einem Westküstendealer namens Latrell Walker ( Rapper DMX ) einen Drogendeal am Laufen zu haben. Boyd beginnt gegen Montini zu ermitteln und merkt bald, dass eine ganze Organisation dahintersteht die bis in die höchsten Ränge des Polizeiapparates reicht. Und Diese nehmen Boyd nun auf die Schippe und trachten ihm nach dem Leben, doch Boyd tut das was er am besten kann, nämlich gnadenlos aufräumen. Bald erhält er Hilfe von Jemandem, an den er nie gedacht hätte. Doch auch Montini und seine Mannen holen immer wieder zum Gegenschlag aus.
Sogar die Story ist solide und handelt von Korruption im Polizeiapparat, inklusive dem Verräter in den eigenen Reihen. Doch die kleinen Schwächen, werden durch die sehr rasante Inszenierung wieder wett gemacht, wobei sich sogar die Spannung stets auf hohem Niveau halten kann. Natürlich ist das Ganze auch recht vorhersehbar, aber Ideen und unvorhergesehen Wendungen sind auch zu Hauf vorhanden.
Vor allem der Humor frischt den Film auf. Es gibt einige komödiantische Charaktere wie Henry Wayne, oder T.K. An Sprüchen und Witzen mangelt es hier wahrlich nicht.
Beste Idee ist die Selbsthilfegruppe, in die Boyd wegen mangelnder Disziplin gesteckt wird und wie er mit erhobener Stimme sagt, dass er ein völlig zufriedener Mensch wäre.
Auch die Großstadtkulisse wird richtig aufgepeppt mit einigen flotten Vehikeln, ist irgendwie Markenzeichen von Bartkowiak, teils erinnert die Kulisse sogar an die Actioner aus den 80er Jahren.
Der Score besteht fast nur aus Rap oder Hip Hop Sounds und obwohl ich kein Fan dieser Musikrichtung bin, muss ich sagen, dass es hierzu wunderbar passt, vor allem DMX Remakelied zu " Sunshine " ist ein absoluter Hinhörer.
Actionmäßig lässt man es hier ordentlich krachen, nicht ganz so hart wie in Seagals alten Zeiten, aber trotzdem effektiv. Auch darf Steven Seagal hier mal wieder richtig viel kämpfen. Wirework kommt nur ganz selten zum Einsatz, ansonsten werden die Gegner in bester Seagalmanier zu Fall gebracht. Nur dank der schnellen Schnitttechnik wirken die Fights nicht ganz so hart.
Ansonsten gibt es viele Shootouts, teils mit sehr blutige Einschüssen und mit vielen Sachschäden. Dabei kommt hier mal kein CGI zum Einsatz, denn es war genug Kohle da und die handgemachten Explosionen sehen immer noch am besten aus, Auch lässt die actionreich Umsetzung keine Durststrecken zu und ist gut im Film verteilt. Ich hätte mir nur einen ausführlicheren Endkampf zwischen Boyd und Strutt gewünscht, aber sonst bin ich voll zufrieden.
Steven Seagal schauspielert hier sogar richtig und gibt einen sehr sympatischen Charakter, welcher mit Onlinern nicht geizt. In der Action macht er eine gute Figur und auch die Fights führt er ohne Double aus. Wäre klasse wenn er sich heute auch noch so ins Zeug legen würde.
DMX kann rappen, ist aber kein guter Schauspieler, er bringt es auf zwei bis drei Gesichtsausdrück und seine Mimik ist wesentlich minimaler als die von Seagal. Trotzdem gibt er einen guten Charakter im Film ab.
Michael Jai White als Fiesling Strutt zu besetzen war eine gute Idee. Ich fand ihn schon in " Universal soldier - The Return " als unbesigebaren Gegner sehr gut. Auch hier präsentiert er sich muskelbepackt und als charismatischer Fiesling.
In " Romeo must Die " spielte Isaiah Washington noch den Fiesling, hier wird er Boyd als Partner zugeteilt. Vor allem im Finale darf er zusammen mit Bill Duke richtig aufdrehen.
Bill Duke ist hier als Polizeichef zu sehen und sein Schauspiel ist einfach nur herrlich.
Anthony Anderson und Tom Arnold sorgen mit ihren witzigen und tollpatschigen Charakteren für jede Menge Humor, weil sie si gut angekommen sind, durften sie in " Born 2 Die " wieder ran.
Fazit:
Ein verdientes Comeback für Steven Seagal, welcher sich hier fast so wie in alten Zeiten präsentiert. Die Story ist sehr solide, rasant und actionreich umgesetzt. Durststrecken haben keine Chance. Die Action ist zahlreich vorhanden und gut im Film verteilt. Dabei gibt es viele Nahkämpfe und einige blutige Shootouts, alles 1A inszeniert, doch durch die schnelle Schnitttechnik etwas abgeschwächt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, somit gibt es Onliner am laufenden Band. Die Darsteller sind allesamt sehr gut und auch Seagal scheint was dazugelernt zu haben und kommt oft ohne Double aus, auch war er hier noch viel schlanker. Auf jeden Fall spielt er DMX noch locker an die Wand. Auch den Gegenpart hat man gut besetzt.
Für Seagal und Actionfans ein Muss, einer der besten Actionfilme in den letzten 5 Jahren.