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Wenn die Franzosen an einem Film mitwirken, lautet das Vorurteil, dass der Film Anspruch hat selbst wenn die Handlung im Endeffekt banal ist. Der Film Tokyo Eyes beweist das nur zu gut.

Ein seltsamer Typ (Shinji Takeda) taucht seit Neuestem immer wieder in den Schlagzeilen auf. Er nennt sich kurz "K" und gilt als Killer, der immer wieder mit seiner Pistole Menschen bedroht und auf sie schießt. Den Lauf seiner Waffe hat er allerdings so verändert, dass die Kugel eine krumme Bahn fliegt und so eigentlich niemand wirklich zu Schaden kommt. Die junge Hinano (Hinano Yoshikawa), ausgerechnet kleine Schwester des ermittelnden Polizisten, trifft K und verliebt sich in ihn. Doch ihre sprießende Liebe wird durch Ks obskures "Hobby" bald auf eine harte Probe gestellt.

Somit ist Tokyo Eyes eine spannende, inspirierende Mischung aus Jugendfilm und Thriller mit einer Prise Lebensphilosophie und Dramatik, wenngleich die Handlung nicht allzu komplex oder innovativ ist. Wahrscheinlich macht aber gerade die ausgewogene Mischung diesen Film so interessant, bei dem ein komplizierter Plot wohl nur gestört hätte. Gemächlich erzählt er eine leise Liebesgeschichte mit der düsteren Atmosphäre einer Millionenstadt als Kulisse, in deren Anonymität sich doch zwei Menschen finden können.

Tokyo Eyes ist äußerst realistisch und mit Liebe zum Detail gedreht worden und rutscht nicht in nervende Klischees ab. Auch die Darsteller (Takeshi Kitano in einer winzigen Nebenrolle) passen rundherum in die Geschichte. Vor allem stehen hier die beiden Hauptfiguren im Mittelpunkt: Die naive, neugierige Hinano, die selbst in einem Gangster noch etwas Gutes finden kann und der wortkarge, undurchsichtige K, der mit seinem coolen, sonderbaren Auftreten ganz besonders das Interesse des Zuschauers auf sich zieht, und sich im Endeffekt doch nur nach ein bisschen Geborgenheit und Anerkennung sehnt.

Die Figuren in Tokyo Eyes sprechen generell nicht übermäßig viel (was bei der eher mäßigen deutschen Synchronisation vielleicht auch besser ist) und geben diesem Film so etwas ganz Eigenes, das nur schwer zu beschreiben ist. Zu guter Letzt hinterlässt auch noch die Kamera einen positiven Eindruck: Als beobachtendes Element ist sie in Tokyo Eyes nämlich ideal eingesetzt worden, ohne sich jemals aufzudrängen.

Eine kleine aber feine Produktion aus Japan, die der Franzose Limosin einfach wunderbar vor der urbanen Kulisse Tokyos in Szene gesetzt hat.

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