Steven Seagal macht mal wieder als taffer Cop einen auf dicke Hose. Nachdem Boyd (so sein Filmname) dem Vizepräsidenten das Leben gerettet hat, indem er ihn von einer Brücke geworfen hat, wird er in ein Problemviertel von Detroit strafversetzt. Dort bekommt Boyd von einem dicken Heroindeal Wind, der in Bälde von Statten laufen soll. Als Drahtzieher hinter dem Deal vermutet Boyd den Afroamerikanischen Ghettojungen und Nachtclubbesitzer Walker (DMX). Aber auch korrupte Cops sollen ihre Finger im Spiel haben…
„Kannst du zaubern? – Klar! Ich zauber‘ dir auch ‘ne Taube aus dem Arsch.“
Steven Seagal… Seagull… Siegl??? – von Anfang an als der „Millhouse“ unter den Actionhelden verschrien, haftet seinen Werken stets der Hauch von Drittklassigkeit an. EXIT WOUNDS vom Regisseur von ROMEO MUST DIE, BORN 2 DIE und DOOM – DER FILM stellt da mal eine Ausnahme dar. Die Action ist flott und breitgefächert. Seagal springt über ein fahrendes Auto, liefert sich einen Schwertkampf mit scharfkantigen Alublechen und vermöbelt allerlei Gangster-Gesocks. Eine Schlägerei in der Disco, bei der einiges zu Bruch geht. Zig Shootouts mit blutig klaffenden „Exit Wounds“. Dem Aikidó-Style des molligen Samoaners werden die Bösewichte nicht mal her, wenn sie mit Rettungsschneider und Pumpgun angelaufen kommen. Im Showdown wird’s ordentlich brutal. Da fällt der Obergauner aus dem Hubschrauber und landet zufällig auf einem Eisenrohr, das sich ihm unglücklicherweise durch die Brust bohrt. Ein anderer böser Bube wird von einem spitzen Ding aufgespießt, das aus der Wand ragt. Ragen doch auch im wirklichen Leben überall so spitze Dinger aus der Wand, an denen man sich tödlich verletzen kann.
Seagal absolviert ein Antiaggressionstraining und regelt den Verkehr. Sein weiblicher Vorgesetzter ist ein Model, das er mit seinen zusammen gekniffenen Augen um den Finger wickelt. Schauspielerisch ist Seagal mal wieder auf dem Niveau eines Steins. Seine ausdruckslose, maskenhafte Mimik, für die er berühmt berüchtigt ist, wird hier sogar ein bisschen aufs Kreuz genommen:
„Ich bin glücklich und zufrieden. Sehen Sie in mein Gesicht! Das ist das Gesicht eines zufriedenen Mannes.“
Ein Anflug von Selbstironie – na großartig! Rapstar DMX macht seinen Job ganz gut. Wie bei HALLOWEEN H20 und ANACONDA geht das Motto „Every Movie Is Better With A Gangster Rapper!“ wunderbar auf. Im Film kommt sein Karate an das von Seagal ran. Leider unrealistisch, weil man in Baggypants keinen Roundhouse-Kick hinbekommt. In Nebenrollen untergebracht gleich zwei Komödientrottel: Tom Arnold und der beinahe noch nervigere Anthony Anderson. Eva Mendez in einer ihrer ersten Rollen in Großproduktionen ist einfach heiß, was man aber eigentlich nicht mehr groß erwähnen muss.
Action: (+)(+)(+)(+)(-)
Spannung: (+)(+)(+)(-)(-)
Bodycount: 38
„Haben Sie wirklich einen Verbrecher mit einer toten Katze bewusstlos geschlagen?“
– „Nein, die Katze war nicht tot.“
Fazit:
Bleilastige Hirntot-Action mit DMX und dem "Pferdeschwanz des Todes".