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Neben seiner Rolle als Martin Riggs aus „Lethal Weapon“ ist sein Part in „Mad Max“ Mel Gibsons bekannteste Rolle und markierte auch seinen Durchbruch als Star.
Mangels Budget fällt die Endzeit in „Mad Max“ aber weniger radikal als in den Vorgängern aus, der atomare Big Bang war noch nicht und die Menschen leben noch in normalen Häusern. Nur die getunten Karren, mit denen alle Welt hier unterwegs ist, sowie die freakigen Outfits diverser Bewohner haben schon den postapokalyptischen Charakter der Sequels. Auch die Gesellschaftsordnung ist hier noch halbwegs erhalten, auch wenn sich die Anzahl der verbrecherischen Gangs bereits gesteigert hat.
Einen besonders fiesen Gangster, den Nightrider (Vincent Gil), verfolgen die Polizisten der Zukunft auch über die Highways, doch der Schurke kann ihnen mit seinen Fahrmanövern immer wieder ein Schnippchen schlagen kann. Erst der junge Max Rockatansky (Mel Gibson) kann den Nightrider im fahrerischen Können überflügeln, doch am Ende der Verfolgungsjagd klebt der Bösewicht dann im Straßenbelag. Die Jagd ist dafür sehr ausführlich geraten und bietet auch einiges an netten Stunts (z.B. das Durchbrechen des Wohnwagens).

Allerdings bringt das Ende des Nightrider weitere Probleme mit sich, denn als Folge taucht dessen alte Gang unter der Führung von Toecutter (Hugh Keays-Byrne) auf, die darüber alles andere als erfreut sind. Sie beginnen eine Art Kleinkrieg mit den verantwortlichen Polizisten…
Mit „Mad Max“ verhält es sich wie mit dem ersten Film der „Death Wish“-Serie: Noch war das Budget sichtbar knapp, allzu viel Action war nicht möglich und so kümmert sich gezwungenermaßen um das seelische Innenleben des Protagonisten. Und tatsächlich ist „Mad Max“ zumindest auf Figurenebene noch der ausgefeilteste Film der Reihe, denn er beschäftigt sich damit wie der anfangs noch so ehrbare Max zu dem gleichgültigen Söldner der Nachfolger wurde. Lange Zeit hält Max noch Schicksalsschläge und Provokationen seitens der Gangster aus, denkt sogar daran aus dem Polizeidienst auszuscheiden und friedlich zu leben, doch ein Schlüsselerlebnis lässt ihn dann zum Rächer werden.
Die Rache kommt sehr spät, weshalb man von „Mad Max“ noch keinen Actionoverkill erwarten sollte. Die wirklich exzessive Jagd zu Beginn ist bereits die längste Actionszene des Films, ansonsten gibt es noch ein paar weitere Jagden sowie kurze Auseinandersetzungen zu sehen. Diese sind angesichts des Herstellungsjahres recht knackig gemacht, können allerdings nicht mehr ganz aktuellen Produktionen konkurrieren. Doch gemessen am Budget sind vor allem die Stunts des Films sehr gelungen.

Doch trotz der netten Action und der relativ stimmigen Psychologisierung der Hauptfigur hat „Mad Max“ doch so seine Schwächen. So ist die Story alles andere als komplex, stattdessen wartet man nur auf den Punkt, an dem Max dann ausrastet und die Bande über den Jordan schickt. Große Überraschungen gibt es nicht und beim familiären Urlaub auf dem Lande hat „Mad Max“ auch ein paar unschöne Längen, die den Spaß dann etwas trüben.
Dafür spielt Mel Gibson die Hauptrolle sehr überzeugend und bringt Max’ Wandel vom friedfertigen Familienvater zum knüppelharten Rächer glaubwürdig rüber. Daneben sieht der Rest der Besetzung etwas alt aus und man wundert sich nicht wirklich, warum von den Leuten später nichts mehr gehört hat. Allenfalls Hugh Keays-Byrne als Oberbösewicht kann noch eine etwas einprägsamere Leistung verbuchen.

Unterm Strich ist es „Mad Max“ ein recht überzeugender Film, der aus seinem Mini-Budget erstaunlich viel rausholt und noch mit der Psychologisierung der Hauptfigur überzeugt. Doch der Nachfolger „The Road Warrior“ hatte in den Punkten Spannung, Endzeitfeeling und vor allem Action deutlich mehr auf dem Kasten.

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