Denzel Washington und Will Patton erinnern sich an die Titanen und das sogar nach einer wahren Begebenheit.
USA 1971: Bill Yoast (Will Patton) ist schon seit Jahren Trainer des Footballteams der T.C. Williams Highschool in der kleinen Stadt Alexandria. Doch momentan rollt die Gleichberechtigungswelle, was vielen Weißen eh schon nicht passt, und zudem will man noch den schwarzen Herman Boone (Denzel Washington) zum Head Coach des Teams machen, was für für Yoast ein schwerer Schlag ist. Eine überraschend differenzierte Sicht auf die Gleichberechtigung muss man „Remember the Titans“ ja auf jeden Fall lassen, doch wenn Denzel Washington die Hauptrolle spielt, dann ist auch Boone nicht damit glücklich, dass Yoast gehen muss.
Also macht er ihn zum führenden Assistant Coach und überlässt ihm die Defense, während er selbst sich um die Offense kümmert. Da jetzt auch an der Schule die Rassen gemischt werden, muss auch das Team komplett umstrukturiert werden. Boone packt erstmal alle Spielwilligen, egal welcher Hautfarbe zusammen, karrt sie ins Trainingslager und setzt zusätzlich zu hartem Drill Gleichberechtigung und Verständnis durch. Und weil Boone von Denzel Washington gespielt wird, klappt das natürlich dann schlussendlich auch, obwohl nicht alle an diese Methoden glauben.
Doch als das Schuljahr dann losgeht, fängt der wirklich schwere Part erst an: Die schwarzen Kinder können vorerst nur unter Polizeischutz zur Schule fahren, die Footballspieler drohen nach den Annäherungen im Camp wieder in ihre getrennten Cliquen zu fallen und einige Intriganten sägen an Boones Stuhl. Doch der ist entschlossen es dem Rest der Welt zu zeigen…
„Remember the Titans“ ist unterhaltsam, aber arg auf politische Korrektheit bedacht. Denzel Washington spielt mal wieder den Saubermann Nr. 1, ein Image gegen das er erst in „Training Day“, „Out of Time“ und „Man on Fire“ wirklich anging, sodass die Drehbuch angerissenen negativen Seiten Boones (z.B. Erfolgsversessenheit um jeden Preis) in der Huldigung des willensstarken Trainers untergehen. So ist auch der differenzierte Blick, der auf die Gleichberechtigung geworfen wird, zwar etwas anders als die üblichen krassen Rassendramen wie „Mississippi Burning“ oder „Verraten“, aber auch hier wirkt es als wäre das Ganze damals auch nur ein Frage der Zeit gewesen bis sich dann rund ein Jahr später Menschen aller Hautfarben in den Armen lagen – Fälle wie Rodney King beweisen ja selbst Jahre später noch das Gegenteil.
Doch sieht man über die Schönfärberei und die Extraportion Zuckerguss hinweg, so bekommt solides Entertainment, das trotz der Thematik den Stempel von Produzent Jerry Bruckheimer trägt: Schicke Videoclipoptik, ein eingängiger Soundtrack und das richtige Maß an Witz. So dürfen sich die kecken Jugendlichen hier ganz witzige Sprüche an den Kopf werfen (z.B. die „Your Mama“-Witze) und die Pointen zünden ganz ordentlich, was den Zuschauer schon mal fesselt und für Kurzweil sorgt. Auch die handelsübliche Geschichte vom Erfolg der Außenseiter (alle anderen Schulen haben die Rassentrennung noch nicht aufgehoben) und vom Plädoyer für Gleichberechtigung zieht Regisseur Boaz Yakin munter vom Leder und vermeidet Längen. Großen Tiefgang gibt es zwar nicht, aber doch sind die Charaktere sympathisch und die Schicksale gehen dem Zuschauer teilweise nahe (Stichwort Autocrash).
Zudem wird Freundschaft über alle Unterschiede hinweg propagiert, was durch den Witz nicht allzu kitschig ausfällt. Natürlich wird auch Football gespielt, doch die Qualität von „An jedem verdammten Sonntag“ darf man in den Spielszenen nicht erwarten: So sind die Spielszenen ganz nett und temporeich, aber mehr als schickes Eye Candy mit ein paar Spannungsmomenten dann auch nicht. Da war Stones Footballoper virtuoser.
Schauspielerisch kann man an „Remember the Titans“ allerdings nicht meckern. Denzel Washington ist trotz seiner arg sauberen Rolle mal wieder in Höchstform und markiert überzeugend den starken Mann, wenn er sein Team einschwört usw. Auch Will Patton zeigt sich wie so häufig als großartiger Darsteller aus Hollywoods zweiter Reihe und die Jungdarsteller sind ebenfalls gut aufgelegt.
So bleibt flottes Jerry Bruckheimer Entertainment ohne große Längen, allerdings auch ohne großen Tiefgang oder viele Innovationen. Zwar extrem glatt, um bloß keinem weh zu tun, aber dennoch schnittige Unterhaltung.