Review
von Leimbacher-Mario
Vorbildliche Verständigungsarbeit
„Remember The Titans“ war diese Woche genau der richtige Film. Während in den USA die weiße Polizei mal wieder Schwarze tödlich niederknüppelt und man immer wieder ratlos mit dem Kopf schütteln muss, muss in diesem auf wahren Ereignissen beruhenden Disney-Sportfilm (und meiner Meinung nach modernen Klassiker in dieser Kategorie) eine junge, gemischtrassige Highschoolfootballmannschaft unter dem neuen Coach (famos: Denzel Washington!) zusammenfinden und Vorurteile überwinden, um ihre Gegner zu besiegen, zu einer echten Einheit zu werden und der streng geteilten, aufgeheizten Bevölkerung damals in den frühen 70ern ein erfolgreiches Vorbild zu sein...
„Remember The Titans“ ist ein guter Sportfilm - aber ein noch besserer Gesellschaftsfilm. Er brilliert durch klasse Darsteller, allen voran natürlich ein bravuröser, intensiver, glaubhafter Denzel, aber auch z.B. ein noch total junger Ryan Gosling oder eine noch jüngere, frech-süße Mini-Hayden Panettiere. Doch das Herz des Films ist und bleibt das Verhältnis und die Annäherung zwischen Schwarz und Weiß. Trotz aller Unterschiede, aller Hürden, aller Vorurteile, all dem Gegenwind. Zu etwas Stärkerem und Besseren, als beide Parteien und Farben je alleine hätten werden können. Das ist simpel, das mag manchen zu simpel und naiv erscheinen, doch es stimmt einfach. Und manchmal ist einfach einfach gut. „Remember The Titans“ hat wenig Disneyschmalz, einen sensationell-souligen Soundtrack obendrauf, ist motivierend und vorbildlich, ohne je predigend oder weltfremd zu erscheinen. Eine absolute Ausnahmeerscheinung unter den Footballdramen, die viel mehr zu sagen und zu zeigen hat, als Quarterbacks, Cheerleader und Touchdowns. Diese liebenswerten Titanen vergesse ich nicht so schnell!
Fazit: Sportfilme sind oft inspirierend und motivierend. „Remember The Titans“ geht jedoch sozial, menschlich und politisch weit über das Übliche hinaus, ist ein absolut toller Film, nicht nur Footballfilm. Denzel und viele damals noch sehr junge Stars strahlen um die Wette, doch Werte und Aussagen sind das zeitlose Herzstück dieser faszinierenden Geschichte über Amerikas (leider noch immer oft schief gewickelter) Farbwahrnehmung.